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Weinen hat viele Formen: Wenn die Tränen aus Trauer fliessen, sind wir ganz bei uns. Lass dir Zeit zum Trauern

Wir können vor Wut heulen oder tief-traurig schluchzen. Wir können leise in uns hieinweinen oder vor Angst wimmern. Sind wir überwältigt von Freude oder Schmerz, können uns ebenfalls die Tränen kommen. Je nach Art des Weinens reagiert auch unser Gegenüber: verunsichert, selbst traurig und tröstend, mitfühlend, schweigend oder genervt. Weiterlesen

Buchtipps: Die rote Couch von Irvin D. Yalom und: Und Nietsche weinte

Es ist schon rührend wie Irvin D. Yalom, emeritierter Psychiatrieprofessor der Stanford University, die Psychoanalyse immer wieder (ironisch) verteidigt und wie er sorgen- und humorvoll schreibt, wie andere Verfahren den Markt erobern: „Der Feind war bereits … nahe …: Biofeedback und Muskelentspannung gegen krankhafte Angstzustände; Implosion oder Desensibilisierung gegen Phobien; Medikamente gegen Depressionen … und dann all die verfluchten ‚Zwölf-Punkte‘-Gruppen für alles andere!“ (Die rote Couch, S. 247). Doch wird der Psychiater Irvin Yalom in seinem Buch der Psychoanalyse gerecht? Weiterlesen

Scham, Sexualität und Autofahren – wie hängt das zusammen?

Der Führerschein ist da und man rast. „Mann, kann der Auto fahren!“, sollen die Leute denken. Doch es ist nicht die Kunst, aufs Gas zu treten. Es ist die Kunst, die richtige Dosierung zu finden und auf dem verschneiten Berg mit Geschick so anzufahren, dass man den Vordermann nicht berührt. Erst mit der Zeit kommen Gefühl und Erfahrung zusammen, sodass das Fahren geschmeidig wird. Ähnlich ist es mit der Sexualität: Vielen fällt es leicht, mit jemandem „in die Kiste zu springen“. Manche haben kein Problem damit, sich nackt zu zeigen und lieben die „schamlose Provokation“. Doch was Scham bereitet, ist die feine Dosierung. Weiterlesen

Spielen können ist so wichtig – über den Als-ob-Modus und den Modus der psychischen Äquivalenz

Wenn kleine Kinder großen Kummer haben, können sie zeitweise nicht spielen. Sind Mama und Papa dabei und ist alles in Ordnung, zeigen die Kinder wieder Interesse an ihrer Umwelt und finden ins Spiel. Wenn Kinder spielen, sind sie innerlich im „Als-ob-Modus“ (englisch: „As-if-mode“). Dieser psychische Zustand, in dem wir innerlich spielen, uns Dinge vorstellen, planen oder träumend unseren Gedanken nachhängen, ermöglicht es uns, psychisch zu funktionieren. Es ist gut, wenn Eltern auf den „Als-ob-Modus“ spielerisch reagieren können.Weiterlesen

Psychoanalyse und Quantenphysik: Wenn sich zwei Teilchen wirklich nahe sind

Liebe sei nichts anderes als die hohe Konzentration des Bindungshormons Oxytocin, sagen manche. Und doch spürst du: Liebe ist nicht nur Chemie, Biologie und Physik. Da ist mehr. „Die Psychoanalyse lässt sich nicht messen“, sagen manche – und ich meine es auch. Der Grund ist vielleicht der, dass sich die Liebe ebenso wenig messen und festhalten lässt wie eine flüchtige und überraschende Kommunikation von „Unbewusst zu Unbewusst“. Weiterlesen

So ist Einsamkeit

Du besuchst jemanden, dessen Tisch reich gedeckt ist, während Du selbst darbst. Du kannst das duftende Essen riechen. Du siehst, wie zufrieden der andere ist. Er hat einen Partner, Berührung, Kinder, Familie. Du klagst ihm Dein Leid. Du führst ein ausgeschlossenes Leben. Und dann stehst Du – vielleicht etwas gesättigt – wieder auf und gehst nach Hause. In die leere Kammer. Während Du weißt, oder meinst, zu wissen, dass der andere genug hat. So ist Einsamkeit. Weiterlesen

Unsere Emotionen sind rhythmisch und hängen auch vom vegetativen Nervensystem ab

Wenn wir richtig traurig sind und weinen, dann können wir uns nach einer Weile etwas beruhigen und das Weinen hört auf. Doch dann kommt eine neue Welle und wir müssen wieder schluchzen. Bei Panikattacken ist es ähnlich: Die Panikattacke schwillt an, bleibt auf einem Plateau, lässt nach Minuten etwas nach und beginnt wieder von vorne. Auch bei Übelkeit und Erbrechen können wir diese Wellen spüren. Das vegetative Nervensystem spielt hier eine große Rolle. Weiterlesen

In mir wohnt ein Monster …

In mir wohnt ein Monster, das greift mich an. Es rüttelt mich, es schüttelt mich, es will mich unglücklich machen. Es macht mir Schmerzen und nimmt mir die Luft zum Atmen. Das Monster hat immer Hunger und will von mir gefüttert werden. Es lässt mich in Ruhe, wenn ich es füttere, doch es braucht eine sehr spezielle Nahrung. Es will kein Fleisch und kein Gemüse. Es ernährt sich von meinem Unglück. Wenn ich es mit meinem Unglück füttere, dann ist es ruhig, besänftigt, satt. Für eine Weile. Und ich kann heimlich, still und leise ein paar Fort-Schritte machen. Doch sobald es unruhig wird, muss ich zusehen, dass sich neues Unglück ereignet. Wenn das neue Unglück eingetreten ist, wird das Monster wieder ruhiger.Weiterlesen

Ob alles oder nichts mehr passt, hängt oft von einer einzigen Beziehung ab

"Ich bin so unzufrieden! Nichts kann man mir recht machen. Alles scheint in einer Sackgasse zu enden", sagt die Patientin. Sie versteht die Welt nicht mehr. Doch bevor wir uns an jede einzelne Baustelle begeben, bevor wir schauen, wo es überall hakt und hinkt ...

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Buchtipp: Betty Joseph: Psychisches Gleichgewicht und psychische Veränderung

Das Buch „Psychisches Gleichgewicht und psychische Veränderung“ von der britischen Psychoanalytikerin Betty Joseph (geb. 1917) bestellte ich mir gleich, nachdem ich Betty Joseph auf dem Youtube-Video „Encounters through Generations“ gesehen hatte. Auf diesem Video des Britischen „Institute of Psychoanalysis“ ist eine höchst vitale, über 90-jährige Psychoanalytikerin zu sehen, die darüber spricht, was man braucht, um Psychoanalytikerin zu werden. „A sense for the truth“, ist einer der Punkte, den sie dabei hervorhebt. Weiterlesen