Punktgenau

Gleich kommt es auf mich an. Alle Blicke liegen auf mir. Ich muss da sein, parat sein. Das Gefühl, auf den Punkt genau leistungsfähig sein zu müssen, lässt uns zittrig und ängstlich werden. Doch wir können das trainieren: Freihändig Rad fahren, obwohl die Augen auf uns gerichtet sind. Wir können weiter auf unserer inneren Insel bleiben, auch, wenn Menschen um uns herum hohe Erwartungen haben.
Jede Therapiestunde, jede Operation, jedes Konzert ist ein punktgenaues Geschehen. Schon das Kind irgendwo pünktlich abzuholen, ist solch ein Geschehen. Wir können daran Freude entwickeln, wenn wir Ruhe finden in unserem inneren Raum, unter unserem psychischen Mantel und in der guten Verbindung zu anderen Menschen.
Mit einem aufgeregten vegetativen Nervensystem ist es oft schwierig, „punktgenau“ zu funktionieren: Es kommen Durchfall, Atemnot, Übelkeit. Wer täglich Yoga oder Tai Chi übt, kann nach einiger Zeit feststellen, dass sich das Nervensystem stabilisiert. Es kann zwar Wochen, Monate, sogar Jahre dauern, bis die Effekte so wirksam sind, dass sie den Körper zu einem verlässlichen Partner machen, doch jeder kleine Schritt hat seinen Nutzen.
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Beitrag vom 9.3.2026 (begonnen am 24.9.2022)


