Wenn innere Objekte versauern: Warum der gute Psychoanalytiker am Wochenende schlecht wird

In einer Psychoanalyse merkst du an den Wochenenden oder in den Ferien vielleicht manchmal, wie der Analytiker innerlich verdirbt und zum „Bösen“ wird, während du auf die nächste Stunde wartest.
Es schwer zu sagen, warum das so funktioniert, aber meiner Erfahrung nach geht es recht vielen Analysanden so. Das Gefühl, im Stich gelassen zu sein, oder das Gefühl, nicht mehr zur Analyse gehen zu wollen, können genauso Ursachen sein wie unbewusste Erinnerungen an früheres Alleingelassenwerden.
Vielleicht hast du dich in den Sitzungen über den Analytiker geärgert und du merkst es durch den Sicherheitsabstand erst jetzt. Auch, wenn wir immer auf die Pathologie des Analysanden schauen, kann es durchaus sein, dass sich der Analytiker tatsächlich schlecht verhalten hat. Auch sein sorgenvolles oder aggressives Innenleben hat Auswirkungen auf den Analysanden.
Möglicherweise ist es aber auch eine ganz menschliche Reaktion: Wenn wir auf eine Whatsapp keine Antwort bekommen, malen wir uns etwas Schlechtes aus.
Als wir uns als Kind entwickelten, konnten wir irgendwann die Abwesenheit der Mutter ertragen. Wir erreichten eine „Objektkonstanz“ und das Bild von ihr (die Repräsentanz) blieb in uns stabil, auch wenn wir sie für eine Weile nicht sahen.
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Links:
Jackie Gerrard:
A question of absence. July 2010British Journal of Psychotherapy 26(3):291-304, researchgate.net/… : „The patient kept her therapist (aufgrund ihrer ständigen Absagen, DunjaVoos) ‘dangling in uncertainty’ (Brenman Pick, 2002), which the author considered to be a reflection of the patient’s inner sado?masochistic object world.“
Otto Kernberg (2017):
The destruction of time in pathological narcissism. Cliniques, 14(2), 32-52. shs.cairn.info/… : „This paper describes the characteristics of subjective time (in contrast to objective time), with particular reference to a specific form of pathological experience and relation to the passage of time in patients with narcissistic personality undergoing psychoanalytic treatment.“
Otto Kernberg (1988):
Object Relations Theory in Clinical Practice. The Psychoanalytic Quarterly, Volume 57, 1988 – Issue 4, 481–504, tandfonline.com/…
Beitrag vom 2.9.2026 (begonnen am 31.10.2016)