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Psychoanalyse macht aus dem leeren Schmerz etwas Lebendiges

„Du hast doch eine Psychoanalyse gemacht – wie kommt es denn, dass Du immer noch unter Einsamkeit, Ängsten und Neid leidest?“, höre ich manchmal. Und auch ich frage mich, wie ich den Unterschied zwischen Vorher und Nachher beschreiben könnte. Weiterlesen

Selbstverletzendes Verhalten: zwischen Zerstörung und Selbstfürsorge

Ein Mädchen ritzt sich, nachdem ihr Vater plötzlich das Besuchswochenende abgesagt hat. Mit den Schnitten in den Unterarm befreit es sich vom Druck, aber es entsteht auch Scham. Sie hasst sich selbst: Wäre sie gut genug, würde der Vater kommen, so der Gedanke. Sie spürt die unausweichliche Anspannung – vielleicht auch die Spannung des Alleinseins oder des engen Zusammenseins mit der Mutter. Auch Wut auf den Vater kann auftauchen. Vielleicht will das Mädchen eigentlich andere verletzen, aber das geht nicht – also verletzt sie sich selbst. Wenn sie sich schneidet, spürt sie ihr warmes Blut. Das entspannt sie. Sie findet zu sich selbst zurück, spürt ihren Körper. Und dann umsorgt sie sich, indem sie ihre Wunden desinfiziert und sich den Arm verbindet. Weiterlesen

Wie werde ich Psychoanalytiker*in? (Beispiel DPV) Muss der Ausbildungspatient auf der Couch liegen?

Wer bei der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung (DPV) die Ausbildung zum Psychoanalytiker macht, beendet diese mit einem Kolloquium, in dem man einen seiner beiden Ausbildungsfälle ausführlich vorstellt. Die DPV steht für die Psychoanalyse mit vier Sitzungen pro Woche im Liegen auf der Couch. Was aber, wenn ein Patient, also ein sogenannter „Ausbildungsfall“, sich nicht auf die Couch legen will bzw. kann? Ist dann der Abschluss möglich? Weiterlesen

Natur lindert Einsamkeit – und hilft bei der Naturdefizitstörung (NDS)

Der Ursprung des Lebens liegt im Wasser. Die „Seele“ kommt – lautmalerisch gesprochen – aus dem „See“ und wohl die meistens Menschen fühlen sich in der Natur wohl. Die Verbindung zur Natur lindert Einsamkeitsgefühle. Der Kalifornier Richard Louv – Autor von Büchern über die Beziehung zur Natur – hat den Begriff „Naturdefizit-Störung“ (NDS) geprägt: Kinder, die zu wenig Möglichkeiten haben, sich in der Natur zu bewegen, werden oft verhaltensauffällig. Weiterlesen

Unser Wollen ist eine grosse Kraft. Und was, wenn der Wille schwindet?

Unser Wille ist Energie. Mein Wille ist verbunden mit einer körperlichen und psychischen Kraft. Ich spanne die Muskeln an, balle die Hânde zur Faust, schlage auf die Brust und sage: „Ich will!“ Stark auch ist unser „Ich will nicht!“ Wir spüren unsere Lebenskraft und unsere (Körper-)Grenzen. „Des Menschen Wille ist sein Hilmmelreich“, sagen wir und hoffen inständig, dass nach dem Tod das eintritt, was wir uns erhoffen. Weiterlesen

Arbeiten nach dem Kostenerstattungsverfahren: So gehe ich vor

Manche Psychoanalytiker und Psychotherapeuten haben keinen Kassensitz, das heißt, die Krankenkassen übernehmen nicht so selbstverständlich die Kosten wie bei einem Vertragspsychotherapeuten (ein Vertragspsychotherapeut hat Verträge mit den gesetzlichen Krankenkassen geschlossen). Psychologen oder Ärzte mit abgeschlossener Psychoanalyse- bzw. Psychotherapie-Ausbildung können jedoch nach dem „Kostenerstattungsverfahren“ mit den gesetzlichen Krankenkassen zusammenarbeiten. Weiterlesen

Psychosomatische Beschwerden: Schuld, Selbstbestrafung oder sinnvolle Körpererfahrung? „Der Fall Harry Guntrip“

Heutzutage kämen die Themen „Schuld, Überich und Selbstbestrafung“ nicht stark genug in der Psychoanalyse vor, höre ich manchmal. Der kanadische Psychoanalytiker Donald L. Carveth hat zu diesem Thema einen Beitrag veröffentlicht: „Self-Punishment as Guilt Evasion: The Case of Harry Guntrip“ (Canadian Journal of Psychoanalyis, 15,1, 2007, PDF), zu deutsch: „Selbstbestrafung als Flucht vor der Schuld: Der Fall Harry Guntrip.“ Hier beschreibt Carveth, wie der Psychoanalytiker Harry Guntrip, der seine Lehranalysen bei Ronald Fairbairn und Donald Winnicott gemacht hat, seine Analyse nicht zu Ende gedacht habe und auf einer Art paranoid-schizoider Position stehengeblieben sei. Weiterlesen

Körperhaltungen im Schlaf können nächtliche Panikattacken auslösen. Symbole weisen auch auf Körperliches hin

„Ich wache nachts oft auf, bekomme Herzrasen und dann eine furchtbare Panikattacke.“ Nicht wenige Menschen kennen plötzliche Panikattacken in der Nacht. Es gibt viele Erklärungen: zu schwere Kost am Abend, vorbewusste Gedanken im Halbschlaf, beängstigende Träume, sexuelle Konflikte, körperliche Ursachen wie Schilddrüsenfunktion, Medikamente oder Unterzuckerung werden häufig genannt. Doch was kaum berücksichtigt wird ist die Frage nach der Körperhaltung. Weiterlesen

„Wenn’s mir gut geht, geht’s mir schlecht.“

„Wenn ich mich entspanne und mich eigentlich wohlfühle, geht’s mir auf einmal ganz schlecht“, sagst du vielleicht. Manche fühlen sich depressiv, kurz nachdem sie von körperlichen Schmerzen befreit worden sind oder wenn eine beschwerliche Zeit beendet ist. Die Psyche hat da manchmal ihre ganz eigene Logik. Wer von der Mutter früh und andauernd gequält wurde, der empfindet unter Umständen unbewusst: Abwesenheit von Schmerz gleich Abwesenheit der Mutter. Weiterlesen

Mit der Unsicherheit leben lernen, negative Gedanken stehenlassen

Die Sicherheit ist unsere Geliebte. Das Bedürfnis nach Sicherheit zählt zu unseren Grundbedürfnissen. Die Unsicherheit, unsere Feindin, lauert uns überall und jeden Tag auf. Unsicherheit aushalten zu lernen ist eine hohe Kunst. An der Hand eines Freundes lässt es sich besser ertragen, wenn man nicht weiß, wie es morgen weitergehen soll. Unsicherheit fühlt sich an, als stünde man auf einem Hochseil und müsste den nächsten Schritt setzen, ohne wirklich gut balancieren zu können.Weiterlesen