Die Macht der Eltern dient den Kindern meistens als Schutz: Die Eltern sind weiser, größer und stärker als die Kinder. Doch wie leicht kann diese Macht missbraucht werden. Zu groß ist die Versuchung, ein Kind einfach hochzuheben und es in sein Zimmer zu sperren, wenn wir als Eltern wütend sind. Wie leicht ist es, ein Kind anzuschreien und es damit einzuschüchtern. Für uns Eltern ist das zunächst eine schnelle Entlastung. Doch dann folgt das schlechte Gewissen. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Cornerstone, Pixelio) [Weiterlesen...]
Macht über Kinder zu haben ist so leicht …
Magisches Denken
Wer einen Zusammenhang zwischen zwei Dingen sieht, die in Wirklichkeit nicht zusammenhängen, der denkt magisch. Wer “auf Holz klopft”, um ein Unglück abzuwenden, der verbindet gedanklich zwei unabhängige Dinge miteinander. Das magische Denken kann manchmal eine Lebenshilfe sein. Viele Menschen leiden jedoch darunter – zum Beispiel bei einer Zwangsstörung. Für kleine Kinder in der analen Phase (2.–3. Lebensjahr) ist das magische Denken ein normaler Bestandteil der Entwicklung. Am Ende der Entwicklung steht die Sicherheit, dass es zwischen den Gedanken und der äußeren Realität eine Grenze gibt. (Text: © Dunja Voos. Bild: © Juschi, Pixelio) [Weiterlesen...]
Trotz
Trotz und Liebe – wie passt das zusammen? Wenn so ein kleines trotziges Wesen vor einem steht, muss man gelegentlich ein wenig nach der Mutterliebe in sich suchen. Wie oft sieht man dieses Bild: Das kleine Kind in der Stadt steht auf der einen Seite und schreit, weil es möchte, dass die Mama zu ihm kommt und es auf den Arm nimmt. Die übermüdete Mutter steht ein paar Meter weiter weg und blickt verständnislos. Wie kann es sein, dass das Kind diese zwei Schrittchen nicht zu ihr laufen möchte? Wie kann es sein, dass es “so ein Theater” macht? Die Mutter bleibt stehen. Sie ist selbst wütend und hat die Sorge, ihr Kind könnte ihr irgendwann auf der Nase herumtanzen. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Oliver Haja, Pixelio) [Weiterlesen...]
Zwangsstörungen bei Kindern und Jugendlichen
Kleine Kinder können unglaublich zwanghaft sein. Da muss der Teddy in der richtigen Ecke sitzen, da darf die Mama nur über die weißen Steine laufen oder da muss der Fernseher zu einem bestimmten Zeitpunkt ausgestellt werden. Kinder haben oft viele kleine oder größere Zwänge. Das ist Teil einer normalen Entwicklung. Zu einer “Störung” wird es erst, wenn die Zwänge einen Leidensdruck hervorrufen und wenn Eltern und Kind deutlich das Gefühl haben: das ist zu stark, zu lang anhaltend, zu einschränkend. So unangenehm sie sind – Zwänge haben häufig ihren Sinn. Wird der Sinn der Zwänge zum Beispiel in einer psychoanalytischen Psychotherapie verstanden, lassen sie häufig nach. Sowohl Ärzte als auch Patienten werden hier leider sehr einseitig geschult und “aufgeklärt”. Meistens ist überwiegend von der Verhaltenstherapie und von Medikamenten die Rede, wie kürzlich im Deutschen Ärzteblatt (18.3.2011). Doch tiefenpsychologisch fundierte und analytische Psychotherapien sind ebenfalls wirksam; die Zwangsstörung ist in der Psychoanalyse schon lange als “Zwangsneurose” bekannt. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Knipseline, Pixelio) [Weiterlesen...]
Depressionen bei Kindern und
postpartale Depression der Mutter hängen zusammen
Nicht nur Erwachsene leiden unter Depressionen – auch bei Kindern und Jugendlichen kommen sie vor. Die Ursachen sind vielfältig. Einige Studien weisen darauf hin, dass schon das frühe Zusammenspiel zwischen Mutter und Kind Einfluss darauf haben kann, ob Kinder später depressiv werden oder nicht. Zu diesen Studien gehört die Untersuchung von Lynne Murray und Kollegen. (Text: © Dunja Voos. Bild: © Jutta Rotter, Pixelio) [Weiterlesen...]
Wer hat’s erfunden? Unterschiedliche Begriffe
von Psychiatern und Psychoanalytikern
Psychiater und Psychoanalytiker sind ja nicht gerade die besten Freunde. Während die Psychiater vergleichsweise schnell mit Diagnosen und Medikamenten zur Hand sind, verhalten sich die Psychoanalytiker meistens zurückhaltender – sie beobachten erst einmal, was denn in der Beziehung genau passiert. Von “gesund” und “krank” sprechen Psychoanalytiker seltener – genauso, wie sich viele Menschen, die an Ängsten, Depressionen und Unruhe leiden, selbst nicht als “krank” bezeichnen würden. Störungen, die in der Psychoanalyse schon lange bekannt sind und behandelt werden, erhalten durch neue Namensgebungen in der Öffentlichkeit ihre Aufmerksamkeit. Oft hat man das Gefühl, die Störungen seien brandneu und gerade entdeckt. Dabei wird vieles, was längst bekannt ist, nur in neuen Kleidern präsentiert. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Tobias Stepperr, Pixelio) [Weiterlesen...]
Übergangsobjekt
Kleine Kinder können enorm an ihrem Bärchen, Schnüffeltuch oder Schnuller hängen. Diese Gegenstände, die fast immer weich sind, werden als “Übergangsobjekt” bezeichnet. Geprägt wurde der Begriff von dem Kinderanalytiker Donald Woods Winnicott (1896-1971). Das Übergangsobjekt stellt eine “Brücke” zwischen dem Kind und der Außenwelt dar. Es erinnert das Kind an die Mutter – ihr Geruch, ihre Weichheit ist da, auch wenn sie selbst als Person gerade nicht greifbar ist. So fällt es dem Kind leichter, die Trennung von der Mutter zu ertragen. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Susi, Pixelio) [Weiterlesen...]
“Du musst mal lernen, loszulassen.”
Manchmal übertreiben wir es mit unserer “Loslass-Kultur”. Natürlich gibt es krankhafte “Ödipussis”, bei denen das “Sich-nicht-trennen-Können” eine große Rolle spielt. Doch heute hören und geben wir diesen Rat oft zu schnell. Da ist die Frau, die vor einem Jahr ihren Mann verloren hat. Da ist die junge Mutter, die ihr sechs Monate altes Kind nicht bei der Tagesmutter lassen will. Und dann ist da derjenige, der es “gut” mit uns meint und sagt: “Du musst mal lernen, loszulassen.” (Text: © Dunja Voos, Bild: © Günter Havlena, Pixelio) [Weiterlesen...]
Reflexionsfunktion (Mentalisierungsfunktion):
Wie wir unsere Gefühle kennenlernen
Meistens können wir uns unsere Gefühle und unser Verhalten selbst erklären. Wir können uns vorstellen, wie es ist, wenn wir ärgerlich sind, warum wir es sind und wie wir uns beruhigen können. Wir können aber auch in Grenzen ahnen, was im Kopf unseres Gegenübers vorgeht. Wir können uns vorstellen, was er sich wünscht, welche Gefühle und Überzeugungen er hat, ob er die Wahrheit sagt oder lügt – und verstehen auch das. Diese Fähigkeit, uns mentale Zustände in uns selbst und in anderen vorzustellen, heißt Reflexionsfunktion, oder auch Mentalisierungsfunktion. Wir erlangen diese Fähigkeit bereits im Kleinkindalter – allerdings nicht von selbst: Die enge Bindung zu Mutter und Vater (bzw. einer verlässlichen Bezugsperson) ist dabei unabdingbar. [Weiterlesen...]
Postpartale Depression: Es gibt Wege heraus
Wäscheberge, Isolation und Babygeschrei. Wie ist das alles zu schaffen? Wo bleibt das Mutterglück? Anders als beim “Babyblues”, den Heultagen, finden die Frauen bei einer Postpartalen Depression aus ihrer Erschöpfung und inneren Leere oft nur mit viel Mühe und langsam heraus. (Text und Bild: © Dunja Voos) [Weiterlesen...]
Zukunfts-Albtraum ADHS: Aufklärungskampagnen auch auf Bundesebene pharmagesteuert?
“ADHS und Zukunftsträume” (www.adhs-zukunftstraeume.de) – so lautet der Name einer “Informationskampagne”, die vom Pharmaunternehmen Shire gesteuert wird. Shire vertreibt das Medikament Equasym® (Wirkstoff: Methylphenidat), das zur Behandlung des Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndroms (ADHS) eingesetzt wird. Die Agentur, die Shire bei ihrer Öffentlichkeitsarbeit unterstützt, ist die Agentur Isgro, die bereits mit dem Schlagwort “Best Practice” in Bezug auf die ADHS-Aufklärung versehen wurde (“Kleine Krieger ganz groß”, PDF). (Text: © Dunja Voos, Bild: © Screenshot-Ausschnitt www.adhs-zukunftstraeume.de) [Weiterlesen...]
Palme®-Elterntraining: Erleichterung für Alleinerziehende
Es ist schon spät am Abend, aber das Kind will nicht schlafen. Und es wird kein Vater nach Hause kommen, der die Mutter ablöst. Viele Alleinerziehende sind erschöpft, nicht selten leidet darunter auch die Mutter-Kind-Bindung. Das “Präventive Elterntraining für alleinerziehende Mütter, geleitet von Erzieherinnen” (Palme®) kann helfen. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Rainer Sturm, Pixelio) [Weiterlesen...]



