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Der Schmerz des Unterschieds

Ich dachte, es sei normal: das Geschreie, das Gezerre, das Gesperre, der Mangel, der Liebesentzug, die blauen Flecken, der Alkoholgeruch, die Lügen, das Drama, die Nacktheit. Irgendwann dämmerte es mir. Ich fragte mich, ob es wirklich normal sei. Bis eines Tages Einer kam und mich freundlich behandelte. Da tat sich ein riesiger Schmerz auf: Der Schmerz des Unterschieds. Was hatte ich alles verpasst? Was fehlte mir da? Ein großer Schrei machte sich breit. Es dauerte lange, bis ich den Frieden, die Ruhe, die Freundlichkeit und Zärtlichkeit ertragen konnte. Bis sie mir nicht mehr weh taten. Bis ich sie genießen konnte. So oder ähnlich geht es vielen Menschen, die aus psychisch kranken Familien kommen.

Die Welt voller Amuse-Gueules

„Herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Prüfung“, sagt der Lehrer und legt seine warmen Hände um meine Hand. „Na? Hamm’wers geschafft?“, sagt der beste Freund und klopft mir auf die Schulter. „Es macht Spaß, mit dir Musik zu machen“, sagt der Kollege und packt seinen Cellokasten. „Free Hugs“, steht auf dem Schild eines Mannes in der Fußgängerzone. „Das macht dann 80 Euro“, sagt der Physiotherapeut nach der Massage. Und alle gehen sie nach Hause. Zu ihrer Frau. Zu ihrer Familie. Weiterlesen

Die Depressive

Es standen immer frische Blumen auf ihrem Tisch. Doch in ihrem Büro roch es nach altem Teppich. Die Fenster standen auf und Licht fiel hinein. Sie kam des Öfteren frisch vom Friseur und erzählte von ihren gelungenen Wellness-Wochenenden. „Man muss sich Gutes tun“, sagte sie immer. Doch fühlte ich mich bei ihr seltsam unbehaglich. Je schöner sie sich selbst und ihr Zimmer machte, desto banger wurde mir ums Herz. Sie war eine Depressive. Ihre Bemühungen, alles schön und gut zu machen, waren nichts als ein großer Kraftakt, um die schwere Depression davon abzuhalten, sich wie ein dunkler Schleier über sie zu legen.Weiterlesen

Glück ist … Verbindung

Das Gefühl von Glück entsteht eigentlich immer wieder in ähnlichen Situationen: Wenn man sich tief verbunden fühlt. Mit einem anderen Menschen, mit sich selbst, mit der Natur. Das Gefühl, wirklich verstanden zu werden, verbunden und doch frei zu sein, Resonanz zu erhalten, reagieren zu können, das ist Glück.

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Psychische Störungen hängen mit Beziehung zusammen

Wenn Du eine Psychotherapie machst, merkst Du vielleicht, wie wichtig Dir die Stunden sind. Fällt eine Sitzung aus, ist es für Dich schwer auszuhalten. Es ist Dir wichtig, dass Dein Therapeut für Dich anwesend ist. Vielleicht fühlst Du Dich auch in anderen Beziehungen sehr auf den anderen angewiesen. Wenn Deine nächste Bezugsperson weg ist, kommst Du vielleicht in psychische Not. Weiterlesen

Depressionen können das Demenz-Risiko erhöhen – eine grosse kognitive Reserve kann schützen

Verschiedene Studien weisen darauf hin, dass Depressionen die Wahrscheinlichkeit, später eine Demenz zu entwickeln, erhöhen. Dabei sei nicht immer ganz klar, ob die Depression bereits ein „Vorreiter“ der Demenz ist oder ob sie die Demenz „bewirkt“ (Byers und Yaffe, 2011). Verschiedene Mechanismen spielen dabei wohl eine Rolle: Wer depressiv ist, zieht sich oft zurück und nimmt am sozialen Leben weniger teil. Er fordert sein Gehirn nicht so heraus und lernt möglicherweise weniger als Menschen, denen es psychisch besser geht. Menschen jedoch, die lebenslang ihr Gehirn fordern, erkranken anscheinend seltener an einer Demenz. Weiterlesen