Ausgeschlossen oder bedrängt
Ausgeschlossen oder bedrängt. Nur diese beiden Zustände kennt das Kind. Es versucht, die Mutter zu lesen. Aber da ist nichts, was es lesen könnte. Da sind nur fremde Buchstaben, die es nicht versteht, die niemand verstehen kann. Hier kommst Du nicht rein. Immer wieder kommt dem Kind dieses Bild der unlesbaren Mutter von früher. Es denkt: „Ich will das so nicht! Ich will mir eine Beziehung vorstellen, die geht. Nur, wenn ich mir eine Beziehung vorstellen kann, die geht, kann ich auch in echt eine berührende Beziehung eingehen“, denkt das Kind. Und es quält sich mehr und mehr, weil ihm die guten Bilder nicht kommen wollen.
Doch dann konzentriert es sich auf die Bilder, die nicht gehen. Und irgendwann merkt es, dass sie sich abschwächen. Wenigstens etwas.
Ausgeschlossen oder bedrängt. Ja, so war das. So ist die Erinnerung. So ist das innere Bild. Das Kind hat Angst, dass es keine berührende Beziehung eingehen könnte. Doch im Kind ist nicht dasselbe Relais kaputt wie in der Mama. Das Kind kann sich berühren lassen. Es kann berühren. Es kann warten und traurig sein. Es kann verstanden werden und verstehen.
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Dieser Beitrag wurde erstmals veröffentlicht am 27.9.2019
Aktualisiert am 27.7.2024