Ödipale Phase: Im Alter von vier bis sechs Jahren wird das Geschlecht interessant

Nach psychoanalytischer Theorie ist ein Kind (in unserer Kultur) zwischen dem vierten und sechsten Lebensjahr in der ödipalen Phase, auch „phallische Phase“ genannt (phallus = griechisch: Penis). Hier werden die Themen, die sich rund um das eigene Geschlecht, die Sexualität und die Geschlechterrollen drehen, besonders deutlich. Mädchen und Jungen entdecken intensiv den Unterschied zwischen den Geschlechtern. Doktorspiele sind jetzt beliebt.
In dieser Zeit hört man von manchen Mädchen, sie wollten später den Vater heiraten. Sie spielen Prinzessin in dem Wissen, dass die Mutter die „Königin“ ist und sich nicht vom Thron werfen lässt. Wenn man Kinder in ihrer Entwicklung beobachtet oder Erwachsene psychoanalysiert, ist man erstaunt, wie vieles sich davon wiederfindet.
Weiterlesen als Mitglied.
Verwandte Artikel in diesem Blog:
- Anale Phase: Das Nein und das Mein werden stark
- Orale Phase und 8-Monats-Angst: Die Mimik der Mutter spielt eine besondere Rolle
- Triangulierung: Was ich bei Mama nicht finde, das finde ich beim Papa
- Kastrationsangst: Die Angst vor dem Friseur verstehen
- Verführungstheorie: „Der Analytiker glaubt mir ja sowieso nicht.“
Beitrag vom 28.4.2026 (begonnen am 29.7.2012)
3 thoughts on “Ödipale Phase: Im Alter von vier bis sechs Jahren wird das Geschlecht interessant”
Schreibe einen Kommentar
Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.
„Der Neid, dass Männer zum Beispiel mehr Geld verdienen oder häufiger im Beruf mehr Macht haben, zählt ebenfalls zum „Penisneid“.“
-> aus moderner, feministischer Perspektive mit ganz großer Vorsicht zu betrachten! Hätte mir gewünscht, dass diese Theorie in den historisch lang zurück liegenden Kontext gerückt wird.
Danke für den kurzen und sehr informativen Artikel. Ich schreibe momentan an meiner Abschlussarbeit, bin selbst Germanist und versuche, mir die psychoanalytische Entwicklung des Kindes und daraus (eventuell) resultierende Konflikte anzulesen, um die Figuren besser analysieren zu können. Mein Korpus besteht aus zeitgenössischen Romanen, die biografische und familiäre Entwicklungen bzw. Probleme aufgreifen und be- bzw. verarbeiten. Dadurch lässt sich nicht nur auf Ursachen in der Familie, sondern auch gesellschaftlich determinierte Konflikte herausarbeiten.
Es ist ein sehr weites, aber spannendes Feld :-)
Ich bin sehr froh und dankbar für diese Information. Habe ich doch sehr damit, bzw. mit den Folgen einer solchen Störung zu tun. Ich befinde mich in Behandlung und erlebe, wie schwer es ist, sich diese verdrängten Gefühle zu zu gestehen. Die Angst gilt es zu überwinden, was wohl der schwerste Teil dabei ist.
Danke, dass Sie das so gut und kurz erklärt haben (auch die hysterische Neurose)