
Die Vojta-Therapie bei Babys wird nach Anleitung durch die Physiotherapeutin meistens von Müttern durchgeführt. Das Baby liegt zum Beispiel auf dem Bauch, ein Bein und ein Arm sind angewinkelt, die Mutter hält es fest und löst mit ihren Fingern an bestimmten Reflexpunkten erwünschte Bewegungen aus. Das Baby schreit, doch die Mutter hört von der Therapeutin vielleicht, dass dies nur ein Zeichen dafür sei, dass die Therapie greife. Die Therapie wird oft drei- bis viermal täglich über ca. 15 Minuten, oft über Jahre durchgeführt. Das Baby lernt aus psychologischer Sicht: Wenn ich schreie, reagiert meine Mutter nicht darauf. Ich bin in höchster Not und habe keine Chance, mich durch welche Artikulation auch immer aus dieser Zwangslage zu befreien. Weiterlesen

Verschmelzungsübertragung bedeutet, dass wir gefühlt eine absolute Einheit mit unserem Psychoanalytiker erleben – ganz so, wie wir es einmal mit unserer Mutter erlebt haben und auch heute noch in glücklichen Beziehungen erleben können. Es geht um ein subjektives Erleben, das die realistische Beziehung nicht unbedingt widerspiegeln muss. Weiterlesen
Manchmal wollen wir verhindern, dass wir glücklich sind – weil wir die unglücklichen Geschwister oder Eltern nicht verletzen wollen. Manchmal wollen wir verhindern, geliebt zu werden, weil wir glauben, dann nicht mehr frei zu sein. Wir verhindern, selbst zu lieben, weil wir Angst haben, wir könnten nicht zurück geliebt werden.Weiterlesen

Wenn ich in die Stille gehe, spüre ich meinen Körper auf unangenehme Weise. Mir wird bewusst, wie weh mir jeder Muskel, jede Sehne, jeder Knochen tut. Ich fühle mich überlastet, erschöpft und sehr alt. Unruhe kommt auf. Ich spüre jede Verletzung, die mir in meinem Leben zugefügt wurde, jeden körperlichen Angriff, jede Beleidigung. Weiterlesen
„Hat es nicht etwas Sekten-mäßiges, vier Mal pro Woche zur Psychoanalyse zu gehen? Ist das nicht realitätsfern? Macht es einen nicht sogar noch verrückter?“ Wer eine hochfrequente Psychoanalyse macht, mag sich dann und wann fragen, wie sinnvoll das Ganze ist und ob es zwei oder drei Stunden pro Woche nicht auch täten. Und dann gibt es wieder Phasen, in denen man merkt: Die hochfrequente Psychoanalyse ist etwas Einzigartiges. Weiterlesen

Klossgefühle im Hals, Atemnotgefühle, Panik – was ist das bloss? Es ist, als ob da irgendwas über deinem Hals schwirrte oder in deinem Hals ist, das dich ganz unruhig macht. Manchmal tritt das Gefühl nach dem Trinken heißer Getränke auf, manchmal bei der Begegnung mit anderen Menschen – oft kommt es aber auch ganz unvermittelt. Weiterlesen

Den Groll, ich spüre ihn schon wieder langsam aufziehen. Er kommt von unten her und verdunkelt meine Seele. Er beißt sich langsam fest und hält mich umschlungen wie die Zaunwinde den jungen Ast. Eben konnte ich mich noch frei bewegen, doch Gedanken und Bilder fachten meinen Groll an wie Fliegen eine fleischfressende Pflanze. Was wäre gewesen, wenn? Hätte es doch, wäre es doch … Zeit vergeht. Weiterlesen

Ist ein „Danke“ unter Zähneknirschen ein wirkliches Danke? Wer sein Kind gut „erziehen“ will, hört sich vielleicht dann und wann sagen: „Und was sagt man da?“ Verschüchtert versteckt sich das Kleine hinter Mamas Bein und flüstert: „Danke.“ Irgendwie beschämt kommt dieses Wort hervor. Weiterlesen

„was passiert ist, ist passiert“, hörst du. „es ist wie es ist – du kannst es nicht mehr ändern“, hörst du auch. „es nützt ja nix“, sagst du dir selbst. und doch ist es, als müsstest du einen stein zerbeissen – du hast schuldgefühle, bedauerst, lebst jeden tag mit selbstvorwürfen und den folgen. von nun an krank, oder behindert oder allein. du suchst: „wo hatte ich schuld? was hätte ich anders machen können?“ die folgen spürst du ein leben lang, so deine sorge. morgen wird es nicht wieder gut – ein furchtbares gefühl. Weiterlesen