Wie kann ich meine Impulse in der Gruppe aushalten? Oder: In Balintgruppen auf die Sachfragen verzichten

In Balintgruppen stellen Therapeuten ihre Patienten vor. Sie erzählen von einer Szene, die sie bewegt. Dann sollen sie sich schweigend zurückziehen und hören, was die Gruppe dazu sagt. Manche Gruppenleiter fügen noch eine „Sachfragen-Runde“ ein: „Hat noch jemand aus der Gruppe eine sachliche Frage zu dem Erzählten?“

Hier kann derjenige, der den Patienten vorgestellt hat, „falsch“ Verstandenes noch korrigieren. Damit geht jedoch auch eine wichtige Spannung verloren. Gruppenleiter, die keine korrigierende Sachfragen-Runde einlegen, „verdammen“ den Erzähler somit dazu, in Anspannung zu verharren.

Es ist, als würde sich der Erzähler einen Film anschauen. Wir kennen es alle aus dem Kino: Als Zuschauer könnte ich der Filmfigur vieles verraten und ich könnte vieles richtigstellen. Ich würde als Zuschauer am liebsten rufen: „Tu das nicht! Ich weiß schon, was wirklich passiert ist. Ich kenne die Wahrheit, bitte entscheide Dich doch richtig, bitte sag doch, was wirklich los ist!“

Weiterlesen als Mitglied.

Jetzt Mitglied werden

Verwandte Artikel in diesem Blog:

Schreibe einen Kommentar