Einsam – mit oder ohne Familie

„Ich habe Kinder, aber ich habe keine Familie“, sagt eine alleinerziehende Mutter. Viele können das sehr gut nachempfinden. Wer chronisch einsam ist, ist es oft deshalb, weil er schon in unsicheren Bindungen groß wurde (Benoit, DiTommaso, 2020). Obwohl viele eine Ursprungsfamilie haben, haben sie doch keine Familie, die auf gute Weise für sie da ist.

Vielleicht hast du auch tatsächlich keine Familie (mehr). Dann ist die Versuchung groß, zu glauben: „Wenn ich eine Familie hätte oder hoffentlich eines Tages haben werde, dann geht es mir gut.“ Doch während man es denkt, begeht der vermeintlich glücklich verheiratete Nachbar, Jurist und Vater von drei gesunden Kindern, Suizid.

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Links:

Aryn Benoit und Enrico DiTommaso (2020):
Attachment, loneliness, and online perceived social support. Personality and Individual Differences, Volume 167, 1 December 2020, 110230, doi.org/… , sciencedirect.com…

Beitrag vom 23.4.2026 (begonnen am 12.12.2017)

3 thoughts on “Einsam – mit oder ohne Familie

  1. Kati sagt:

    Vielen Dank für Ihre Antwort Frau Voos ! !

  2. Dunja Voos sagt:

    Liebe Kati,
    vielen Dank für Ihren Kommentar! Das ist schon viel wert, dass Sie eine Therapie machen und Sie genügend Vertrauen zu der Therapeutin haben, um sich ihr zu öffnen. Wenn die vertrauensvolle Beziehung zum Therapeuten eine Weile besteht, kann sich das Vertrauen auch auf andere Menschen ausweiten, aber da braucht man häufig Geduld.
    Wie man wieder „aufmachen“ kann, habe ich hier beschrieben: https://www.medizin-im-text.de/2017/47937/und-dann-habe-ich-zugemacht-aber-wie-macht-man-wieder-auf/
    Aber Texte nützen oft nur wenig, weil das eigene Leben so ganz anders aussieht. Es ist ein geduldiges „Herumprobieren“, aber vor allen Dingen auch „Wahrnehmen“.
    Zur Kreativität: Hier dachte ich an Flow-Zustände, in denen man sich in sein Tun vertieft wie ein Kind in sein Spiel. Da vergisst man alles um sich herum und fühlt sich auch nicht mehr so einsam. Wenn wir kreativ sind, haben wir eine gute Verbindung zu uns selbst. Manchmal können z.B. aus dem „Einsamkeits-Leid“ tolle Texte/Beiträge/Bücher/Gedichte entstehen.
    Viele Grüße und einen guten Weg!
    Dunja Voos

  3. Kati sagt:

    Liebe Frau Voos,

    vielen lieben Dank für diesen Artikel!! Ich habe seit Wochen mit schrecklichen Einsamkeitsgefühlen zu kämpfen, auch unter Menschen (das ist eine innere Einsamkeit ). Mir war gar nicht bewusst, dass man sich auch in einer intakten Familie einsam fühlen kann. Vielleicht nur dann, wenn man diese Einsamkeit schon von Kindheit an mit sich herum trägt.
    Im Moment lass ich nur meine Therapeutin mich innerlich etwas berühren, ich würde so gerne auch wieder andere an mich ranlassen, nur ich weiß gerade nicht wie!
    Wie kann man denn wieder aufmachen? Und wie meinten Sie das bzgl der Kreativität wieder finden? Das habe ich nicht ganz verstanden!

    Liebe Grüße
    Kati

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