Stimmstörungen: lästig und oft rätselhaft

Plötzlich bist Du heiser (Dysphonie) oder deine Stimme ist ganz weg (Aphonie). Doch der HNO-Arzt kann vielleicht nichts finden – er sieht höchstens in der Kehlkopfspiegelung (Laryngoskopie), dass sich die Stimmlippen während der Lautbildung (Stimmbildung, Phonation) nicht ganz so annähern, wie sie es normalerweise tun würden.

Das ist psychisch bedingt“, sagt er dann. Und nun? Besonders Frauen zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr sind von psychisch bedingten Stimmstörungen betroffen (Ärzteblatt, 8.5.2015). Häufig gehen der Heiserkeit und Stimmlosigkeit psychische Belastungen und/oder Infekte voraus. Hohe psychische Belastungen führen zu Anspannungen der Ohr- und Kehlkopfmuskulatur.

Oft hilft die Kombination aus Psycho- und Stimmtherapie (Reiter et al., 2013), doch auch hier kommen viele nicht weiter. Das liegt daran, dass sich das vegetative Nervensystem nicht so einfach umstimmen lässt.

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Links:

Leah B. Helou et al. (2013)
Intrinsic laryngeal muscle activity in response to autonomic nervous system activation.
Laryngoscope November 2013, Vol 123, Issue 11, Pages 2756-2765, doi.org/10.1002/lary.24109 , onlinelibrary.wiley.com/…

Die Heiserkeit wird als „Dysphonie“ bezeichnet („Dys“ = „gestört“), die Stimmlosigkeit als „Aphonie“ („A“ = „weg“, „phon-“ = Ton, Stimme).

Ulrich Ott, Janika Epe (2018):
Gesund durch Atmen: Ein Neurowissenschaftler erklärt die Heilraft der bewussten Yoga-Atmung.
O.W. Barth Verlag 2018, www.droemer-knaur.de/… , www.ulrichott.de/

Prasad Rajkishore, Fumitoshi Matsuno (2006):
Does Humming Sound play Healing role in Bhramari Pranayama? SCIS & ISIS 2006
doi.org/10.14864/softscis.2006.0.1983.0

R. Reiter et al. (2013):
Long term outcome of psychogenic voice disorders. dx.doi.org/10.1016/j.anl.2013.01.002
Auris Nasus Larynx 2013; 40: 470-475

Peter Butcher (1995):
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Niebudek-Bogusz E. et al. (2008):
The Effectiveness of Voice Therapy for Teachers with Dysphonia. Folia Phoniatr Logop 2008;60:134-141, DOI:10.1159/000120290, karger.com/Article/Abstract/120290

Mary Grover and Amy Catlin-Jairazbhoy (1996):
Voice Therapy – A Case Study Combining Eastern and Western Techniques. Journal of the Indian Musicological Society 27 (Jan 1, 1996): 17, search.proquest.com/…

Susanne Bauer, Alemka Tomicic und Kollegen (2010):
Die Bedeutung von Stimme und Stimmklang im psychotherapeutischen Prozess aus der Sicht der Patienten und Patientinnen. Psychoanalyse und Körper, Nr. 17, 2010, Heft II: S. 27-50 (PDF)

Prof. Susanne Bauer „promovierte zum Thema Musiktherapie, Emotionen, Wahrnehmung und Schizophrenie an der Universität Ulm. In der Forschung hat sie sich u.a. mit der emotionalen Wahrnehmung, dem musikalischen und verbalen Ausdruck bei Menschen mit Schizophrenie und Asperger Syndrom, der Bedeutung von Stimmklang und Stimmqualität in der psychotherapeutischen Diagnostik und der Beziehungsregulation in der psychotherapeutischen Dyade sowie der Bedeutung des Musizierens zur Erhaltung des Selbstgefühls für Menschen in extremen Lebenssituationen, auseinander gesetzt.“ Universität der Künste, Berlin

Beitrag vom 11.4.2026 (begonnen am 2.8.2015)

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