Manchmal wollen wir verhindern, dass wir glücklich sind – weil wir die unglücklichen Geschwister oder Eltern nicht verletzen wollen. Manchmal wollen wir verhindern, geliebt zu werden, weil wir glauben, dann nicht mehr frei zu sein. Wir verhindern, selbst zu lieben, weil wir Angst haben, wir könnten nicht zurück geliebt werden.Weiterlesen

Wenn ich in die Stille gehe, spüre ich meinen Körper auf unangenehme Weise. Mir wird bewusst, wie weh mir jeder Muskel, jede Sehne, jeder Knochen tut. Ich fühle mich überlastet, erschöpft und sehr alt. Unruhe kommt auf. Ich spüre jede Verletzung, die mir in meinem Leben zugefügt wurde, jeden körperlichen Angriff, jede Beleidigung. Weiterlesen
„Hat es nicht etwas Sekten-mäßiges, vier Mal pro Woche zur Psychoanalyse zu gehen? Ist das nicht realitätsfern? Macht es einen nicht sogar noch verrückter?“ Wer eine hochfrequente Psychoanalyse macht, mag sich dann und wann fragen, wie sinnvoll das Ganze ist und ob es zwei oder drei Stunden pro Woche nicht auch täten. Und dann gibt es wieder Phasen, in denen man merkt: Die hochfrequente Psychoanalyse ist etwas Einzigartiges. Weiterlesen

Klossgefühle im Hals, Atemnotgefühle, Panik – was ist das bloss? Es ist, als ob da irgendwas über deinem Hals schwirrte oder in deinem Hals ist, das dich ganz unruhig macht. Manchmal tritt das Gefühl nach dem Trinken heißer Getränke auf, manchmal bei der Begegnung mit anderen Menschen – oft kommt es aber auch ganz unvermittelt. Weiterlesen

Den Groll, ich spüre ihn schon wieder langsam aufziehen. Er kommt von unten her und verdunkelt meine Seele. Er beißt sich langsam fest und hält mich umschlungen wie die Zaunwinde den jungen Ast. Eben konnte ich mich noch frei bewegen, doch Gedanken und Bilder fachten meinen Groll an wie Fliegen eine fleischfressende Pflanze. Was wäre gewesen, wenn? Hätte es doch, wäre es doch … Zeit vergeht. Weiterlesen

Ist ein „Danke“ unter Zähneknirschen ein wirkliches Danke? Wer sein Kind gut „erziehen“ will, hört sich vielleicht dann und wann sagen: „Und was sagt man da?“ Verschüchtert versteckt sich das Kleine hinter Mamas Bein und flüstert: „Danke.“ Irgendwie beschämt kommt dieses Wort hervor. Weiterlesen

„was passiert ist, ist passiert“, hörst du. „es ist wie es ist – du kannst es nicht mehr ändern“, hörst du auch. „es nützt ja nix“, sagst du dir selbst. und doch ist es, als müsstest du einen stein zerbeissen – du hast schuldgefühle, bedauerst, lebst jeden tag mit selbstvorwürfen und den folgen. von nun an krank, oder behindert oder allein. du suchst: „wo hatte ich schuld? was hätte ich anders machen können?“ die folgen spürst du ein leben lang, so deine sorge. morgen wird es nicht wieder gut – ein furchtbares gefühl. Weiterlesen

Mit schwer traumatisierten Patienten solle man in der Psychotherapie nicht lange schweigen, weil dann der Phantasieraum angeregt würde und die Patienten in der Haltlosigkeit abstürtzen, heisst es oft. Doch es kommt auf die Art des Schweigens an: Wenn ich mich als Psychoanalytikerin emotional „einklinke“ und wirklich präsent bin, dann suchen auch schwer traumatisierte Menschen immer wieder das lange Schweigen. So werden sie der Schwierigkeit, überhaupt Worte zu finden, gerecht. Weiterlesen

Ich fühle mich von allen Seiten eingeengt. Im Hamsterrad. „Gönn‘ Dir mal was“, heißt es. „Geh mal wieder raus“, „Tu dir was Gutes.“ Ja, aber! Warum hilft es mir denn nicht? Warum habe ich das Gefühl, es gibt keinen Ausweg, keine Lösung? Warum erscheint Entspannung so unmöglich? Ist es wirklich die Lage, die mich zermürbt, bewegungsunfähig und müde macht? Kann ich meditieren, wenn um mich herum das Chaos herrscht, wenn ich Dinge tun, erledigen, wegschaffen muss? Weiterlesen