
Das Kind, es sollte ein Junge werden. Mit seinen kurzen Haaren ist es so süß, das Kind. „Mag der Junge eine Scheibe Wurst?“, fragt die dicke Metzgerin. Das Kind ist traurig. Es wird nicht erkannt. Es ist erleichtert, denn es macht seine Aufgabe gut. Das Kind liebt es, mit dem Vater zu spielen, wenn er nicht betrunken ist. Es ist so aufregend. Von der Mutter bekommt es Schläge. Das Kind reift – und mit ihm die Schuldgefühle. Weiterlesen

„was passiert ist, ist passiert“, hörst du. „es ist wie es ist – du kannst es nicht mehr ändern“, hörst du auch. „es nützt ja nix“, sagst du dir selbst. und doch ist es, als müsstest du einen stein zerbeissen – du hast schuldgefühle, bedauerst, lebst jeden tag mit selbstvorwürfen und den folgen. von nun an krank, oder behindert oder allein. du suchst: „wo hatte ich schuld? was hätte ich anders machen können?“ die folgen spürst du ein leben lang, so deine sorge. morgen wird es nicht wieder gut – ein furchtbares gefühl. Weiterlesen
Klaustrophobie ist die Angst vor engen Räumen. Der Begriff setzt sich zusammen aus dem lateinischen Wort „Claustrum“ = „Käfig“ und dem griechischen „Phobos“ = „Furcht, Flucht“. Umgangssprachlich wird die Klaustrophobie auch „Platzangst“ genannt, obwohl damit korrekterweise die Angst vor weiten Plätzen, also die Agoraphobie gemeint ist (agora = altgriechisch: Marktplatz). Die Klaustrophobie wurde insbesondere zu Beginn des 20. Jahrhunderts beschrieben – interessanterweise zur Zeit der Erfindung des Aufzugs.Weiterlesen
„Mama, kannst du meine Gedanken lesen?“, fragt mich mein Kind. „Nein, das kann ich nicht.“ Aufatmen. „Aber ein bisschen?“ – „Naja“, antworte ich, „wenn ich ein Schokoladeneis auf den Tisch stelle und du schaust es an, dann glaube ich, dass du denkst, dass du es gerne essen würdest. Aber auch das ist nur geraten. Lesen kann ich deine Gedanken nicht.“ Wohl die meisten Menschen fürchten sich dann und wann davor, dass man ihre Gedanken lesen könnte. Menschen in schwerer psychischer Anspannung sind streckenweise davon überzeugt, dass man ihre Gedanken lesen kann. Sätze aus der Kindheit wie „Du bist für mich wie aus Glas“ oder „Der liebe Gott sieht alles“ können solche Ängste verstärken. Weiterlesen

„Was mache ich bei einer Panikattacke?“ Vielleicht fragst du die KI (Künstliche Intelligenz). Doch sie ist oft verhaltenstherapeutisch orientiert. Auf diesem Blog findest du Gedankenanstösse aus psychoanalytischer Sicht. Angststörungen, Depressionen, komplexe posttraumatische Belastungsstörung und ihre körperlichen Folgen können sehr hartnäckig sein. Und wenn du schon vieles ausprobiert hast oder mit dem Älterwerden kämpfst, tut es dir vielleicht gut, in diesem Blog zu stöbern und neue Ideen zu bekommen. (Logo-Grafik: Susan, Soul-Designs.com) Weiterlesen

Sobald ein Ungeborenes das Licht der Welt erblickt, nimmt es Kontakt zur Mutter auf. Seine Stimme und Blicke erreichen sie und die Mutter weiß intuitiv, was zu tun ist. Dieses angeborene Bindungsverhalten sichert uns seit jeher das Überleben. Der britische Arzt und Psychoanalytiker John C. Bowlby (www.sgipt.org) (1907-1990) und die amerikanische Entwicklungspsychologin Mary S. Ainsworth (Wikipedia) (1913-1999) entwickelten die Bindungstheorie. Weiterlesen

Nicht nur Menschen mit einer großen beruflichen Verantwortung und einem Haufen Überstunden leiden an der „Manager-Krankheit“. Auch Du bist vielleicht betroffen, obwohl du nur einen „ganz normalen Beruf“ hast. Vielleicht bist du in einer psychoanalytischen Ausbildung, du bist alleinerziehend oder musst Verwandte pflegen. Weiterlesen

Zuerst bist du noch ganz gelassen – glaubst daran, das Baby beruhigen zu können. Doch wenn es sich wieder und wieder nicht beruhigen lässt, kommen die Selbstzweifel. Es beginnt die Suche nach den Ursachen und Schuldgefühle entstehen. Die Erschöpfung wächst. Vielleiht hast du gerade noch nicht einmal mehr die Kraft, Hilfe zu suchen. Du probierst selbst aus, was helfen könnte. Die psychoanalytische Kleinkindforscherin Beatrice Beebe zeigt in einem Video (Youtube), wie sich eine Mutter und ihr Kind, das an Dreimonatskoliken leidet, aufeinander abstimmen.Weiterlesen

Wenn wir depressiv sind und psychische Schmerzen leiden, haben wir oft Hunger auf Fettiges und Süsses. Wir können nicht anders, als uns „ungesund“ zu ernähren, obwohl wir uns in besseren Zeiten anders verhalten. Was gesunde Ernährung ist, das sagen uns unsere Sinne. Auch unsere innere Uhr, das Sättigungsgefühl und unser Energiegefühl sprechen mit. Wir haben ein Gefühl dafür, ob wir uns nach einer Speise müde und energiearm oder kreativ, bewegungsfreudig und energiereich fühlen. Wir spüren, ob wir einen Energieschub brauchen, ob wir uns beruhigen, wärmen oder abkühlen wollen. Weiterlesen
Der Thalamus ist ein Teil des Zwischenhirns und „Tor zum Bewusstsein“. Der Name leitet sich vom Griechischen „thalamos“ = „innere Kammer, Bett, Schlafzimmer“ ab. Sinnesreize, die über die Sinnesorgane hereinkommen, verlaufen durch den Thalamus, bevor sie die Großhirnrinde erreichen, um dort registriert zu werden. Im Thalamus liegen sehr viele Nervenzellkörper (= Neurone). Der Thalamus ist gleichzeitig ein Filter – er entscheidet, ob die ankommenden Sinneseindrücke wichtig oder unwichtig sind. Außerdem spielt der Thalamus eine wichtige Rolle bei der Schmerzwahrnehmung. Weiterlesen