Wie wirksam ist die Vojta-Therapie?

„Krankengymnastik auf neurophysiologischer Grundlage“ steht auf dem Rezept, das der Kinderarzt der Mutter reicht. So kann es passieren, dass ein Baby die „Physiotherapie nach Vojta“ erhält – je nachdem, an welchen Physiotherapeuten die Mutter gerät. Manchmal verschreibt der Arzt auch explizit „KG-ZNS (Krankengymnastik, Zentralnervensystem) nach Vojta“.

Das Baby schreit während der Therapie und die Mutter zweifelt. Würde man das Kind nicht nach Vojta behandeln, so würde es später im Rollstuhl landen, so die gängige Argumentation der Vojta-Therapeuten und mancher Kinderärzte. Doch wie wirksam ist die Therapie wirklich?

Viele Studien zur Vojta-Therapie beschreiben die guten körperlichen Ergebnisse. Wenn Du z.B. bei scholar.google.com die Worte „vojta therapy cerebral palsy“ eingibst, wirst Du viele Studien finden, die die gute Wirkung der Vojtatherapie – bezogen auf den Körper – belegen. Ob ein Kind „im Rollstuhl landen“ wird oder nicht, kann meines Wissens an keiner Stelle wissenschaftlich behauptet werden.

Beeindruckend: In einer japanischen Studie untersuchten die Wissenschaftler 29 spastisch gelähmte Kinder, bei denen eine hirnorganische Veränderung im Computertomogramm nachgewiesen war. Acht Kinder erhielten die Vojta-Therapie vor dem 9. Lebensmonat, die übrigen 21 wurden erst ab dem 9. Lebensmonat nach Vojta behandelt. Das Ergebnis: Die früh behandelten Kinder konnten im Durchschnitt 8 Monate früher laufen als die später behandelten Kinder. Kanda T. et al.: Early Physiotherapy in the Treatment of Spastic Displegia, Developmental Medicine & Child Neurology, Volume 26, Issue 4, pages 438-444, August 1984, onlinelibrary.wiley.com/…

Es scheint keine Frage zu sein, dass die Vojta-Therapie körperlich sehr wirksam ist. Im Internet finden sich Videos, die zeigen, wieviel besser sich ein spastisch gelähmtes Kind nach der Therapieeinheit bewegt als vor der Behandlung. Allerdings gibt es ähnlich beeindruckende Videos, die die Effektivität von Osteopathie, Bobath oder Feldenkrais zeigen.

Eine Mutter erzählte mir, dass der Kinderarzt beim nächsten Termin gesagt hätte: „Sehen Sie? Diese Effekte hätten Sie ohne die Vojta-Therapie niemals hingekriegt.“ Sie traute sich nicht, ihm zu sagen, dass sie die Therapie gar nicht durchgeführt hatte, weil sie sie so schrecklich fand.“ Die enormen Verbesserungen waren in diesem Fall komplett ohne Therapie eingetreten.

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Links:

Dunja Voos:
Vojta-Therapie bei Babys – ein Aufschrei. Hilfe bei einem speziellen Trauma. Selbstveröffentlichung, 9.2.2021, amazon

Ewa Gajewska et al. (2018):
An attempt to explain the Vojta therapy mechanism of action using the surface polyelectromyography in healthy subjects: A pilot study. Journal of Bodywork and Movement Therapies, Vol. 22, Issue 2, April 2018, Pages 287-292, doi.org/…, bodyworkmovementtherapies.com/…: „The left acromion and right femoral epicondyle were stimulated by a Vojta therapist; pEMG recordings were made including the bilateral deltoid and rectus femoris muscles … „Following acromion stimulation, muscle activation was mostly expressed in the contralateral rectus femoris.“

Beitrag vom 24.4.2026 (begonnen am 27.2.2011)

2 thoughts on “Wie wirksam ist die Vojta-Therapie?

  1. Melande sagt:

    Hallo Pinocchio.
    Nach längerer Pause (PC kaputt) lese ich jetzt wieder in diesem Blog.

    Nach Ihrem Kommentar vor ca. 5 Jahren und dem Finden einer für Sie weiterbringenden Therapie würde mich interessieren, wie es bei Ihnen weitergegangen ist.

    Ich habe auch oft lange gesucht, bevor ich Helfendes/Helfer gefunden habe, oft jenseits üblicher Standard-Methoden. Dabei vertraue ich auf „meine innere Stimme“ und muß auch manchmal stark sein beim Ablehnen von im Gesundheitsbereich angebotener Hilfen.

    Liebe Grüße
    Melande

  2. pinocchio sagt:

    guten tag,
    ich habe (2001 das erste mal festgestellt) eine PNP unklarer ursache, alle möglichen evtl. in möglichkeit kommenden erkrankungen können ausgeschlossen werden.

    meine zehen krallen sich nach innen, der oberfuß hebt sich, der knochen schaut hervor und hebt sich immer weiter empor, die schuhe schmerzen mitlerweile, kann nur noch schnürschuhe ertragen. gangunsicherheit, gehe mit rollator, der fußheber ist „tot“ muskelschwund, ständiges stolpern und fallen, habe mir 2008 den 2. lendenwirbel gebrochen, er wurde fixiert, sorgt für eine weitere behinderung, da diese stelle nun versteift ist.

    in der uniklinik köln war ich zur „fußsprechstunde“. der untersuchende arzt empfahl mir eine OP, bei der die zehen versteift sind, aber gerade sind. eine jeweiliges zehenglied würde entfernt, dann der zeh genagelt, nach sechs wochen kommen die nägel raus, dann der andere fuß.

    meine physiotherpeutin war entsetzt.

    nach vielen diversen therapien bekomme ich seit ca 5 monaten einmal pro woche eine vojta-therapie.
    die vorletzte behandlung brachte den bahnbrechenden erfolg, und die letzte behandlung war ebenfalls erfolgreich., und sie sicherte mir zu, dass ich zum jahresende einen funktionierenden fußheber hätte, und dadurch richtig abrollen könnte.
    ich hoffe, dass mir mein neurologe weiterhin die therpie verschreibt.

    ich finde im zusammenhang mit vojta nur informationen, die säuglinge betreffen. natürlich war er spezialisiert auf kinder, aber keine menschen mit meiner erkrankung.
    sehr gerne würde ich mich austauschen. ich habe gelesen, dass man vojta nach anleitung auch zu hause selber ausüben kann, dies erscheint mir zur zeit jedoch unvorstellbar.

    ich bin 54 jahre alt.

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