Willkommen

Wo im Körper fühlst du Gefühle?

Scham ist blitzschnell mit einem hochroten und heissen Kopf verbunden. Sehnsucht und Trennungsschmerz spürst du vielleicht am meisten in der Brust, weil du deinen liebsten Menschen an dich drücken und ihn „an dein Herz nehmen“ möchtest. Unterdrückten Ärger spürst du vielleicht im Hals, weil der Schrei dir im Halse stecken bleibt. Kinder haben bei stärkeren Gefühlen meistens einfach Bauchweh. Psychische Schmerzen, die du für dich behältst, bereiten dir vielleicht körperliche Beschwerden, doch wenn du darüber schreiben oder sprechen kannst, geht es dir besser. Weiterlesen

„Ich finde keinen Psychotherapeuten!“ Du kannst auch in eine Privatpraxis gehen

Es gibt Psychotherapeuten, die einen sogenannten „Kassensitz“ haben (= eine Kassenzulassung haben). Das sind die Psychotherapeuten, bei denen die Therapie ganz normal von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt wird. Diese Pychotherapeuten nennt man auch „Vertrags-Psychotherapeuten“. Wenn du schon länger auf der Suche nach einem Psychotherapeuten bist, aber keinen Platz gefunden hast, kannst du dich an eine Privatpraxis, also an einen Psychotherapeuten ohne Kassenzulassung wenden. Weiterlesen

Wie werde ich Psychoanalytiker*in? Über die emotional korrigierende Erfahrung

Wenn wir eine strenge Mutter hatten, dann brauchen wir eine weiche Psychotherapeutin, damit wir eine emotional korrigierende Erfahrung machen können. Nur so können wir gesund werden. Meinen wir. Doch so leicht geht es oft nicht. Wir sehnen uns so sehr danach, selbst eine „emotional korrigierende Erfahrung“ zu machen oder sie unseren Patienten zur Verfügung zu stellen, dass wir uns da vielleicht manchmal verausgaben. Auch wir selbst als Psychotherapeuten suchen immer wieder nach Chancen, bisher negativ Erlebtes endlich einmal in einer positiven Variante erleben z können.Weiterlesen

Hass – ein tiefes Gefühl. Es geht um Leben und Tod.

Hass taucht dann auf, wenn wir zutiefst verletzt werden. Die Mutter hasst den Vater, der ihr das Baby wegnimmt – oder umgekehrt. Es ist ein Hass ohne Boden, ein Leere-Hass, ein Angst-Hass, ein Verzweiflungs-Hass, ein unerträgliches Gefühl der Ohnmacht. Du wirst fallen gelassen. Das Kind hasst die Lehrerin, die es zu etwas zwingt, was es nicht will. Weiterlesen

Bei Druckgefühlen und Suiziddruck kannst du dir mit Dehnübungen helfen

Wenn du Druck spürst, ist es vielleicht, als würde jemand auf deine Seele drücken – auf dein Herz und deine Atmung. Jeder Muskel in dir spannt sich an. Die Reaktion ist verständlich: Wenn du dich in einer bedrohlichen Zweier- oder Gruppensituation befindest, spürst du Druck. Doch Du spürst den Druck vielleicht auch noch, wenn du schon längst diejenigen, die dir „Druck“ gemacht haben, verlassen hast. Besonders finanzieller Druck kann noch sehr dachdrücken. Am Wochenende denkst du daran, auf welche Weise der andere dich verletzt hat und was er alles zu dir gesagt hat! Diese Vorstellung und Erinnerung spürst du als Druck. Körperliche Dehnübungen können bei Druckgefühlen helfen.Weiterlesen

Wie werde ich Psychoanalytiker*in? Präverbale Zustände erfassen durch Reverie

Hält eine Mutter ihr Baby im Arm, träumt sie. Sie schaut es an und erahnt dabei, was in ihm vorgehen mag – Psychoanalytiker sprechen vom „träumerischen Ahnungsvermögen der Mutter“. Wir kennen das: Manches bekommen wir viel besser mit, wenn wir verträumt sind. Wir haben etwas nur „aus dem Augenwinkel“ gesehen, aber wir haben es doch wahrgenommen. Weiterlesen

Wenn die Familie dich krank macht

Kürzlich sprach ich mit der „verzweifelten“ Ehefrau eines depressiven Mannes. Sie redete wie ein Wasserfall, klagte unentwegt und gab ihr ungeheures Wissen über Depressionen preis. Ich fragte sie: „Wie geht es Ihnen denn? Ist das nicht furchtbar schwer?“ Fröhlich sagte sie: „Och nö, mir geht’s gut. Mich spornt die ganze Geschichte nur an.“ Offensichtlich befand sich dieses Paar in einem Gleichgewicht: Der Mann war depressiv und stabilisierte dadurch seine Frau. Wie würde es der Frau gehen, wenn es ihrem Mann besser ginge? Weiterlesen

Psychoanalyse macht aus dem leeren Schmerz etwas Lebendiges

„Du hast doch eine Psychoanalyse gemacht – wie kommt es denn, dass Du immer noch unter Einsamkeit, Ängsten und Neid leidest?“, höre ich manchmal. Und auch ich frage mich, wie ich den Unterschied zwischen Vorher und Nachher beschreiben könnte. Weiterlesen

Selbstverletzendes Verhalten: zwischen Zerstörung und Selbstfürsorge

Ein Mädchen ritzt sich, nachdem ihr Vater plötzlich das Besuchswochenende abgesagt hat. Mit den Schnitten in den Unterarm befreit es sich vom Druck, aber es entsteht auch Scham. Sie hasst sich selbst: Wäre sie gut genug, würde der Vater kommen, so der Gedanke. Sie spürt die unausweichliche Anspannung – vielleicht auch die Spannung des Alleinseins oder des engen Zusammenseins mit der Mutter. Auch Wut auf den Vater kann auftauchen. Vielleicht will das Mädchen eigentlich andere verletzen, aber das geht nicht – also verletzt sie sich selbst. Wenn sie sich schneidet, spürt sie ihr warmes Blut. Das entspannt sie. Sie findet zu sich selbst zurück, spürt ihren Körper. Und dann umsorgt sie sich, indem sie ihre Wunden desinfiziert und sich den Arm verbindet. Weiterlesen

Wie werde ich Psychoanalytiker*in? (Beispiel DPV) Muss der Ausbildungspatient auf der Couch liegen?

Wer bei der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung (DPV) die Ausbildung zum Psychoanalytiker macht, beendet diese mit einem Kolloquium, in dem man einen seiner beiden Ausbildungsfälle ausführlich vorstellt. Die DPV steht für die Psychoanalyse mit vier Sitzungen pro Woche im Liegen auf der Couch. Was aber, wenn ein Patient, also ein sogenannter „Ausbildungsfall“, sich nicht auf die Couch legen will bzw. kann? Ist dann der Abschluss möglich? Weiterlesen