Ultralangsames Yoga tut gut bei Frühtraumatisierung und beeinflusst HPA-Achse

Manchmal fangen wir hochmotiviert mit Yoga an und geben dann wieder auf. Dabei tritt die gute Wirkung oft erst nach einer längeren Zeit ein. Der Gründer des „Somatic Experiencing“, Peter Levine, sagt so treffend: „Die Fähigkeit des Körpergewahrseins muss sich langsam entwickeln. Wir können den Körper nur ganz allmählich erfahren“ (www.somatic-experiencing.de/…).
Die neuen Körpererfahrungen können in uns ein Wohlgefühl erwachen lassen und dahin wollen wir kommen. Dazu ist es wichtig, dass wir möglichst keinen „inneren Schweinehund“ überwinden müssen. Wie kann das gehen? Oft fängt die erste Yoga-Übung damit an, dass man sich hinstellt, die Arme beim Einatmen nach oben führt und beim Ausatmen nach unten. „Das ist mir schon zu viel“, sagen wir vielleicht, wenn wir an Gelenkschmerzen leiden oder mit unangenehmen psychischen Zuständen kämpfen.
„Mir tun die Schultern zu weh“, sagen wir, oder: „Mir wird’s schlecht, ich fühle mich beengt.“ Das Engegefühl korreliert vielleicht mit der Weite, die wir suchen – oder umgekehrt: Wir suchen und fürchten die Weite, wenn es uns einst viel zu eng war. Wenn wir anfangen wollen, um dran zu bleiben, müssen wir ganz klein anfangen: Wichtig sind schon die Vorbereitungen.
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links:
Chungda Lee (2018):
How can mindfulness-led breathing of qigong/Tai Chi work on qi and the meridian network?
Advances in Integrative Medicine, Volume 5, Issue 3, December 2018, Pages 122-127
www.sciencedirect.com/… „Although a growing body of clinical research suggests that a series of postures with slow and graceful movements of qigong are beneficial to various pathological conditions, the mechanical stimuli and corresponding biological mechanisms remain unclear. This article integrates the modalities of qigong with modern theories of lymphatic biology and mechanobiology to put forth the efficacy of qigong.“
Chris C. Streeter et al. (2012):
Effects of yoga on the autonomic nervous system, gamma-aminobutyric-acid, and allostasis in epilepsy, depression, and post-traumatic stress disorder. medical hypotheses, May 2012Volume 78, Issue 5, Pages 571-579, dx.doi.org/… , www.medical-hypotheses.com/…
J. Thirthalli et al. (2013)
Cortisol and antidepressant effects of yoga. Indian Journal of Psychiatry 55(Suppl 3):p S405-S408, July 2013. | DOI: 10.4103/0019-5545.116315, journals.lww.com/indianjpsychiatry/fulltext…
„More patients in the yoga groups had a drop in cortisol levels as compared to drug-only group. In the yoga-only group, the cortisol drop correlated with the drop in HDRS score (antidepressant effect).“
David Emerson, Elizabeth Hopper, Peter A. Levine:
Overcoming Trauma Through Yoga: Reclaiming Your Body. North Atlantic Books, 2012
„Yogis discovered that there are two primary roots of physical suffering. One is craving and its many effects: greed, grasping, clinging, addiction. The other is aversion: fear, terror, hatred, avoidance, anger, resentment. … Yogis … learned to reach in and turn off the switches that control fear, terror, aversion. To turn down the volume on hatred and resentment. And to systematically begin to reestablish feelings of well-being.“
(Übersetzt von Voos:) „Yogis entdeckten, dass es zwei wesentliche Wurzeln für physisches Leiden gibt: Zum Einen ist da die überstarke Sehnsucht/das Craving: Gier, Habsucht, Anhänglichkeit, Abhängigkeit/Sucht. Zum Anderen ist Abneigung überstark vorhanden. Dazu gehören Furcht, Schrecken, Hass, Vermeidung, Ärger, Verbitterung/Neid. Yogis … lernten, genau die Schalter zu erreichen, die diese aversiven Seiten kontrollieren. Sie entdeckten, wie man die Stärke des Hasses und des Grolls mindern und wie man systematisch das Wohlergehen wiederherstellen kann.“
Deutsche Fassung:
David Emerson & Elizabeth Hopper: Trauma-Yoga. Heilung durch sorgsame Körperarbeit.
Therapiebegleitende Übungen für Traumatherapeuten, Yogalehrer und alle, die ihren Körper heilen wollen
Probst-Verlag, 2. Auflage 2014
Megan R. Gunnar and Karina M. Quevedo, 2007:
Early care experiences and HPA axis regulation in children: a mechanism for later trauma vulnerability
Progress in Brain Research, Volume 167, 2007, Pages 137-149, www.sciencedirect.com/…
Maria Antonietta Nettis et al. (2019):
Early-Life Adversity, Systemic Inflammation and Comorbid Physical and Psychiatric Illnesses of Adult Life. Neuroinflammation and Schizophrenia pp 207–225, link.springer.com/…
Nirupa Goel et al. (2014):
Sex Differences in the HPA Axis. Comprehensive Physiology, Vol. 4, July 2014: 1121-1155, DOI: 10.1002/cphy.c130054, pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24944032/
Elizabeth Hopper über „Trauma Sensitive Yoga“ (TSY). New England Psychologist, 1. Januar 2016
Dunja Voos (2020):
Schatten der Vergangenheit. Trauma liebevoll heilen und innere Balance finden. amazon
Patanjali, R. Sriram (2006):
Das Yogasutra: Von der Erkenntnis zur Befreiung. Einführung, Übersetzung und Erläuterung von R. Sriram, kamphausen-media, amazon
Rahel Klatte et al. (2016):
The Efficacy of Body-Oriented Yoga in Mental Disorders. Dtsch Arztebl Int. 2016 Mar 25;113(12):195-202. doi: 10.3238/arztebl.2016.0195, www.ncbi.nlm.nih.gov/…
Richard Brown and Patricia Gerbarg: The Healing Power of Breath. amazon
Beitrag vom 18.4.2026 (begonnen am 25.11.2023)
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