Haut und Psyche: „Ich fühle mich so aufgekratzt!“ 10 alternative Tipps bei Neurodermitis und Schuppenflechte – aus eigener Erfahrung

Es sticht und juckt – die Kleidung schmerzt auf der Haut, es nässst. Es ist dir kaum möglich, dich in deiner Haut wohlzufühlen, wenn sie so entzündet ist. Der ganze Körper fühlt sich schlecht an. Besonders nach dem Aufwachen oder vor dem Zubettgehen wird der Juckreiz oft stark.

Vielleicht hast du es schon mit Meditation probiert. Aber der Juckreiz macht dich so rasend, dass Meditation genau so wenig möglich ist wie das Einschlafen. Deine Haut quält dich. Die Haut ist wie ein „Objekt“, wie eine andere Person, die dich nicht in Ruhe lässt. Doch quäle dich nicht mit den Gedanken darum, was du vielleicht falsch machst. Die entzündete Haut hat Dich und du kannst manchmal kaum etwas dagegen tun.

1. Heisse Reize von aussen

Du hältst dich mit dem Kratzen zurück, doch wenn du dich dann endlich doch kratzt, hat es für einen Moment lang etwas Befreiendes. Vielleicht merkst du sogar manchmal, dass das Jucken und Kratzen etwas Erregendes hat. Doch statt eines „Orgasmus“ kommt nach einer kurzen Ruhepause der Schmerz. Wichtig ist es, um diese Zusammenhänge zu wissen. Wenn du weißt: „Gleich, wenn ich zu kratzen anfange, kann ich nicht mehr aufhören“, dann ist es manchmal leichter möglich, mit dem Kratzen gar nicht erst zu beginnen. Heißes Wasser zu trinken oder sich die heiße Tasse (vorsichtig) an den Körper zu halten, kann manchmal helfen, sich vom Kratzen abzuhalten.

„Nie wieder will ich kratzen“, denkst du – so weh tut das. Doch es ist schwer. „Wenn die Urtikaria beginnt, ist es, als kämen von innen 1000 Nadelstiche überall“, sagt eine Freundin.

2. Ordnungstherapie

Wenn meine Ekzeme aktiv sind, hilft es mir, die Umgebung von Staub zu befreien und feucht zu wischen. Ich will meine Umgebung „glatt“ halten, denn der Anblick glatter Flächen beruhigt die Haut. Auch Ordnung in der Umgebung kann beruhigend wirken – Pfarrer Kneipps Ordnungstherapie tut gut.

Gehe auch zum Zahnarzt! Studien zufolge (z.B. Tanaka et al. 2009) gingen manche Ekzeme zurück, wenn kariöse oder tote Zähne entfernt wurden. (siehe: Zahnschmerzen ohne Grund)

3. Die Vorstellung von absoluter Ruhe macht dich absolut unruhig – passende Visualisierungen entlasten

Wenn du schläfst, hast du endlich Ruhe vor dem Juckreiz. Wenn das Ekzem aktiv ist, bekommst du vielleicht die Krise, wenn du dir Ruhe als Ziel vorstellst. Dein Zustand ist jetzt die Unruhe und es tut dir gut, wenn das ein anderer versteht. Mache dir selbst auch keine Vorwürfe – die Unruhe ist jetzt dran. Wenn es dir wieder besser geht, kannst du deine Arbeit daran, deinen Geist durch Tai Chi oder Yoga zu beruhigen, wieder aufnehmen.

4. Lass dich selbst in Ruhe

Neben Jucken, Schmerzen und Schlaflosigkeit, ist die ständige Auseinandersetzung mit dem unschönen Hautbild belastend. Versuche, mit Dir selbst Mitgefühl zu haben. Glatte Haut zu visualisieren, kann dich manchmal noch mehr stressen, weil du den riesigen Unterschied spürst. Es kann dir helfen, dir Bilder vorzustellen, die Deinem Hautzustand ähneln: Bilder oder Geschichten von Feuer können dir das Gefühl geben, verstanden zu werden. Da wir uns ja meistens etwas „Gutes“ vorstellen wollen, könnte man hier auch von einer Art „paradoxen Visualisierung“ oder „paradoxen Meditation“ sprechen.

5. Deine Haut pflegen

Cremes sind hauptsächlich wasserhaltig, Salben größtenteils fetthaltig. In der akuten, nässenden Phase der Neurodermitis sind Cremes meistens besser als Salben. Die oft gut wirksamen Harnstoffpräparate (Urea) sollten nicht bei nässenden Ekzemen angewendet werden. Denke daran, dass Cremes und Salben auch tief in den Körper gehen. Ich selbst habe oft den Leitspruch: Ich creme mir nichts auf die Haut, was ich nicht auch essen würde. Dennoch sind manche Pflegeprodukte bei der Neurodermitis deshalb so wirksam, weil sie die richtigen Chemikalien enthalten. Unterscheide zwischen aktivem Ekzem und Zeiten der Ruhe.

Wenn deine Ekzeme nicht mehr aktiv sind und die Haut nur rau und trocken ist, helfen Lymphdrainagen und zarte Massagen mit Olivenöl. Du kannst ein oder zwei Tropfen Vitamin D dort hinzufügen.

6. Bleibe neugierig und erforsche dich selbst

Beobachte die Orte, an denen sich deine Hautprobleme im Laufe des Lebens zeigen. Nicht selten wandert das Ekzem von den Ellbeugen im Kindesalter zu den Händen im Erwachsenenalter. Warum sich die Neurodermitis-Stellen genau dort befinden, wo sie sich befinden, ist noch nicht genau erforscht. Interessant wäre zu schauen, auf welchen Meridianen oder Akupunkturpunkten die Läsionen liegen.

7. Stresse dich nicht zu sehr mit „gesunder Ernährung“

Bei der Ernährung kannst du häufig selbst den Zusammenhang zwischen bestimmten Lebensmitteln und einer Hautverschlechterung zurückverfolgen. Eine ständige Nahrungsmittelkontrolle kann die seelische Anspannung jedoch verstärken, was sich wiederum negativ auf die Haut auswirkt. Jeden Tag wird etwas anderes für dich richtig sein – mal Strenge, mal mehr Lockerlassen.

Der Psychoanalytiker Jorge Ulnik sagt: „Bevor ich mir die Hautstelle zeigen lasse, lasse ich mir von dem Patienten erzählen, wie es sich anfühlt.“ (Youtube)

Das einzig wissenschaftlich fundierte Verfahren, eine Nahrungsmittelallergie nachzuweisen, ist die Nahrungsmittelprovokationstestung nach einer Auslassdiät. Nach einigen Tagen Kartoffel-Reis- oder Reis-Broccoli-Diät werden im Abstand von zwei Tagen Nahrungsmittel in Kapselform zugeführt. Kommt es zu einer Hautreaktion, wird ein Plazebo, also eine nahrungsmittelfreie Kapsel, gegeben. Verschwindet die Hautreaktion unter Plazebogabe, wirkt das Nahrungsmittel tatsächlich hautverschlechternd und sollte gemieden werden. Diese Suchdiät wird am besten in einer darauf spezialisierten Klinik durchgeführt. Adressen gibt es beim Deutschen Allergie- und Asthmabund.

8. Vermeide allzu grosse Müdigkeit

Der Juckreiz, der verwandt ist mit dem Schmerz, macht, was er will. Die meisten Rezeptoren in der Haut sind Schmerzrezeptoren. Beobachte dich und stelle Korrelationen fest. Wenn du zu müde bist, kann sich dein Juckreiz verstärken, daher bleibe abends nicht zu lange auf und sorge für einen Mittagsschlaf, wenn du kannst und willst.

9. Sei nicht zu streng mit dir

Oft greifen wir dann doch zur Cortisoncreme, den Hormonpräparaten in den Wechseljahren, den Antihistaminikum-Tabletten, Antidepressiva und Immunsuppressoren. Was wir nicht wollten, probieren wir dann doch. Wir spüren, dass diese Mittel uns „herunterfahren“ und erleichtern. Greife ruhig darauf zurück in dem Wissen, dass du nach der Beruhigung auch wieder andere Wege gehen kannst.

10. Lasse dich von immer genaueren Diagnosen nicht irritieren

T-Suppressorzellen sorgen normalerweise dafür, dass überschießende Entzündungsreaktionen gestoppt werden. Sind diese Zellen nicht aktiv genug, wie so oft bei der Neurodermitis, können Entzündungen ihren freien Lauf nehmen. Zudem hängen Ekzeme oft mit allergischen Reaktionen zusammen. Sobald sich Antigene und Ig-E-Antikörper als Komplex mit den Mastzellen verbinden, schütten die Mastzellen Histamin aus. Histamin führt zu Juckreiz. Manchmal besteht auch ein Mastzellaktivierungssyndrom (MAS, Wikipedia). Lasse dich von immer feineren Diagnosenamen nicht irritieren: Am Ende sind die Therapievorschläge doch oft die selben: Alles, was Entzündungs-hemmend wirkt, ist oft hilfreich.

Schuppenflechte – was sagen Studien?

Zur Schuppenflechte (Psoriasis) habe ich einmal drei Studien herausgesucht, um eine grobe Orientierung zu geben. Die Qualität der Studien hier kann ich nicht beurteilen – der Beitrag soll nur Anhaltspunkte und Ideen liefern. Die Studienergebnisse sind oft widersprüchlich: Während eine Studie sagt, Tomaten seien bei Psoriasis gut, widerspricht die andere Studie. Es bleibt weiterhin: Ausprobieren.

  • Ein geringes Körpergewicht, ist günstig. Der Verzehr von Karotten, Tomaten und frischen Früchten ebenfalls. (Naldi L. et al. 1996)
  • T-Zellen wandern in die Haut und bewirken, dass TNF-alpha (Tumornekrosefaktor alpha) freigesetzt wird, was die Proliferation der Haut, also die rasche Vermehrung der Hautzellen, fördert. Auslöser der Psoriasis, deren Neigung vererbt wird, können unter anderem emotionaler Stress und Darmstörungen sein. Als Nahrungsmittel, welche die Psoriasis verschlimmern, gelten Tomaten, Alkohol und Vitamin C. Gut sind grüne, blättrige Gemüse, Fischöl und Vitamin D. (Kuchekar et al., 2011, PDF)
  • Hilfreich bei Psoriasis sind Fasten und vegetarische Ernährung. (Wolters, 2005)

Das Haut-Ich von Didier Anzieu

In der Psychoanalyse gibt es viele Theorien zur Neurodermitis. Ich denke, dass das körperliche Problem im Vordergrund steht. Die Reaktionen in der Folge werden häufig in die Richtung „Aggression“ interpretiert. Wir geben unserem Umgang mit den Folgen der körperlichen Schädigung Interpretationen. Solche Beobachtungen und Nachdenk-Wege können hilfreich sein für den Umgang mit der Neurodermitis. Versuche jedoch, diese Ideen mit einem gesunden Abstand zu betrachten.

Der Psychoanalytiker Didier Anzieu schreibt: „… das Kratzen (ist) archaischer Ausdruck der Wendung von Aggression gegen den eigenen Körper … Das daraus resultierende Schamgefühl hängt mit dem Unvermögen zusammen, das Kratzen zu unterlassen, wenn man einmal begonnen hat …. Die Scham wird geringer, wenn die mit dem Kratzen verbundene erotische Erregung ansteigt – ein pathologischer Teufelskreis.“ (Didier Anzieu: Das Haut-Ich. Suhrkamp Wissenschaft, 6. Auflage 2016: S. 34)

Es kann interessant sein, sich hierüber Gedanken zu machen, doch ist es wichtig, bei sich selbst zu bleiben. Das Kratzen ist aus meiner Sicht in erster Linie eine Reaktion auf den furchtbaren Juckreiz, auch, wenn Ärger Juckreiz und Kratzen hervorrufen kann – oder wenn das Kratzen als Selbstbestrafung dienen soll. Ich selbst habe phasenweise Neurodermitis und lange eine Psychoanalyse gemacht. Ich konnte feststellen, dass die Psychoanalyse oft nur sehr wenig helfenden Einfluss auf mein Hautgeschehen hatte.

Ich sah einmal einen kleinen Jungen, dem von der Mutter etwas verboten wurde. Sie schrie ihn an. Der Junge hatte Neurodermitis und kratzte sich augenblicklich. Er hatte keinen anderen Weg: Er war abhängig von dieser Mutter und konnte sich nicht wehren. Durch das Kratzen konnte er „aggressiv“ sein (wenn auch nur gegen sich selbst) und sich gleichzeitig durch den Schmerz für seine Aggression bestrafen. Hilfreich für ihn wäre es, wenn die Mutter Entlastung und neue Wege finden könnte.

Nicht immer ist es möglich, mit dem anderen über den eigenen Ärger zu sprechen, vor allem wenn man als Kind vor einem gestressten und wütenden Elternteil steht.

Das Buch „Le Moi-peau“, „Das Haut-Ich“, erschien erstmals 1985. Didier Anzieu stellt hier die Frage: Welche Bedeutung hat die Haut für die psychische Entwicklung? Die Haut ist die Hülle, die unseren Körper zusammenhält. So, wie die Mutter das Kind in ihren Armen halte und somit seine Körperteile halte, so halte auch die Haut den Körper zusammen – je nachdem, wie ein Kind gehalten und berührt wurde, so werden nach Anzieu auch die psychischen Anteile quasi von einer Hülle mehr oder weniger gut zusammengehalten.

„So wie die Haut eine Stützfunktion für das Skelett und die Muskulatur hat, dient das Haut-Ich dem Zusammenhalt [fonction de maintenance] der Psyche.“ Das Haut-Ich, suhrkamp, 6. Auflage 2016: S. 131.

Das Baby in den Armen der Mutter fühle sich zunächst so, als gäbe es nur eine Haut, die beide umhüllte. Spätere Trennungserfahrungen gingen manchmal mit mehr oder weniger bewussten Phantasien der Häutung oder des „Haut-Abziehens“ einher. Didier Anzieu nennt viele beeindruckende Beispiele aus der Kunst, in der dieses Bild des „Haut-Abziehens“ wieder auftaucht.

„Die nächste Stufe (Anmerkung: der Trennung von der Mutter) setzt das schrittweise Aufgeben dieser gemeinsamen Haut und die Anerkennung einer eigenen Haut und eines eigenen Ichs für jeden voraus, was nicht ohne Widerstand und Schmerzen vonstatten geht. Dabei werden die Phantasien der abgezogenen, der geraubten, der geschlagenen oder tödlichen Haut wirksam.“ (S. 89) (Anmerkung: So wurde zum Beispiel dem Heiligen Bartholomäus die Haut abgezogen, siehe Wikipedia.)

Worte umhüllen uns

Anzieu beschreibt auch, wie verstehende, tröstende Worte wie eine zweite Haut empfunden werden können, die sich sanft über den eigenen Körper legt. Musik werde manchmal wie eine „akustische Hülle“ (S. 69) empfunden und Patienten in der Psychoanalyse fühlen sich manchmal so, als ob ein schützender Umhang um sie gelegt würde oder ob eine schützende Haut entstünde.

Anzieu erklärt auch, wie sich in diesem Zusammenhang so mancher „Fell-Fetisch“ oder „Leder-Fetisch“ in der Sexualität verstehen lässt (S. 66).

Berührungen können uns nervös machen oder uns beruhigen – je nachdem, in welcher Beziehung wir zum anderen stehen, wir wir uns insgesamt gerade fühlen oder welche frühen Erfahrungen wir mit Berührung gemacht haben. Die Berührung der Mutter wirkt, wenn alles gut ist, beruhigend. Beantwortet die Mutter die Äußerungen des Kindes dauerhaft mit nicht gut abgestimmten Berührungen, können psychische Störungen beim Kind entstehen. So versteht Didier Anzieu unter anderem auch den Juckreiz als einen Ruf nach Verständnis: „Juckreiz ist auch Ausdruck des unbändigen Verlangens, vom geliebten Objekt verstanden zu werden.“ (S. 52, Suhrkamp-Verlag, 6. Auflage 2016)

Verwandte Artikel in diesem Blog:

Links:

Yoga Shakti
One Mudra for all Skin problems
Varun Mudra – Gesture of Water
www.youtube.com/…

Jorge Ulnik:
Skin in Psychoanalysis
Karnac Books 2007 „The hospital is a place where both tragedies and miracles occur, where many people go to heal but many others go in search for punishment.Jorge Ulnik, Sigourney-Award Winner 2021: „Wenn wir uns gegenseitig nicht berühren können, dann ‚ersetzt‘ der Blick die Berührung. So bekommt der Blick jedoch zu viel Gewicht. … Ich sage den Hautpatienten oft: ‚Zeige mir nicht Deine Haut, sondern erzähle zuerst davon.'“

Acarophilie: Sexuelle Lust durch Kratzen
www.freakypedia.com/term/acarophilia/

Debby Herbenick et al. (2018):
Orgasm Range and Variability in Humans: A Content Analysis
International Journal of Sexual Health, Volume 30, 2018 – Issue 2
doi.org/10.1080/19317611.2018.1491920
www.tandfonline.com/…

Erika von Mutius (2002)
Risk Factors for Atopic Dermatitis
In: Atopic Dermatitis. Edited By Thomas Bieber and Donald Y. M. Leung
doi.org/10.3109/9780203908877
www.taylorfrancis.com/…

Standl M et al. (2015):
Multi-ethnic genome-wide association study of 21,000 cases and 95,000 controls identifies 10 novel risk loci for atopicdermatitis.
Nature Genetics 2015, DOI:10.1038/ng.3424.
dash.harvard.edu/entities/publication…

Acarophilie: Sexuelle Lust durch Kratzen
www.freakypedia.com/term/acarophilia/

Debby Herbenick et al. (2018):
Orgasm Range and Variability in Humans: A Content Analysis
International Journal of Sexual Health, Volume 30, 2018 – Issue 2
doi.org/10.1080/19317611.2018.1491920
www.tandfonline.com/doi/…..920

Psychosexual Stimulation: Sex Differences
Volkmar Sigusch, Gunter Schmidt, Antje Reinfeld, Ingeborg Wiedemann-Sutor
The Journal of Sex Research 1970: 6 (1): 10-24
www.tandfonline.com/…

„Ohne Perversion wäre die Liebe Ödnis“
Von Klaus Podak. Süddeutsche Zeitung, 19.5.2010
www.sueddeutsche.de/kultur….

Uwe Gieler, Tanja Gieler et al. (2020):
Haut und Psychosomatik – Psychodermatologie heute
Journal of the German Socity of Dermatology, online 30.11.2020
doi.org/10.1111/ddg.14328_g
onlinelibrary.wiley.com/doi/…

Freud-Museum London:
Translating Anzieu – Naomi Segal
www.freud.org.uk/2016…

Beitrag vom 14.2.2026 (begonnen am 13.1.2006)

4 thoughts on “Haut und Psyche: „Ich fühle mich so aufgekratzt!“ 10 alternative Tipps bei Neurodermitis und Schuppenflechte – aus eigener Erfahrung

  1. modean sagt:

    Hallo Frau Voos,

    aus eigener Erfahrung weiss ich, dass das atopische Ekzem und dessen Behandlung ein sehr komplexes Feld ist und man. sich mit diesem entsprechend differenziert auseinander setzen muss.

    Die Tacrolimus Präparate (z.B.) liegen beispielsweise in aller Regel als fettige Salben vor. Das führt dazu, dass man nach der Anwendung glänzt wie eine Speckschwarte. Ergo ist die Anwendung nur am Abend sinnvoll. Vor allem wenn man das Ekzem am ganzen Körper, respektive im Gesicht hat.

    Sprich der Wirkstoff kommt nicht alleine als solcher daher, sondern die Darreichungsform hat mitunter massive kosmetische Nachteile.

    Gleichzeitig ist laut meinem letzten Kenntnisstand die Langzeitwirkung einer topische Anwendung eines Imnunsupresivas immer noch nicht ausreichend beforscht. Bei Menschen die ein Organtransplantat erhalten haben, ist die innerliche Langzeiteinahme des gleichen Wirkstoffes meines Wissens aus gutem Grund zeitlich beschränkt oder muss zumindest engmaschig kontrolliert werden.

    Ich habe damals letztlich entnervt die diversen Tacrolimus abgesetzt und bin nach ärztlicher Rücksprache wieder auf Kortisonpräperate gewechselt. Auch da Tacrolimus Präparate ebenso Nebenwirkungen haben.

    Das Ekzem kam bei mir schliesslich nahezu, bis auf sehr wenige zeitlich & lokal begrenzte Erscheinungen im Jahr, zum Erliegen. Dies lange nachdem ich sämtliche Punkte, die oben abgehandelt werden (z.B. Nahrungsmittelallergie), erfolglos abgearbeitet habe.

    Der Zeitpunkt als ich ekzemfrei wurde korreliert mit einer Veränderung in meinem persönlichen Umfeld. Meine Eltern haben mit mir nämlich ob eines Umzuges nicht mehr im selben Haus gewohnt und siehe da zwei Jahre später konnte ich jegliche Salben absetzen.

    Man kann nun lange darüber diskutieren was kausal-ursaechlich ist und was nur korreliert aber offensichtlich sind manche Dinge im Leben eben zum aus der Haut fahren und da man dies nicht sprichwörtlich kann, es sei den man zieht sich die Haut ab, wird die Haut eben durch ein Ekzem etc. pp in Mitleidenschaft gezogen.

    Gleichzeitig stellt natürlich meine persönlich Erfahrung nicht die anderen Ursachen, wie oben beschrieben in Frage. Meine Erfahrung zeigt denke ich lediglich, dass das atopische Ekzem ein sehr komplexes, oft nicht verstandenes Feld ist.

    Viele Grüsse
    modean

  2. Fips sagt:

    Regelmäßige Luftveränderung hilft auch sehr. Reizklima. Nordsee/Ostsee. Wer an der Küste lebt, nimmt den Gegensatz Berge, je höher der Ort liegt, umso besser.

  3. Claudia Soll sagt:

    Ich war schon immer eine besorgte Mutter, sobald es meinen Kindern etwas schlechter ging, war ich sofort da. Dementsprechend schockiert war ich als bei meinem jüngsten Sohn eine Hausstauballergie festgestellt wurde. Sofort habe ich im Internet nach Tipps und Ratschlägen gesucht und bin dabei auf dem Blog http://hausstaub-milben-allergie.de/ gestoßen. Die Geschichte von der Mutter ging mir sichtlich an die Nieren. Die Mutter hat da das Mittel Milbiol empfohlen. In der Apotheke habe ich dieses Mittel zwar nicht gefunden, aber den Nachfolger Milbopax. Ich habe dies natürlich sofort gekauft und zuhause das Bett eingesprüht. Unser Sohn konnte seit langem mal wieder ordentlich durchschlafen – genauso wie ich.

  4. Geli sagt:

    Hallo zusammen,

    danke für den tollen Beitrag! Vor allem gefällt mir, dass ihr auch auf die Psyche eingegangen seid – die spielt nämlich eine wichtige wichtige Rolle! Wer mehr Infos braucht zu ND-betroffenen Babys, hab hier welche gefunden: Neurodermitis beim Baby. Drück euch allen die Daumen!! Probiert verschiedene Sachen aus bei jedem hilft was anderes!

    Lass euch liebe Grüße da,

    Geli

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