Hyperventilation

“Hilfe, ich ersticke”, denkt sich so mancher, der gerade hyperventiliert. Die plötzliche Atemnot ist ziemlich erschreckend. Wer schon länger darunter leidet, hat vielleicht schon häufiger den Arzt aufgesucht – doch die Untersuchungen bleiben ohne Ergebnis.

Leiden ohne Diagnose

Bei Atemnot ohne körperliche Erkrankung handelt es sich meistens um Hyperventilation. “Hyper” ist die griechische Bezeichnung für “zuviel”. Es findet also ein “Zuviel” an Atmung statt. Der Körper erhält mehr Sauerstoff als gewöhnlich, so dass das Gehirn meldet: “Stopp, es reicht, mal kurz die Luft anhalten.” Das empfinden wir als Atemnot.

Hyperventilation und dramatische “Rettung”

Viele Filmszenen zeigen dramatische Situationen, in denen junge Frauen hyperventilieren und die dann durch eine Plastiktüte vor dem Gesicht von einem attraktiven Arzt “gerettet” werden. Auch in der Realität kommt es vor, dass unsensible Ärzte den Patientinnen (meist sind es Frauen) eine Tüte vor die Nase halten, was die Situation natürlich nicht wirklich entspannt. Der Trick mit der Tüte ist der: Wenn zu viel Sauerstoff im Blut ist, dann ist relativ zu wenig Kohlendioxid darin. Atmet man in eine Plastiktüte aus und danach wieder ein, so atmet man das Kohlendioxid aus der eigenen Ausatemluft wieder ein. So gleicht man das Verhältnis der Atemgase im Körper langsam wieder aus. (Diese Methode natürlich nicht bei Asthma anwenden.)

Hyperventilation und sanftere Maßnahmen

Wenn einem die Atemnot zeigt, dass man gerade hyperventiliert, dann reicht es oft, den eigenen Arm vor die Nase zu halten und in den Ärmel ein- und auszuatmen oder kurz die Luft anzuhalten. Manchmal hilft es auch, den Raum zu verlassen und draußen vor der Tür zu sagen: “Ich bin sooooo sauer!” Denn oft ist Hyperventilation ein Anzeichen unbemerkten Ärgers. Nicht selten passiert es, dass Menschen hyperventilieren, gerade wenn sie mit Menschen zusammen sind, die ihnen viel bedeuten. Wer sich dann nicht traut, Ärger angemessen auszusprechen, der hyperventiliert. Fast immer ist der Ärger noch nicht einmal bewusst. Dann wird es einem eng ums Herz und man will sich Luft verschaffen. Wortwörtlich.

Hyperventilation ist harmlos

Auch, wenn es sich furchtbar anfühlt – die Hyperventilation an sich ist harmlos. Selbst, wenn es zu einer so genannten “Tetanie” kommt, bei der sich die Hände infolge des unausgeglichenen Sauerstoff-Kohlendioxid-Verhältnisses verkrampfen, gehen die Symptome rasch und folgenlos zurück.

Psychotherapie kann helfen

Hyperventilation kommt manchmal in aufregenden Lebensphasen vor. Prüfungssituationen und Hochzeiten sind typische Beispiele. Sollte sie jedoch so ausgeprägt vorkommen, dass sie zu einem Leidensdruck führt, dann kann es hilfreich sein, sich an einen Arzt mit dem Zusatztitel “Psychotherapie” oder “psychosomatischer Grundversorgung” oder einen Psychologen zu wenden. In tiefenpsychologischen Sitzungen findet man oft heraus, welche Situationen zur Hyperventilation führen und welche Gefühle nicht gefühlt werden. Es können beispielsweise Ärgergefühle dahinter stecken, manchmal aber auch die Erinnerung an einen sexuellen Missbrauch. Häufig leiden Patienten mit einer Angststörung darunter.

Adressen:

Wer sich für eine tiefenpsychologische Therapie interessiert, der findet Adressen auf der Website der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung (DPV), www.dpv-psa.de.

Linktipp:

www.panikattacken.at

2 Kommentare zu “Hyperventilation”

  1. Carsten
    Januar 12th, 2009 22:00
    1

    Hallo,
    gibt es homöopathische Mittel wenn Hyperventilation auftritt? Habe das Internet bis sonstwo durchforstet, aber nichts wirklich brauhcbares gefunden.
    Gruß Carsten

  2. Dunja
    Januar 13th, 2009 07:32
    2

    Lieber Carsten,

    zum einen ist die Homöopathie eine sehr individuelle Heilmethode. Ein Erstgespräch beim Homöopathen wird mindestens eine Stunde dauern. Der Homöopath wird nicht nur Ihre Hyperventilation anschauen, sondern Sie als ganzen Menschen. Zum anderen ist es aber auch so, als suchten Sie ein Mittel, mit dem Sie beim Tauchen länger die Luft anhalten können. Hyperventilation ist meist eine Frage von psychischen Auslösern und Atemtechnik.

    Viele Grüße von Dunja Voos

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