Ich stehle mich davon

Die Luft ist rein, der Augenblick scheint wie für mich gemacht. Perfekt. Ich kann mich davonstehlen. Ich habe ein kleines Zeitfensterchen entdeckt, einen kurzen Moment, in dem sie nicht aufpasst. Ich bin schon durch den Türspalt. Ich rieche die Freiheit – gleich da vorne ist sie. Ich tue den ersten Schritt, dann den zweiten. Ich fühle mich etwas sicherer. Großartig. Die Beine finden Halt, ich kann gehen.

Doch wie aus dem Nichts ist sie da. Wie ein Löwe seine Beute am Hinterteil, so hat sie mich gepackt. Ich laufe noch etwas weiter, doch es hat keinen Zweck. Sie hält mich fest. Ich spüre ihr kräftiges Gebiss. Sie reißt mich nieder, ich falle zu Boden, werde mitgeschliffen von mir selbst. Ich verliere leider nicht das Bewusstsein, aber handele unbewusst in meiner Traumwelt. Ob ich jemals wieder aufwachen werde, ist die Frage.

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Beitrag vom 21.4.2026 (begonnen am 10.12.2019)

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