Der Fehlgeburt vorbeugen mit Tender Loving Care
Frauen, die ein oder mehrmals eine Fehlgeburt erlebt haben, verlieren nicht selten das Vertrauen in ihren Körper. Manchmal lassen sich jedoch keine körperlichen Ursachen für die Fehlgeburten finden. Virale Infekte, Blutgerinnungsprobleme, Autoimmunerkrankungen (z.B. ein Antiphospholipidsyndrom) und andere möglichen Störfaktoren können bei vielen Frauen ausgeschlossen werden.
Die Frauen tappen im Dunkeln, sodass bei einer erneuten Schwangerschaft viele Ängste die neue Hoffnung überschatten. Gerade in den ersten Schwangerschaftswochen kann eine intensive Begleitung durch Gespräche sinnvoll sein. So manche Frau fühlt sich jedoch allein gelassen. Du kannst durch Krankschreibung, gute Selbstgespräche und Selbstbemutterung viel bewirken. Dennoch zeigt uns gerade die Schwangerschaft, wie wenig wir selbst in der Hand haben. Beobachte dich, wenn du dir Selbstvorwürfe machst – manchmal hilft das beim Verdauen. Doch du kannst auch das Bild entwickeln, dich selbst in Ruhe zu lassen. Der Tod ist immer ganz nah – und egal, was wir tun: Wir können ihn oft nicht verhindern. Und doch können wir Tender Loving Care probieren.
Die Forscher Stray-Pedersen & Stray-Pedersen, pubmed fanden bereits 1988 heraus, dass die Rate der Fehlgeburten sank, wenn die Frauen verstärkte, unterstützende Zuwendung durch den Arzt erhielten. Die intensive Begleitung wurde unter dem Namen „Tender Loving Care“ bekannt.
85% der Frauen, die wiederholt Fehlgeburten ohne medizinischen Grund erlitten hatten und nach dieser Methode betreut wurden, konnten ihre Schwangerschaft austragen. Hingegen lag die Erfolgsquote bei nicht-behandelten Frauen bei nur 36%. Ähnliche Ergebnisse fanden auch Tupper und Weil (1960): 84% der Schwangeren konnten die Schwangerschaft unter psychologischer Begleitung zu Ende bringen, während dies nur bei 26% der Frauen ohne Begleitung der Fall war.
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Links:
Stray-Pedersen B, Stray-Pedersen S. (1984):
Etiologic factors and subsequent reproductive performance in 195 couples with a prior history of habitual abortion.
Am J Obstet Gynecol. 1984 Jan 15;148(2): 140-146
www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/.;;
Weil, Robert J. and Tupper, Carl:
Personality, Life Situation, and Communication: A Study of Habitual Abortion.
Psychosomatic Medicine, Vol. xxii, No. 6, 1960
Ghosh, J. K., Wilhelm, M. H., Dunkel-Schetter, C., Lombardi, C. A., & Ritz, B. R. (2009).
Paternal support and preterm birth, and the moderation of effects of chronic stress.
A study in Los Angeles County mothers.
Archives of Women’s Mental Health [Epub ahead of print]. doi:10.1007/s00737-009-0135-9
Springer-Link
AP Alio et al. (2010):
Feto-infant health and survival: does paternal involvement matter?
Matern Child Health J. 2010 Nov;14(6): 931-7
www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19826935
Annekathrin Bergner:
Unerwarteter Verlust und neue Hoffnung:
Fehlgeburten, ihre Verarbeitung und die Folgen für eine neue Schwangerschaft.
edoc.hu-berlin.de/dissertationen/bergner-annekathrin-2006-02-10/PDF/bergner.pdf
Beitrag vom 16.2.2026 (begonnen am 5.12.2012)