Ego States: Mit Kind-Ich, Erwachsenen-Ich und Eltern-Ich lassen sich Ichzustände oft nur oberflächlich beschreiben

Je nach Tagesform, Ort und Aufgaben haben wir verschiedene „Ich-Zustände“. Manchmal fühlen wir uns gut und sind dankbar für diesen Zustand. Aber vielleicht werden wir immer wieder überwältigt von unaushaltbaren Zuständen, die aus unserer Vergangenheit herrühren oder aus aktuellen Lebenslagen, die lange anhalten. Wir würden am liebsten weglaufen.
Ego-State-Therapeuten sprechen auch von einem „Inneren Team“, also von verschiedenen Anteilen. Darunter werden z.B. Anteile verstanden wie der„innere Kritiker“ oder das verängstigte Kind. Dabei ist zu bedenken, dass der Begriff „Anteil“ den Gedanken auflassen kommen könnte, dass es sich um abgegrenzte, handhabbare seelische Bereiche handeln könnte, was aber meistens nicht wirklich der Fall ist.
Ein „inneres Team“ im positiven Sinne kann auch so verstanden werden, dass verschiedene innere Objekte (= Vorstellungen von Personen) miteinander in Verbindung stehen. Zum Beispiel lässt sich bei Lampenfieber das innere Team, bestehend aus den Freundinnen A, B und C, wie eine Unterstützergruppe empfinden.
Du kannst aber innerlich auch zum „Chef“ einer inneren Gruppe von gegensätzlichen Anteilen werden – fühlst du dich zerrissen zwischen verschiedenen Empfindungen und inneren Stimmen, kannst du dir vorstellen, dass du diese Anteile dirigierst und durch das Schliessen von Kompromissen zusammenführst.
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Links:
Ruth Riesenberg-Malcolm (2003):
Unerträgliche seelische Zustände erträglich machen. Psychoanalytisches Arbeiten mit extrem schwierigen Patienten. Verlag: Stuttgart, Klett-Cotta, 2003, zvab.com
Luise Reddemann (2009):
Ego State Therapie, ein Bindeglied zwischen Psychoanalyse und Hypnotherapie. Hypnose-ZHH 4, Oktober 2009, S. 207 ff, meg-stiftung.de/…
Federn, Paul (1932): Das Ichgefühl im Traume. IZP 18, 145-170
Beitrag vom 7.5.2026 (begonnen am 13.10.2022)
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