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Fibromyalgie hängt möglicherweise mit frühen psychischen Traumata zusammen

Vielleicht leidest Du an einer Fibromyalgie (wörtlich: Faser-Muskel-Schmerz) und weißt, wie quälend das ist: Schmerzende Muskeln und Gelenke, Abgeschlagenheit, Kribbeln in Armen und Beinen, Schlaflosigkeit und vieles mehr kann dazu gehören. Ich habe bisher noch nicht mit einem Fibromyalgie-Betroffenen gesprochen, der kein schweres Trauma gehabt hätte. Viele haben schon in frühester Kindheit körperliche und psychische Beschädigungen erlebt wie z.B. medizinische Behandlungen in den ersten Lebensjahren oder Gewalt in der Familie. Das führte vielleicht zu einem Leben in innerer Alarmbereitschaft. Weiterlesen

99 Wie werde ich Psychoanalytiker*in? Sich nicht zu bestimmten Aussagen provozieren lassen

Manchmal spürt man es ganz genau: Der Patient versucht, uns zu einer bestimmten Aussage zu bewegen. Er will uns möglicherweise auch zu einem „Schluss jetzt!“ drängen. Es kann gut und richtig sein, dem Patienten die Antwort zu geben, auf die er wartet – so sie denn der Wahrheit entspricht. Oft aber merken wir auch, dass dem Patienten unsere Antwort nichts bringt. Es ist ein ähnlicher Effekt wie wenn Kinder immer „Warum?“ fragen. Wichtig ist es, zu verstehen, woher dieses Drängen kommt und was die Fragen bewirken sollen. Durch unsere Ratlosigkeit merkt der Patient, dass er nicht wie mit einem Automaten verbunden ist, sondern dass der Therapeut ein eigenständiger, getrennter und mitunter ebenso ratloser Mensch ist. Manchmal soll das Drängen auch von etwas anderem ablenken.Weiterlesen

Die unbarmherzige Mutter

Das Kind, es bittet um Entschuldigung. Die Mutter sitzt auf dem Sofa. Und schweigt. Das Kind weiß nicht, warum die Mutter so wütend ist auf das, was es getan hat. Die Mutter ist unbarmherzig. Und schweigt. Den ganzen langen Sommernachmittag. Das Kind will vergehen. Es kniet. Es bittet und fleht. „Sprich mit mir!“ Die Mutter verweigert ihre Liebe. Die Situation steht. Das Bild steht in der Erinnerung. Für das Kind ist es die Hölle. Es gibt keine Lösung. Das Kind steht auf. Und geht ins Bett. Mit diesem furchtbaren Gefühl des unauflöslichen Aufruhrs. Weiterlesen

Hohe Frequenzen in der Analytischen Psychotherapie: Wenn Patienten weinerlich immer mehr wollen

Der amerikanische Psychoanalytiker RichardReichbart.com erzählt in seinem Buch „The Anatomy of Psychotic Experience“ (amazon), wie er als junger Student psychotische Episoden erlebte und eine Psychoanalyse begann. Er sei so verstört gewesen, dass er anfangs sieben Sitzungen pro Woche erhielt – also auch sonntags. Weiterlesen

Rheumatoide Arthritis und die Psyche

Die Rheumatoide Arthritis, auch Primär Chronische Polyarthritis (PCP) genannt, lässt viele Betroffene verzweifeln. Die Innenhäute der Gelenke sind entzündet, Finger, Zehen und Hände manchmal kaum zu gebrauchen. Die Erkrankung zählt zu den sieben klassischen Psychosomatosen, wobei insbesondere an schwere Traumata gedacht werden muss. Je länger die Erkrankung dauert, desto stärker verformen sich die Gelenke. Sehr oft entwickelt sich die Arthritis zwischen dem 25. und 50. Lebensjahr. Besonders Frauen sind betroffen. Es ist nicht so, dass man sagen kann: Menschen mit dieser oder jener Persönlichkeit bekommen diese oder jene psychosomatische Erkrankung. Aber dennoch lassen sich manchmal Gemeinsamkeiten zwischen den Betroffenen feststellen. Weiterlesen

Urkreuz und Urknäuel – so lernen Kinder Malen

Etwa im Alter von zwei Jahren beginnen Kinder zur Freude ihrer Eltern mit ihrer „Malerkarriere“. Der Pädagoge Wolfgang Grözinger beschreibt, wie Kleinkinder das Malen lernen. Diese Fähigkeit entwickelt sich über Jahre hinweg, doch die Entwicklung sieht bei den meisten Kindern gleich aus. Das erste Gebilde aus Kreuz- und Querstrichen nennen Kunstpädagogen das „Urkreuz“. Es symbolisiere ihrer Meinung nach das „Stehen“. Gleichzeitig lieben es die Kleinen, Spiralen zu malen. Grözinger vermutet dahinter ein schwebendes Raumgefühl der Kleinen. Diese Gebilde nennt er „Urknäuel“. Die ersten Zickzacklinien („Ur-Zickzackstrecke“) dann seien wie ein „Schreiben“ oder ein „Gehen“ auf dem Papier.Weiterlesen

Enttäuschung – wie damit klar kommen?

Enttäuschung ist ein Herz-erdrückenes Gefühl. Man mag den anderen nicht mehr. Er fällt hinten rüber. Das, was man für wahr hielt, ist (nicht mehr) wahr. Vielleicht war es einmal wahr – für uns und für den anderen. Bei einer Enttäuschung hat sich etwas massiv verändert. Wir können etwas nicht mehr rückgängig machen. Wir haben uns im anderen – oder in uns selbst – getäuscht. Bei einer Enttäuschung tut sich ein Unterschied auf: zwischen jetzt und gleich, vorher und nachher, Vergangenheit und Zukunft, gedachtem und wahrem Zustand, vorhandenem und verlorenen Liebes- und Lebensgefühl.Weiterlesen

„Es geht mir unter die Haut.“ Elektrodermale Aktivität und psychischer Zustand hängen zusammen

Wir spüren auf unserer Haut oft, wie wir uns fühlen. Bei Panikattacken merken wir vielleicht, wie dünnhäutig wir sind. Menschen mit Psychosen leiden oft unter dem Gefühl, dass viele kleine Insekten auf ihrer Haut herumkrabbeln. Haut, Nervensystem und auch der Zahnschmelz entstehen in der Entwicklung des Embryos aus derselben Keimschicht, nämlich dem Ektoderm. Die psychische Gesundheit lässt sich häufig auch an den Zähnen ablesen. Weiterlesen

Wie lässt sich subjektives Erleben verändern?

„Jetzt freu dich doch mal!“, hören wir. Doch Gefühle lassen sich nur bedingt steuern. Subjektives Erleben ist sehr schwer konkret zu beeinflussen. Manche psychisch Leidende schaffen es nicht, eine Psychotherapie zu beginnen, weil sie schon am Telefon den möglichen Helfer als Bedrohung wahrnehmen. Das kann dann wie ein Fluch sein. Weiterlesen

Depersonalisation und Derealisation: Wenn alles so komisch ist, hilft Kneifen

Es gibt Momente, da wird’s einem ganz komisch. In unangenehmer Weise meint man, neben sich zu stehen oder in einer anderen Realität zu sein. Die Angst, verrückt zu werden, ist ganz nah. Diesen Zustand nennen Psychotherapeuten „Depersonalisation“. Weiterlesen