Lebensfreude

Das kleine Mädchen läuft auf den Papa zu. Es kribbelt in seinem Bauch, vor lauter Freude. Er nimmt es in seine Arme und wirft es hoch in die Luft. Das Mädchen jauchzt. Der gesunde Vater ist stark. So stark, dass er seine eigenen Gefühle kennt, hält, lenkt. Er freut sich mit seinem Kind. Die beiden sind glücklich. Und arglos. Und sie dürfen es bleiben, denn die Mutter schaut zu und freut sich.

Das kleine Mädchen rennt auf den Papa zu. Es kribbelt in seinem Bauch. Doch er wird so komisch weich. Wieder diese Art der Begegnung. Sie endet immer in dieser merkwürdigen Situation. Das Kind ist irgendwie angezogen davon. Aber es fühlt sich schuldig. Scham kommt. Übelkeit. Irgendwas stimmt da nicht. Da ist was verdorben.

Beschwertheit kann man lernen

Das Mädchen liebt ihren Vater. Es möchte auf ihn zustürmen und ihn umarmen. Aber es weiß: Der Vater ist zu schwach dazu. Es wird unangenehm werden, wenn es einfach seine Lebensfreude zeigt. Das kleine Mädchen muss vorsichtig sein.

Die junge Frau kann ihre Liebe nicht so zeigen, wie sie will. Sie muss sich und ihre Liebe verstecken. Sie trägt nur Hosen. Lebensfreude zeigen heißt, zwei Menschen in eine furchtbar unangenehme Situation zu bringen. Deswegen geht sie auf die Welt nur sehr verhalten zu. Sie möchte die Welt nicht erregen. Und manchmal hasst sie ihre Lebensfreude, denn sie bringt nur Ärger mit sich.

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Dieser Beitrag erschien erstmals am 12.2.2016
Aktualisiert am 4.9.2025

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