

„Ich mache es mir gemütlich, ich beruhige mich.“ Ist es nicht eigenartig, wie wir mit uns sprechen? Wer ist „Ich“ und wer ist „Mich“? Der amerikanische Philosoph und Psychologe William James, Plato.Stanford.edu (1842-1910) unterscheidet zwischen zwei Teilen des Selbst: Dem „I“ und dem „Me“. Dabei ist das Ich derjenige subjektive Teil des Selbst, das handelt. Das „Ich“ interpretiert, ordnet die Erlebnisse und gibt uns ein Gefühl der Freiheit. Das Mich ist die Vorstellung, die wir von uns selbst haben. Das „Ich“ (als Subjekt erlebt) versorgt das „Mich“ (das Objekt, den Körper). Weiterlesen

Es war, als sei ich eines Tages, mitten im Leben, aufgewacht inmitten einer großen Leere. Wie konnte ich nur hierhin gekommen sein? Wo waren die anderen? Die anderen waren im Kreise ihrer Familie. Dort waren sie geboren, feierten ihre Feste, heirateten und starben dort. Mir wurde kalt. Im Alltag, im Beruf, da war ich im Kreise meiner Freunde und Arbeitskollegen. Aber Mengenleere ist grausam: Sobald die Feiertage kommen, ziehen sich alle in ihre Kreise zurück. Weiterlesen

Das Kind, es hat niemanden, der es versteht. Niemanden, der mit ihm spricht, der es warmherzig umarmt und niemanden, der ihm Halt gibt. Das Kind, es friert fast das ganze Jahr. Nur manchmal, da stellt es sich an den Rand des weiten Feldes und lässt sich vom Wind umarmen. Der warme Dezemberwind nimmt das Kind in seine Geborgenheit. Er ist der Einzige, der es tröstet. Und als es einschläft, spürt es, wie der Wind es davonträgt.Weiterlesen

„Heute Nacht kommt die Zahnfee“, „Morgen kommt das Christkind“, sagen die Eltern. „Kannst du nochmal unter dem Bett nachgucken, ob da wirklich kein Monster ist?“, fragt das Kind. Das Problem mit guten Geistern: Sie sind nicht allein. Erzählt du deinem Kind etwas von einer guten Fee, dann kann im Unbewussten auch schnell die Vorstellung von einer bösen Hexe auftauchen. Weiterlesen

Ist ein „Danke“ unter Zähneknirschen ein wirkliches Danke? Wer sein Kind gut „erziehen“ will, hört sich vielleicht dann und wann sagen: „Und was sagt man da?“ Verschüchtert versteckt sich das Kleine hinter Mamas Bein und flüstert: „Danke.“ Irgendwie beschämt kommt dieses Wort hervor. Weiterlesen

Wenn Du häufig unter Rückenschmerzen und vielleicht auch unter (unerklärlicher) Atemnot leidest, kannst Du Dich einmal selbst beobachten: Vielleicht merkst Du, wie bei bestimmten Bewegungen beim Sport oder beim Spazierengehen plötzlich das Gefühl auftaucht, schwerer Luft zu bekommen. Vielleicht kannst Du auch Atemgeräusche hören wie bei einem Asthmatiker. Hier zeigt sich vielleicht, wie die Verkrampfung der Rückenmuskulatur auch zur Verkrampfung der Atemmuskulatur, vielleicht sogar der Bronchialmuskulatur führen kann. Weiterlesen

Wir hatten es uns so schön vorgestellt: Wir werden eine Familie haben, Vater, Mutter, Kind sein. Wir werden ein Haus haben, einen Garten, einen Beruf, eine Arbeit. Wir werden glücklich sein. Alles wird ganz sein. Und dann kommt irgendwann die Zeit, in der wir merken: Es gibt Lücken im Leben, die schließen sich nicht. Manche Lücken haben wir selbst verursacht, andere wurden uns zugefügt oder waren schon immer da. Wir haben eine Psychoanalyse gemacht, um die innere böse Mutter doch noch gut werden zu lassen. Wir haben vielleicht eine Paartherapie gemacht und unzählige Befruchtungsversuche unternommen. Weiterlesen

Ich steh im Wald. Und fühle mich verlassen. Und alt. Die Gedanken, sie drehen sich unaufhörlich in meinem Kopf. Meine Schale ist so hart. Da mag keiner durchdringen. Ich verschränke die Arme und behaupte, die Welt sei ungerecht. Die Sterne glitzern. Und endlich zieht der Morgennebel auf. Er hüllt mich ein. Ihm macht meine harte Schale nichts aus. Die warme Novemberluft streichelt mein Gesicht. Und die Tränen fließen in meinen Schal. Weiterlesen