Sexueller Missbrauch und die erotische Komponente: „selbst schuld“ am sexuellen Missbrauch? Die Verführungstheorie
Sexueller (Kindes-)Missbrauch kommt in unzähligen Farben und Varianten vor. Er kann von Vätern, Müttern, Großeltern, Geschwistern, Lehrern und anderen Menschen ausgehen. Er ist meistens umso folgenschwerer, je näher der Täter/die Täterin dem Opfer stand und je chronischer das Geschehen war.
Sexueller Missbrauch ist furchtbar. Die Opfer sind echte Opfer und verabscheuen selbst, was ihnen passiert ist. Das ist ein Teil. Was die Sache aber so ungeheuer schwierig macht, ist die „lustvolle“ Komponente, die während des Missbrauchs oder aber in der Erinnerung manchmal auftauchen kann.
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Elisabeth Lessels (2012):
Female sexual arousal response to implied sexual violence. The University of Texas at Austin,
repositories.lib.utexas.edu/handle/2152/18981
Natalie Exton et al. (2000):
Neuroendocrine response to film-induced sexual arousal in men and women. Psychoneuroendocrinology, Volume 25, Issue 2, February 2000: 187-199, pubmed… : „…(the data) demonstrate that increases in plasma prolactin during sexual stimulation are orgasm-dependent, suggesting that prolactin may regulate a negative-feedback sexual-satiation mechanism.“
Iris Därmann, aesthetik.hu-berlin.de…:
Die Wahrheit der Realitätszeichen zwischen Phantasie, Deckerinnerung und Trauma. In: Kindliche Fremdheit und pädagogische Gerechtigkeit. Brill.com, Verleger: Ferdinand Schöningh,
doi.org/10.30965/9783657764488_004
Benigna Gerisch und Thomas Köhler (ohne Jahresangabe):
Freuds Aufgabe der „Verführungstheorie“: Eine quellenkritische Sichtung zweier Rezeptionsversuche. psycharchives.org/….pdf
Jean Laplanche:
Die allgemeine Verführungstheorie und andere Aufsätze. Brandes & Apsel, 2. Auflage 2017
Sandor Ferenczi:
Sprachverwirrung zwischen den Erwachsenen und dem Kind. (Die Sprache der Zärtlichkeit und der Leidenschaft) Vorgetragen am 12. Internationalen Psychologischen Kongress in Wiesbaden, September 1932, Psyche, Klett-Cotta, April 1967, 21. Jahrgang, Heft 4, pp 256-265, elibrary.klett-cotta.de/article/…
Beitrag vom 23.9.2026 (begonnen am 16.4.2015)
5 thoughts on “Sexueller Missbrauch und die erotische Komponente: „selbst schuld“ am sexuellen Missbrauch? Die Verführungstheorie”
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Liebe Nadine,
vielen Dank für Ihren berührenden Kommentar.
Auch meine Erfahrung ist, dass das, was Sie beschreiben, zum Menschsein gehört. Sexualität und Phantasien von Gewalt hängen eng zusammen so wie der schmerzvolle Gesichtsausdruck die Lust bei der Sexualität widerspiegelt. Ich finde es ganz wichtig, dafür einen inneren Raum zu haben, das heißt, es ist wichtig, diese Gefühle wahrzunehmen und ihnen innerlich einen Platz zu geben. Wenn man jemanden hat, mit dem man darüber sprechen kann, umso besser. Auch die Scham gehört dazu und auch sie kann man spüren und innerlich beobachten, sodass man darüber nachdenken kann. Das Nachdenken entspricht in der Psyche dem Verdauungsvorgang des Körpers – das Erlebte und Gefühlte wird durch Nachdenken und In-Worte-Fassen sozusagen verstoffwechselt.
Hallo ich hab den Beitrag erst gerade gefunden und es tut gut zu lesen das es mir nicht alleine so geht, ich fühle mich oft schuldig oder pervers weil mich die Erinnerungen an meinen eigenen Missbrauch erregen und wenn ich Berichte über Missbrauch lese oder höre mein Körper auch reagiert ich hasse und verabscheue meinen Körper dafür und versuche immer mit aller Gewalt dagegen anzukämpfen weil ich diese Erregung in dem Moment nicht will.
Wie geht ihr damit um lasst ihr das einfach zu?
Ich habe es gestern nach 2 Jahren hartem Kampf endlich geschafft meiner Therapeutin davon zu erzählen und nun im Nachhinein schäme ich mich weil ich nicht weiß was sie jetzt von mir denkt…
Sie hat mir zwar auch gesagt das es vielen Menschen die Missbrauch erlebt haben so geht und ich gegen körperliche Reaktionen nichts kann also der Körper reagiert trotzdem ist es ein schamhaftes Gefühl
Vielen lieben Dank, Redberry, für Ihren Kommentar, der nachdenklich macht.
So entstand bei mir Eckel vor eigenem Körper und dann Verlust vom Körpergefühl. Nur Schmerz war etwas, was ich mir „erlaubte“. Deswegen verletzte ich mich selbst, sabotierte mich selbst und am Ende versuchte, mich umzubringen. Der Scham spielte dabei entscheidende Rolle.
Danke für diesen Artikel, den ich als sehr entlastend empfinde!