
Sicher, ich spreche mit dem anderen. Ich gehe arbeiten. Und doch spreche ich im Hinterkopf mit mir selbst ganz anders. Wenn der wüsste, was ich wirklich denke und fühle. Wenn der wüsste, was in mir vorgeht. Ich hab so viel gegoogelt und nichts gefunden. Weiterlesen
„Sie müssen sich schon sicher sein“, höre ich. Doch sind die Zeiten heute nicht anders? Ist das Leben als Frau nicht anders? Als Alleinerziehende? Da gibt es doch noch die Intuition. Und den Zauber des Anfangs. Und das Reisen als Blinde. Manchmal muss man „irgendwie“ beginnen. Ich stehe im Nebel. Ich habe eine Ahnung davon, wo ich lang gehen will. Ich gehe von Grenzpfahl zu Grenzpfahl. Der Nebel lichtet sich. Immer ein bisschen mehr. Und als ich am Ziel bin, schaue ich auf meinen Weg des „Irgendwie“ zurück. Er ist kunstvoll. Wilde Blumen wachsen darauf.Weiterlesen
In psychoanalytischen Texten findet man häufig die Begriffe „Subjekt“ und „Objekt“. Mit „Subjekt“ ist die Person gemeint, um die es geht und deren Gefühle beschrieben werden. Wird zum Beispiel von Nina erzählt, dann ist Nina das Subjekt. Die „Objekte“ sind die Bezugspersonen. Mit „Objektbeziehungen“ sind die Beziehungen des Subjekts zu den Mitmenschen gemeint. Mutter und Vater sind die „primären Objekte“ (Primärobjekte). Als primäre Objektbeziehungen werden die Beziehungen zu Mutter, Vater und anderen nahestehenden Personen der frühen Kindheit bezeichnet. Weiterlesen
Krippe viel zu früh, Ergo-, Sprachtherapie, Zahnspange, Weisheitszähne-Ziehen, Wurzelbehandlungen, Implantate. Standardgeburten mit PDA, Antidepressiva, Betablocker, Vorsorgeuntersuchungen am laufenden Band, bald Zahn-, Knie- und Hüftimplantate, Stents, Herzschrittmacher, Krankenhaus, Reanimation, Mehrmaliges Sterben auf Intensivstation. Ohne mich. Weiterlesen

Wir können vor Wut heulen oder tief-traurig schluchzen. Wir können leise in uns hieinweinen oder vor Angst wimmern. Sind wir überwältigt von Freude oder Schmerz, können uns ebenfalls die Tränen kommen. Je nach Art des Weinens reagiert auch unser Gegenüber: verunsichert, selbst traurig und tröstend, mitfühlend, schweigend oder genervt. Weiterlesen
Sprache ist auch in Medizin und Psychologie im ständigen Wandel. Den Begriff „Psychohygiene“ höre ich heute seltener, wohingegen die „toxische Beziehung“ Einzug in die Psychologie gehalten hat. Medizinhistorisch ist es vielleicht jedoch interessant, wie es zu dem Begriff der „Psychohygiene“ überhaupt kam. Wer „Psychohygiene“ betreibt, der achtet darauf, dass es seiner Seele gut geht. Der Offenburger Psychologe Gustav Keller (Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene, IGPP) erklärt auf Youtube, wie der deutsch-schweizerische Psychoanalytiker Heinrich Meng (1887-1972) diesen Begriff prägte. Durch Heinrich Meng wurde die „Psychohygiene“ zum Lehrfach an den Universitäten.Weiterlesen

Liebe sei nichts anderes als die hohe Konzentration des Bindungshormons Oxytocin, sagen manche. Und doch spürst du: Liebe ist nicht nur Chemie, Biologie und Physik. Da ist mehr. „Die Psychoanalyse lässt sich nicht messen“, sagen manche – und ich meine es auch. Weiterlesen
In mir wohnt ein Monster, das greift mich an. Es rüttelt mich, es schüttelt mich, es will mich unglücklich machen. Es macht mir Schmerzen und nimmt mir die Luft zum Atmen. Das Monster hat immer Hunger und will von mir gefüttert werden. Es lässt mich in Ruhe, wenn ich es füttere, doch es braucht eine sehr spezielle Nahrung. Es will kein Fleisch und kein Gemüse. Es ernährt sich von meinem Unglück. Wenn ich es mit meinem Unglück füttere, dann ist es ruhig, besänftigt, satt. Für eine Weile. Und ich kann heimlich, still und leise ein paar Fort-Schritte machen. Doch sobald es unruhig wird, muss ich zusehen, dass sich neues Unglück ereignet. Wenn das neue Unglück eingetreten ist, wird das Monster wieder ruhiger.Weiterlesen
Das Buch „Psychisches Gleichgewicht und psychische Veränderung“ von der britischen Psychoanalytikerin Betty Joseph (geb. 1917) bestellte ich mir gleich, nachdem ich Betty Joseph auf dem Youtube-Video „Encounters through Generations“ gesehen hatte. Auf diesem Video des Britischen „Institute of Psychoanalysis“ ist eine höchst vitale, über 90-jährige Psychoanalytikerin zu sehen, die darüber spricht, was man braucht, um Psychoanalytikerin zu werden. „A sense for the truth“, ist einer der Punkte, den sie dabei hervorhebt. Weiterlesen