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Wohin?

Von Kindes Beinen an beschäftigt mit einer Frage: Wohin? Von klein auf kein Widerhall. Kein Verstehen, keine Resonanz. Die Eltern, die Schutz bieten sollten: eine Bedrohung. Gewalt. Entwicklung ist so nicht möglich, Überleben hat höchste Priorität. Wachsen. Erwachsen. Der Schweiß läuft über die Stirn, die Hände zittern. Wohin? Wer kann mich verstehen? Wem kann ich trauen? Die Lebensangst geht über den Tod hinaus. Wohin nur? Wohin?Weiterlesen

Klagelieder können unser Leid kanalisieren

Wir wissen nicht, wohin. Unser Schmerz begleitet uns wie ein beständiges Hintergrundgeräusch. Wir spüren ihn in unserem Leben immer wieder. Anders als bei vielen körperlichen Gebrechen können andere diesen Schmerz jedoch nicht sehen. Wenn wir „schon wieder“ über unseren Schmerz sprechen wollen, schütteln die anderen verständnislos den Kopf. Zu lange geht das nun schon so. Doch wie können wir unsere inneren Schmerzen kanalisieren? Kürzlich las ich die Überschrift: „Es fehlt uns an Klageliedern“. Weiterlesen

Immer im Dienst

Die Augenlider so heiß. Das Fieber, es will nicht sinken. Jeder Knochen schmerzt. Schwer wiegen die Geldsorgen. Noch einmal den Gang zur Toilette wagen. Am besten das Handy mitnehmen – man weiß nie, ob nicht die Beine versagen. Der Weg zurück ins Bett ist geschafft. Gegen vier kommt der Schlaf aus der Ferne. Wie ein wohltuender Schleier legt er sich über den Körper. Erst zaghaft, dann sicher und fest. Und wie durch einen fernen Nebel erklingen zwei Silben: „Ma-ma!“ Das Kind, es ist erkältet und braucht etwas zu trinken. Immer im Dienst. Immer im Dienst. Weiterlesen

Weisheitszähne nicht so einfach ziehen lassen

Initiationsrituale kommen in der ganzen Welt vor. Sie sind dazu da, den Heranwachsenden in die Gemeinschaft aufzunehmen und ihm zu sagen: „Jetzt bist Du so weit, Du gehörst jetzt dazu.“ In vielen Urvölkern gibt es gefährliche oder gar brutale Rituale. Hierzulande sind die Initiationsrituale vielleicht nur mäßig gewaltsam, aber immerhin auch schmerzhaft. Das Kind wird ins Jugendalter geführt, indem ihm eine Zahnklammer verpasst wird – auch, wenn der Außenstehende kaum „schiefe Zähne“ feststellen kann. Tinnitus, Kopfschmerzen, Nackenverspannungen, Karies unter der Spange und andere Folgen werden inkauf genommen. Weiterlesen

Ode an die Realität

Ich lief und lief – immer weg. Und was da war, das sollte weg. Die Realität, so schien’s, war unaushaltbar, nicht begreifbar. Ich konnte sie nicht finden. Ich floh in den Gedankenraum, in die Welt der Wunder, des Traums und des Spiels. Ich hob ab. Und litt an Angst. Angst ist schwebend. Und die Wolken, sie trugen eines Tages nicht mehr. Ich glitt ab in die Realität. Fiel auf den Boden. Und der Boden gab Halt. Weiterlesen

Schwellengefühle

Wir schenken ihnen kaum Aufmerksamkeit, dabei sind sie so mächtig: die Momente auf der Schwelle. Das Baby weint, wenn es ins Bettchen gelegt wird – das Gefühl an der Schwelle zum Getrenntsein, zum Lichtausmachen, zum Schlaf ist so unangenehm. Bevor die Psychotherapiestunde beginnt, kommt der Druck, auf die Toilette zu laufen. Weiterlesen

Die Angst vor dem Ja-Sagen

„Ja.“ Und dann hat man den Salat. Mit „Ja“ rutscht man in was rein, aus dem man nie wieder raus kommt, oder? Beim „Ja“ geht die Falle auf. „Ja“ zum Leben, „Ja“ zum Partner, „Ja“ zum Kind. Ja-Sager haben die Welt von jeher ins Unglück gestürzt. „Ja“ ist oft Gehorsam ohne Nachdenken. „Ja“ führt ins Leben – und dann ist es so schwer, wieder rauszukommen. „Ja“ braucht ein Gegenüber, das auch „Ja“ sagt, oder? Und dann verschmilzt man. Und sucht das Nein. Und sucht, und sucht, und sucht. Weiterlesen

Die Psychoanalyse-Ausbildung pausieren (Beispiel DPV) – ein Erfahrungsbericht

Eine Psychoanalyse-Ausbildung ist kräftezehrend. Es kann Phasen geben, da drehen sich alle Gedanken nur noch um die Ausbildung: Kann ich in diesem Beruf zurechtkommen? Habe ich genügend Zeit für mein Kind? Kommt der Patient und wird er bleiben? Zahlt seine Kasse? Hat der auserwählte Supervisor noch einen Platz frei? Kann ich die Pflicht-Seminare noch zeitlich in den Alltag integrieren? Bleibe ich gesund? Bleibt der Lehranalytiker gesund? Hält mein Auto durch? Reicht das Geld? Sorgen über Sorgen. Weiterlesen

Overthinking und Grübelzwang: Das Leiden unter dem Unlösbaren. Fühlen kann dich vom Denken entlasten.

Wenn wir an Grübelzwängen leiden, müssen wir immer denken. Wir suchen die Lösung, aber finden sie nicht. Das Grundgefühl ist das Gequältsein. Schon morgens, wenn wir aufwachen, taucht unser quälender Gedanke auf: Da ist es wieder. Doch wie finde ich aus der Qual heraus? Es fühlt sich an wie ein Rätsel, das du nicht lösen kannst wie z.B. die Frage nach dem Sinn des Lebens oder nach dem Tod. Es ist das tiefe Grundgefühl, dass da etwas nicht passt und vielleicht nie passend werden kann. Es ist vielleicht wie das Gefühl, nicht mit der Mutter zusammenzupassen. Auch deine Wünsche, dein So-Sein und dein Körper passen nicht zu den Anforderungen, die von aussen kommen, so dein Eindruck. Weiterlesen

Warum laufen manche autistische Kinder auf den Zehenspitzen?

Kinder mit schwerem Autismus (Kanner-Syndrom) laufen nicht selten auf den Zehenballen. Es ist, als wollten sie nicht die Boden-Berührung am ganzen Fuß haben. Manche geben Schmerzen an, wenn sie den ganzen Fuß aufsetzen. Es gibt zahlreiche Theorien dazu, warum das so ist. Weiterlesen