Still Face Experiment: Babys brauchen unser Lächeln. Zuwendung wirkt sich auf die Gene aus (Epigenetik)
Babys sind darauf angewiesen, dass die Mutter mit ihrem Gesicht auf sie reagiert. Wenn die Mutter im Gesicht keine Reaktion auf das Baby zeigt, wird es misstrauisch, unruhig, ängstlich und verzweifelt. Das lässt sich leicht in Experimenten nachweisen. Erfunden wurde das „Still Face Experiment“ (bewegungsloses-Gesicht-Experiment) von dem Entwicklungspsychologen Edward Tronick, University of Massachusetts, USA. Hier ein Video: youtu.be/apzXGEbZht0
Die mütterliche Zuwendung hat zudem Einfluss auf die Gene des Kindes. Der kanadische Forscher Michael Meaney wies in einem Tierexperiment nach, dass Rattenkinder, die zu wenig Zuwendung von der Mutter erhalten hatten, als ausgewachsene Tiere besonders stressanfällig waren. Der Grund: Bestimmte Gene konnten dauerhaft nicht mehr abgelesen werden. Das Forschungsfach, das sich mit diesen Zusammenhängen beschäftigt, heißt Epigenetik.
Links:
Ehsan Pishva et al. (2012):
Epigenetic epidemiology in psychiatry: A translational neuroscience perspective
Translational Neuroscience, Volume 3, Number 2 (2012): 196-212, DOI: 10.2478/s13380-012-0024-y
www.springerlink.com/content/r1h016m61677146h/
Ethan Watters:
DNA is not Destiny
Discovermagazine.com, 22.11.2006
Michael Meaney:
Wie die Zuwendung der Eltern die Stressvulnerabilität beeinflusst.
Molekularbiologische Grundlagen sozialer Erfahrung.
Verhaltenstherapie 2005; 15: 110-112


