
Wenn du einsam lebst, sind gelegentliche Umarmungen vielleicht die einzige Quelle von Berührung. Fehlt auch diese Berührung, kann das großes Leid hervorrufen. Doch auch, wenn Alltags-Umarmungen möglich sind, hilft dir das vielleicht herzlich wenig. Trotz Kuschelparties, Free Hugs, Massagen und vielem mehr – Berührung ist dann erfüllend, wenn sie von einem vertrauten Menschen kommt. Gelegenheitslösungen bieten nur zeitweise Ersatz. Weiterlesen

„Letzte Stunde war so schön! Ich habe so viel über mich gelernt, ich habe mich so gut aufgehoben gefühlt!“, sagt die junge Studentin. „Aber weißt Du was?“, fragt sie und beginnt fast zu weinen: „Ich kann das Gute irgendwie nicht aufrecht erhalten. Ich weiß schon zu 100%, dass die nächste Stunde nicht gut wird, egal wie sehr ich mir eine gute Stunde wünsche. Immer kommt nach der guten Stunde eine schlechte.“ Dieses Phänomen kennst du aus deiner Psychotherapie oder Lehranalyse vielleicht auch. Weiterlesen
Das Bestreben, schwer Aushaltbares so schnell wie möglich weg zu bekommen, kennen wir aus vielen Bereichen der Medizin. Immer wieder höre ich, mit der EMDR ließen sich Traumata effektiver und rascher verarbeiten als mit Psychoanalyse. Weiterlesen

Wenn wir einschlafen, haben wir eine Phase, in der schwebende Bilder entstehen. Nach einem schlechten Tag verfolgen uns die Szenen. Wenn es uns gut geht, bemerken wir die Bilder kaum bewusst. Während wir zunächst noch in Worten denken, gehen die Wortgedanken beim Einschlafen in Bildgedanken über. Diese Phase zwischen Wachen und Träumen ist ein „Hypnagoger Zustand“ (hypnos = griechisch: Schlaf, ago = treiben, führen). Weiterlesen

Die Couch ist ein Instrument in der Psychoanalyse, auf die ich dauerhaft nicht verzichten will. Natürlich gibt es Psychoanalysen, die nur im Sitzen durchgeführt werden können, weil die Traumafolgen eines Patienten ihm nicht gestatten, auf der Couch zu liegen. Oft ist Blickkontakt zunächst wichtiger. Aber warum bleibt die Couch ein so wichtiger Bestandteil der Analyse? Weiterlesen

„Ich dachte, ich muss in die Notaufnahme oder mich umbringen“, erzählt eine Frau, die an der Angst vor dem ewigen Leben leidet. Der Autor Bobby Azarian leide unter dieser Apeirophobie seit er vier Jahre alt war – als seine Mutter ihm nach dem Versterben des Opas erzählte, dass er nun fröhlich im Himmel weiterlebe (The Atlantic, 1.9.2016). Weiterlesen

Wenn Du an einer Sozialen Phobie leidest, bekommst Du vielleicht schon Schweißausbrüche, wenn Du nur daran denkst, anderen Menschen zu begegnen oder mit ihnen zusammen zu sein. Besonders spannungsgeladen sind die ersten Momente der Begegnung und Situationen, in denen Du im Mittelpunkt stehst. Weiterlesen

„Ich mache es mir gemütlich, ich beruhige mich.“ Ist es nicht eigenartig, wie wir mit uns sprechen? Wer ist „Ich“ und wer ist „Mich“? Der amerikanische Philosoph und Psychologe William James, Plato.Stanford.edu (1842-1910) unterscheidet zwischen zwei Teilen des Selbst: Dem „I“ und dem „Me“. Dabei ist das Ich derjenige subjektive Teil des Selbst, das handelt. Das „Ich“ interpretiert, ordnet die Erlebnisse und gibt uns ein Gefühl der Freiheit. Das Mich ist die Vorstellung, die wir von uns selbst haben. Das „Ich“ (als Subjekt erlebt) versorgt das „Mich“ (das Objekt, den Körper). Weiterlesen

„Ich fahr‘ da nicht hin, denn da sind nur Pärchen.“ – „Ich geh da nicht hin, denn da sind all die Schwangeren/die Gesunden/die, die eine Arbeit haben oder im Studium weiterkommen.“ Wir beneiden meistens die, die uns ähnlich sind und die etwas geschafft haben, was wir beinahe auch geschafft hätten oder was wir vielleicht noch erreichen können. Weiterlesen

„Ich fühle mich total verlassen. Ich habe nur noch Angst, möchte mein Bett nicht verlassen, will mit niemandem reden. Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, wie ich weiter funktionieren soll. Ich will nur noch weinen, aber ich kann nicht“, sagst du vielleicht. Weiterlesen