Unangenehme Zustände, die nicht in Worte zu fassen sind – wie fühlen sie sich an? Über das komische Gefühl im Kopf

Wie, wenn eine Gefahr droht. Wie, wenn zwei Magnete sich abstoßen. Wie, wenn ein Störgeräusch zwischen uns ist. Ich möchte weinen, aber ich kann nicht. Wie wenn zwei Noten aufeinandertreffen, die nicht zusammen passen (zwei aufeinanderfolgende Töne = eine „Sekunde“). Arrgh, gsss, brrrzt.

Wie wenn man weglaufen möchte, aber gefesselt ist. Wie eine Hochspannung. Wie ein unbeherrschbares Chaos. Wie ein Schreienwollen, während der Hals abgeschnürt ist. Ein Bohren. Restless Legs.

Das komische Gefühl im Kopf

„Ich kann das gar nicht richtig beschreiben. Das ist so ein Schweben und so ein Drücken, So im Vorderkopf, an Schläfen und Stirn. Ich habe dabei Angst, verrückt zu werden. Es ist, als würde mein Kopf im Leerlauf etwas suchen und keinen Halt finden.“

Wenn uns etwas unheimlich erscheint oder wenn etwas sinnlos wird, dann haben wir manchmal so ein komisches Gefühl im Kopf. Da dreht sozusagen etwas leer. Häufig entsteht es, wenn wir etwas wirklich nicht verstehen, wenn uns etwas große Angst macht oder wir uns völlig verlassen und beziehungslos fühlen. Manchmal ist es verbunden mit starker Grübelei.

Der Psychoanalytiker Thomas Ogden beschreibt in seinem Buch „Frühe Formen des Erlebens“ (S. 85, Psychosozial-Verlag 2006), wie ein komisches Gefühl entsteht, wenn etwas aus seinem Sinnzusammenhang gerissen wird. Er schreibt:

„Während ich eines Abends nach dem Essen noch am Tisch saß, kam es mir plötzlich in den Sinn, wie merkwürdig es war, dass das Ding, das man im Englischen ’napkin‘ (= Serviette) nennt, seinen Namen durch die Verbindung der Laute „nap“ und „kin“ erhielt. Ich wiederholte die beiden Laute immer wieder, bis sich das erschreckende Gefühl einstellte, dass die zwei Laute überhaupt keine Verbindung mit dem Gegenstand hatten, auf dem mein Blick ruhte.

Es war mir nicht möglich, dahin zu gelangen, dass die Laute ganz selbstverständlich den Gegenstand ‚bedeuteten‘, den sie nur einige Minuten zuvor bedeutet hatten. Die Verbindung war unterbrochen und konnte zu meinem Schrecken nicht einfach durch einen Willensakt wiederhergestellt werden. Ich stellte mir vor, dass ich, … die Fähigkeit jedes einzelnen Wortes und aller Wörter, etwas ‚zu bedeuten‘ zerstören konnte, wenn ich in derselben Weise einzeln über sie nachdachte. An diesem Punkt hatte ich das äußerst beunruhigende Gefühl, eine Methode entdeckt zu haben, um mich verrückt zu machen“ (S. 83).

Verbundenheit ist die Lösung

Wenn wir uns isoliert fühlen, dann kann sich das komische Gefühl im Kopf verstärken. Es verstärkt sich aber auch, wenn wir uns mit jemandem unterhalten und dann im Gespräch zu etwas kommen, was uns Angst macht. Hier kann oft „Triangulierung“ helfen, also die Vorstellung, dass jemand Drittes dazu kommt und die Dinge nochmal ganz anders sieht oder sie uns „begreiflich“ machen kann.

Oft kann auch der eigene Körper dieses „Dritte“ sein – wenn wir uns wieder bewusst auf unseren Körper konzentrieren, können wir manchmal das komische Gefühl im Kopf reduzieren. Manchmal aber auch nicht.

Die Fokussierung auf etwas, z.B. die Konzentration auf einen Text, auf das Musizieren oder ein kompliziertes Computerspiel, kann das komische Gefühl manchmal lindern. Wenn wir bei unserem Tun in einen Flow geraten, kann es ebenfalls vergehen. Auch wenn wir nachts endlich einschlafen, also „ganz unsere Empfindung der Müdigkeit und des Schlafs werden“, geht es uns besser. Manchmal hilft Schokolade – sie erdet uns und hält unser Ich zusammen. Oft hilft auch eine heiße Dusche oder ein echter emotionaler Kontakt zu einem anderen Menschen.

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Beitrag vom 23.4.2026 (begonnen am 26.11.2016)

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