Der Borderline-Körper – auch nach Vojtatherapie als Baby: die komplexe posttraumatische Belastungsstörung (kPTBS) lässt sich langsam verstehen

Die Psychoanalytikerin Clara Mucci publicseminar.org erzählt, wie sie in der psychoanalytischen Ausbildung nicht genügend Handwerkszeug fand, um komplex traumatisierten Menschen zu helfen. Sie beschreibt, dass es sich bei den unerträglichen Zuständen der Betroffenen um eine Art „Erinnerung“ (siehe implizites Gedächtnis) an das handeln könnte, was die Betroffenen in frühester Kindheit erfahren haben.
Du hast den Angreifer hautnah erlebt. Dein Körper war der „Grund“ für den Angriff – für eine medizinische Behandlung, für die Vojtatherapie, vielleicht auch für einen sexuellen Missbrauch. Die Psyche scheint die Erfahrungen in der Form aufzunehmen, dass Du dich körperlich oft nicht gut fühlst, dich vielleicht ungelenk fühlst. Vielleicht gelingt es dir auch nur schwer, dich so zu kleiden, dass du zufrieden bist und dich nicht als Ausseinseiter fühlst.
Wenn es dir gut geht, wartest du vielleicht darauf, dass es dir bald wieder schlecht geht. Dein Körper überrascht dich vielleicht mit immer wieder neuen Symptomen. Und manchmal greifst du dich vielleicht auch selbst an. Angrenzend an Eckhart Tolles „Pain Body“ hast Du vielleicht einen „Borderline Body“.
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Links:
A New Way to Heal Borderline Bodies – An interview with Clara Mucci and Josh Maserow, 12.2.2019, publicseminar.org
Beitrag vom 22.4.2026 (begonnen am 20.3.2019)
One thought on “Der Borderline-Körper – auch nach Vojtatherapie als Baby: die komplexe posttraumatische Belastungsstörung (kPTBS) lässt sich langsam verstehen”
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Hallo Frau Voos,
bezogen auf das Thema Koerper, empfand ich dieses Buch als lesenswert:
Peter Geißler, Günter Heisterkamp: „Psychoanalyse der Lebensbewegungen: Zum körperlichen Geschehen in der psychoanalytischen Therapie – Ein Lehrbuch“.
Ich denke Koerper im Kontext von Borderline kann auch noch andere Funktionen uebernehmen. Mitunter ist der Koerper eine Objektrepraesentanz des inneren Zustands einer Person. Oder der Koerper wird als Objekt benutzt, um Dinge im aussen, also in der Umwelt zu bewirken. Letztlich ist der Koerper dann Verfuegungsmasse des eigenen Omnipotenzerlebens, ueber den man Kontrolle ausuebt. Wenn man seinen Koerper als blosses Objekt, also abgespalten vom Selbst, wahrnimmt, kann das vielleicht auch darauf hindeuten, wie mit einem in der Kindheit umgesprungen wurde.