Angst im Urlaub und an Wochenenden: Wie du deinen Biorhythmus berücksichtigen kannst

„Bald fängt der Urlaub an und ich habe jetzt schon Horrorvorstellungen – so weit weg von zu Hause. Was, wenn ich im Flugzeug Panik bekomme und raus will?“ Vielleicht gehts dir ja ähnlich. Viele fühlen sich im Urlaub wie auf Stelzen.
„Ich habe immer so ein unangenehmes Wattegefühl im Kopf“, sagt eine junge Frau im Urlaub. „Nachts kann ich vor Angst nicht schlafen. Ich denke ständig daran, wie weit weg ich von zu Hause bin. Ich kann mir nicht vorstellen, wie ich den Rückflug bewerkstelligen soll“ – so ging es mir selbst einmal in einem Urlaub. Eine japanische Studie (2006) mit 146 Panik-Patienten fand heraus, dass die Panikstörung der Teilnehmer im August und im Dezember besonders schlimm war. Die Angst hat also möglicherweise einen zirkannualen Rhythmus = Jahrersrhythmus. Die Autoren gehen davon aus, dass Menschen mit Panikstörungen wetterempfindlicher sein könnten als Menschen ohne diese Störung.
Eine Studie mit 900 Angst-Patienten zeigt, dass Panikattacken relativ selten mittwochs und donnerstags vorkommen, sehr oft jedoch samstags und besonders oft sonntags. Es ist der zirkaseme Rhythmus (= Wochenrhythmus) der Angst.
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Links:
Li-Ting Kao et al. (2014):
Weekly and Holiday-Related Patterns of Panic Attacks in Panic Disorder: A Population-Based Study
doi.org/10.1371/…, journals.plos.org/… „Daily frequencies showed a trough on Wednesday-Thursday, followed by a sharp increase on Saturday and a peak on Sunday.“
Toshiyuki Ohtani et al. (2006)
Sensitivity to seasonal changes in panic disorder patients. Psychiatry and Clinical Neurosciences, Volume 60, Issue3, June 2006: Pages 379-383, doi.org/… , onlinelibrary.wiley.com/… : „Frequency of the panic attack was found to fluctuate seasonally, with peaks in August and December … The present results indicate that panic disorder patients may be more sensitive to seasonal and meteorological factors than the general population and become more fragile in a specific season or months.“
JP Crawford (1979)
Endogenous anxiety and circadian rhythms. Br Med J. 1979 Mar 10;1(6164):662, doi: 10.1136/bmj.1.6164.662, pmc.ncbi.nlm.nih.gov/… „His symptoms were of nameles dread, apprehensive tension, loss of appetite, nausea, diarrhoea, and difficulty in getting to sleep … five separate periods, each of several consecutive days, could be identified, during which he was either continuously symptom free or moderately to severely anxious every evening.“
Miranda Van Tilburg et al. (2010):
Mood Changes in Homesick Persons during a Holiday Trip: A Multiple Case Study. Psychother Psychosom (1996) 65 (2): 91–96. doi.org/…, karger.com/… „Homesickness is characterized by negative mood which is not necessarily reflected in significantly changed salivary cortisol levels. Feelings of homesickness are not only experienced during absence from home, but may occur also in anticipation to a leave.“
Beitrag vom 19.4.2026 (begonnen im Urlaub am 19.7.2014)
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4 thoughts on “Angst im Urlaub und an Wochenenden: Wie du deinen Biorhythmus berücksichtigen kannst”
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Wie schön gesagt, liebe meloon! Ja! Es spricht auch nichts dagegen, den sonnigen Vormittag einmal im Hotelzimmer zu verbringen und Kindersendungen wie „Heidi“ im ZDF zu gucken :-) Früher lag in den Hotels in der Schublade auch oft eine Bibel. Das findet man leider nur noch selten.
Hallo, danke für diese Gedanken.
Etwas das mir noch hilft ist: beim Vorbereiten einer Reise mir zu überlegen, welche kleinen Abläufe, Rituale und eigene „Wohnkultur-elemente“ ich gerne mitnehmen möchte. Und dieses Gewohnte dann da auch für mich an einem fremden Ort leben. Dann habe ich das Gefühl, einen Teil meines vertrauten Lebens immer dabei zu haben. Das sind für mich zB eine kleine Lampe mitnehmen die ich mag, oder der Tee, den ich immer trinke, oder eine kleine Decke für meine Meditation. Kleine vertraute Dinge, manchmal sind es auch gerade die „sinnlosen“. Liebe Grüße
Hallo Charlotte, mit deinen ersten Sätzen schreibst Du mir aus dem Herzen, aber was ist falsch daran zuhause zu bleiben, wenn man sich dort am wohlsten fühlt? Habe nur das Problem andere mit meinem Verhalten zu enttäuschen, aber ich lasse den anderen (Mann+Sohn) auch die Freiheit zu tun was sie wollen, also sprich zu verreisen, solange ich nur zuhause bleiben darf. LG
Interessant und irgendwie schön zu wissen, dass es anderen auch so geht! Es ist auch die Angst vor dem Ungewohnten, Unkontrollierbaren und dass man keinen Zugang zu seinen gewohnten Strategien hat, sich selber zu beruhigen und für sich selbst dazusein, besonders wenn man nicht viel selber entscheiden kann im Urlaub. Aber irgendwie ist es auch keine Lösung, nicht in den Urlaub zu fahren. Das Leben will ja erlebt werden und der Alltag ist nicht alles!