Medikamente oder Festhalten wider Willen gibt es hier nicht: Die Soteria-Kliniken sind psychiatrische Kliniken, in denen psychotische Patienten Geborgenheit finden. In einem angenehmen Raum werden die akut psychiatrischen Patienten von einem Betreuer rund um die Uhr begleitet. Der Psychiatrie-Professor Loren R. Mosher (1933 – 2004) aus San Francisco (USA) brachte die Idee der sanften Psychiatriekliniken Ende der 60er Jahre auf. Der Schweizer Psychitrie-Professor Luc Ciompi (geb. 1929) eröffnete 1984 die erste Soteria-Klinik in Bern (Schweiz). Eine Liste von Soteria-Kliniken finden Sie auf der Website Soteria-Netzwerk.de. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Gabi Eder, Pixelio) [Read more...]
Soteria – Psychiatrische Kliniken mit Geborgenheit
Negativsymptome
Mit “Negativsymptomen” werden in der Psychiatrie die Symptome bezeichnet, die den Patienten passiv, freud- und leblos erscheinen lassen. Bei “Negativsymptomen” handelt es sich sozusagen um “mangelnde Lebendigkeit”. Dazu gehören beispielsweise Antriebslosigkeit, Freudlosigkeit, kein Ansprechen auf Motivation von außen, Schweigsamkeit, Bewegungsarmut, Energiemangel und/oder beeinträchtigte Aufmerksamkeit. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Claudia Zantopp, Pixelio)
Wie sich das Denken entwickelt –
Harold Searles und die Psychosentherapie
Gesunde Erwachsene können abstrakt denken. Sie können zum Beispiel Symbole verstehen: Das “Herz” steht zum Beispiel für die Liebe – Erwachsene denken in diesem Zusammenhang eher selten an ein konkretes, echtes Herz. Sie können sich innerlich ein Urlaubsziel ausmalen und stressige Zeiten überstehen, indem sie sich auf den Urlaub freuen und sich ihr Urlaubsziel immer wieder vorstellen. Gesunde Erwachsene können auch denken, dass sie heute vielleicht “weiß wie die Wand” aussehen und verstehen darunter, dass sie ganz blass sind. Bei schweren psychischen Störungen, wie z.B. bei Psychosen, ist dieses “freie” und abstrakte Denken eingeschränkt – oder es hat sich sogar nie entwickelt. Der amerikanische Psychoanalytiker Harold Searles (geb. 1918) ist als Spezialist für die Psychotherapie bei Schizophrenien bekannt. Er hat in seinem Buch “Der psychoanalytische Beitrag zur Schizophrenieforschung” sehr anschaulich beschrieben, wie sich das Denken Schizophrener vom Denken Gesunder unterscheidet und wie es sich vom krankhaften, konkreten Denken zum reiferen, abstrakteren Denken entwickelt. Searles vergleicht diese Entwicklungsschritte mit denen, die ein Kind durchläuft. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Lupo, Pixelio) [Read more...]
Entsymbolisierung
“Entsymbolisierung” ist ein Begriff, den der Psychoanalytiker Harold F. Searles geprägt hat. Kinder lernen im Laufe ihrer Entwicklung, nicht alles wörtlich zu nehmen, sondern auch Sinnbilder (Metaphern) und Symbole zu verstehen. Harold Searles beschreibt, dass bei schizophrenen Patienten diese Entwicklung manchmal wieder zurück läuft: Während viele Patienten früher sehr wohl Sinnbilder verstanden haben, nehmen sie in der Schizophrenie wieder alles wörtlich. Konnte der Patient vorher verstehen, dass “blau machen” eigentlich “Arbeit schwänzen” bedeutet, so stellt er sich infolge der Entsymbolisierung vor, dass da tatsächlich jemand etwas “blau macht”, also einem Gegenstand blaue Farbe verleiht. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Steffi Pelz Pixelio) [Read more...]
Konkretistisches Denken
Wenn kleine Kinder das Wort “Kreislaufprobleme” hören, denken sie, da hätte jemand Probleme damit, im Kreis zu laufen. Kleine Kinder können nur konkret denken, sie haben ein “konkretistisches” Denken. Redensarten und Wortbilder (Metaphern) zu verstehen, gelingt ihnen erst im Laufe ihrer Entwicklung. So ist es mit psychotischen Patienten sehr oft auch: Sie nehmen alles wörtlich und meinen das, was sie sagen, ebenfalls wörtlich. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Rita Köhler, Pixelio) [Read more...]
Neurose und Psychose
Die Neurose ist eine psychische Störung, bei der die Betroffenen unter den verschiedensten Symptomen wie Ängsten, Depressionen oder Zwängen leiden, ohne jedoch den Bezug zur Realität zu verlieren. Der Betroffene bemerkt, dass das, was er denkt oder tut, ein “bisschen verrückt” ist, aber dass die Wirklichkeit anders aussieht. Bei der Psychose hingegen geht der Realitätssinn phasenweise ganz verloren. (Text und Bild: © Dunja Voos) [Read more...]
Positivsymptome
Mit “Positivsymptomen” werden in der Psychiatrie die Symptome eines Patienten bezeichnet, die quasi “überschäumend” sind. Dazu gehören zum Beispiel Halluzinationen (der Patient sieht oder hört etwas, das in der Außenwelt nicht vorhanden ist) oder Wahnvorstellungen (der Patient fühlt sich beispielsweise verfolgt oder denkt, er würde verarmen). Auch die motorische Unruhe, also der überstarke Bewegungsdrang, gehört zu den Positivsymptomen. [Read more...]
“IRRE!” Zunächst positiv überrascht
“Chirurgen sind die natürlichen Feinde der Psychiater”, sagt der Psychiater Manfred Lütz in seinem Buch “Irre! Wir behandeln die Falschen” (Gütersloher Verlagshaus). Auch Psychoanalytiker gehören wohl häufig zu den “natürlichen Feinden” der Psychiater. Da ich psychoanalytisch orientiert bin und Bücher meistens von hinten anfange zu lesen, war ich zunächst positiv überrascht. Manfred Lütz erklärt liebe- und humorvoll, was es mit psychischen Erkrankungen auf sich hat. (Text: © Dunja Voos, Bild: Buchcover, © Gütersloher Verlagshaus) [Read more...]
Schizophrenie
Die Schizophrenie ist eine psychische Störung, bei der die Betroffenen teilweise den Bezug zur Realität verlieren. Sie leiden unter Symptomen wie Wahnvorstellungen, Halluzinationen oder Störungen im Ich-Erleben. Diese Symptome werden auch als “Plus-Symptome” bezeichnet. Der Betroffene ist unruhig, fühlt sich beispielsweise verfolgt (Verfolgungswahn) oder ist überzeugt davon, zu verarmen (Verarmungswahn). Hört der Patient Stimmen, oder sieht er Dinge, die gar nicht da sind, so leidet er unter Halluzinationen (akustische bzw. optische Halluzinationen). (Text: © Dunja Voos, Bild: © Rainer Sturm, Pixelio) [Read more...]
Mehrsprachiges Psychose-Portal
Wer an einer Psychose leidet, findet oft kaum Worte für sein Befinden. Wer nur wenig deutsch spricht, hat es hierzulande noch schwerer. Die Website www.psychose.de klärt auf – und zwar mehrsprachig. Betroffene und ihre Angehörigen finden hier Informationen auf englisch (www.psychosis-bipolar.com), türkisch (www.psikoz-bipolar.com) und russisch (www.psihos.ru). Die Website wurde vom “Arbeitsbereich Psychosen” der Uniklinik Hamburg-Eppendorf entwickelt. (Text: © Dunja Voos, Bild: © www.psychose.de und www.burlon-design.de) [Read more...]



