Traumatherapie: Gemeinsamkeiten von Somatic Experiencing nach Peter Levine und Psychoanalyse

Der Biophysiker und Psychologe Peter Levine, somatic-experiencing.de hat durch einen eigenen Unfall herausgefunden, dass Traumata dann zu bewältigen sind, wenn die körperlichen Reaktionen zugelassen werden können, vor allem dann, wenn ein liebevoller Anderer anwesend ist (siehe: Dr. Peter Levine on working through a personal traumatic experience, Youtube).

Peter Levine bemerkte, wie der Körper aus seinem traumatischen, „eingefrorenen“ Zustand herausfindet, wenn man sich auf die Reaktionen konzentriert. Daraus entwickelte er seine Methode namens „Somatic Experiencing“.

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Beitrag vom 22.4.2026 (begonnen am 12.10.2020)

3 thoughts on “Traumatherapie: Gemeinsamkeiten von Somatic Experiencing nach Peter Levine und Psychoanalyse

  1. Dunja Voos sagt:

    Ganz herzlichen Dank für diesen Erfahrungsbericht! Über die möglichen negativen Verläufe der Psychoanalyse wird viel zu wenig öffentlich diskutiert, finde ich. Wie Sie es beschreiben, nämlich gefühlt kein Gegenüber zu haben, ist für nicht wenige Patienten ein Problem. Ich denke ja, dass gerade bei schweren Frühtraumatisierungen extrem starke Ängste und psychosenahe Zustände auftreten können. Ich glaube, viele Psychoanalytiker haben Schwierigkeiten, diese Zustände wirklich nachzuempfinden, weil viele selbst vielleicht nicht ganz so extreme Erfahrungen in der frühen Kindheit gemacht haben. Es gibt jedoch auch Psychoanalytiker, die so etwas von sich selbst auch kennen und dann vielleicht eher solche Angstzustände bemerken, weil sie wissen, wie sich vielleicht Ähnliches bei ihnen anfühlen kann.

  2. Ute Neemann sagt:

    genauso sehe ich es auch, meine Psychoanalytikerin hat mich in die Psychose und Dissoziation getrieben, indem sie Sätze die ich sage wiederholte oder eben gar nichts erwiderte. Die Retraumatisierung hat niemanden geholfen. Ich habe viele Jahre gebraucht, um wieder Boden unter den Füßen zu bekommen. Nach 10 Jahren habe ich die Psychoanalytikerin gefragt, ob sie meine Psychose und dissoziativen Zustände gesehen hat, sie meinte: „nein“. Ich hatte wahnsinnige Angstzustände, die sie nicht bemerkt hat…

  3. leighanne sagt:

    Hallo,

    ich verspüre jetzt doch das drängende Bedürfnis, mich zu diesem Blogeintrag zu äußern. Nachdem ich viel Erfahrung mit beiden Verfahren habe, habe ich große Probleme damit, dass Psychoanalyse hier mit Somatic Experiencing gleichgesetzt bzw. auf eine Stufe gestellt wird. Meines Erachtens ist das mintnichten der Fall.

    In den SE-Sitzungen bin ich einem Menschen auf Augenhöhe begegnet, der mit mir offen und transparent über mein Trauma gesprochen hat, der mir Zusammenhänge erklärt hat und gemeinsam mit mir vor allen Dingen ressourcenorientiert gearbeitet hat. Es verging nicht eine Sitzung, aus der ich nicht gestärkt herausgegangen wäre, in der ich nicht die Erfahrung gemacht hätte, meinen im Körper gespeicherten Mustern, seien sie nun emotional oder physisch, eben nicht ausgeliefert zu sein, sondern SELBSTWIRKSAM dafür sorgen zu können, mich nicht in den Strudel ziehen zu lassen. Jede Stunde hat damit geendet, wieder sicheren Boden unter den Füßen zu haben und auch Strategien an der Hand zu haben, die im Notfall helfen – wie das von Ihnen angesprochene Pendeln.

    Während der PA-Sitzungen bin ich einem Menschen begegnet, der nett war, sich aber niemals herabgelassen hätte, Dinge zu erklären, Zusammenhänge darzustellen, geschweige denn Strategien zu erarbeiten. Ich kann mich an nur sehr wenige Stunden erinnern, die ich mit dem Gefühl verlassen hätte, wirklich gestärkt und genährt raus ins Leben zu gehen bzw. mich tatsächlich gesehen zu fühlen. Und wenn, hat sich das auch in der Folgestunde wieder in Luft aufgelöst. Stattdessen war da ein Mensch, der der Meinung war, seine pure Existenz und der Kontakt mit ihm müsste schon das Non-Plus-Ultra sein, weil doch die Beziehung zu einem Psychoanalytiker so heilsam ist.

    Das ist aber keine Beziehung, die heilen kann. Beziehungen, die heilen, funktionieren anders, z. B. so, wie ich es im Zusammenhang mit den SE-Sitzungen beschrieben habe. Sie sehen das Gegenüber nicht als „Objekt“, das es zu therapieren gilt, sondern sie unterstützen den Patienten darin, wieder auf die Beine zu kommen, und zwar zeitnah. Sie verzichten auf Mystik, Geheimnistuerei und Unnahbarkeit.

    Das ist meine Erfahrung, und mir war es sehr wichtig, das klarzustellen, weil ich mich während der SE-Sitzungen tausend Mal mehr gesehen und verstanden fühlte als in hunderten PA-Sitzungen.

    Viele Grüße

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