Wie lange?

Wie lange muss ich auf sicherem Boden leben, damit ich mich sicher fühle, wenn ich aus einem Erdbebengebiet komme?
Wie lange muss ich mit gesunden Menschen zusammen sein, damit ich mich sicher fühle, wenn ich die Angriffe meiner Mutter überlebt habe? Wie lange muss ich in Frieden leben, bis ich mich sicher fühle, wenn ich im Bombenhagel groß wurde?
Ist die Frage nach dem „wie lange?“ überhaupt richtig? So schön wäre es, könnte die Frage anders lauten, könnte ein erleichterndes Wort schneller helfen. Es dauert lange. Sehr, sehr lange. Irgendwann lässt sich die Entwicklung spüren: Du kannst dich stückweise mehr entspannen, etwas mehr vertrauen, dich etwas sicherer fühlen. Es dauert lange. Sehr, sehr lange.
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Links:
Kerstin Konrad, Sabine C. Herpertz & Beate Herpertz-Dahlmann (2016):
Early trauma: long lasting, difficult to treat and transmitted to the next generation. Journal of Neural Transmission 2016, Volume 123, pages 1033-1035: „In addition, it has been demonstrated that psychiatric patients who have suffered from early traumatization are more difficult to treat than patients with a “healthy” childhood and are at greater risk for higher symptom severity and comorbidities, chronic course and poorer social functioning and quality of life (Teicher and Samson 2013).“ link.springer.com/…
Martin H. Teicher, Jacqueline A Samson (2013)
Childhood maltreatment and psychopathology: a case for ecophenotypic variants as clinically and neurobiologically distinct subtypes. American Journal of Psychiatry 170(10):1114–1133, doi.org/… , psychiatryonline.org/…: „Maltreated individuals with depressive, anxiety, and substance use disorders have an earlier age at onset, greater symptom severity, more comorbidity, a greater risk for suicide, and poorer treatment response than nonmaltreated individuals with the same diagnoses.“ … „Furthermore, it appears that survivors of early maltreatment differ in critical ways from other individuals with the same psychiatric diagnoses.“ … „Disorders emerge earlier in maltreated individuals, with greater severity, more comorbidity, and a less favorable response to treatment.“
Leonore C. Terr (1984):
Time and Trauma. Applications of Psychoanalysis. The Psychoanalytic Study of the Child, 1984, 39(1), 633–665, doi.org/…, tandfonline.com/…
Susan W. Coates et al. (2016):
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The Concept of Cumulative Trauma. Aspects of Normal and Psychological Development, Pages 286-306 | Published online: 10 Feb 2017, doi.org/… , tandfonline.com/…
TJ Gaensbauer (1995)
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Theodore J. Gaensbauer and Leslie Jordan (2009):
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Beitrag vom 17.6.2026 (begonnen am 30.8.2016)
3 thoughts on “Wie lange?”
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…auch ihnen aufrichtigen Dank. Ja so ist das. Aber es gibt diese Hoffnung auch bei mir, auch wenn ich den Weg dahin noch nicht weis. Ich habe gerade erst angefangen. In keiner anderen Therapieform fühle ich mich so verstanden und aufgehoben. Die Psychoanalyse ist meine innere Heimat und meine Hoffnung.
Ganz herzlichen Dank für Ihren berührenden Kommentar. Sie haben das so gut ausgedrückt: „die Flucht ins Innere“. Diesen Gedanen mit dem „Wieder“ hatte ich beim Schreiben auch. Ich glaube, es war mir zu schmerzhaft, das „wieder“ wegzulassen. Ja, wohin, wenn die Bedrohung von Beginn an da war? Ich dachte, der Text würde für die LeserInnen sonst zu hoffnungslos werden. Doch Sie zeigen mir das, was ich immer wieder auch erfahre: Man fühlt sich verstandener, wenn man die Wahrheit liest. Ich habe nun das „wieder“ weg gelassen.
… das Problem kann das “ Wieder“ sein. Für mich gibt es kein wieder weil es kein „Davor“ gab. Ich war vom Tag meiner Geburt. und vermutlich auch davor schon einer Bedrohung ausgesetzt die mich zur Flucht ins innere veranlasst hat. Der Weg von dort zu anderen ist mühsam und voller Angst.