22.05.2013.

Bundesverband Psychoanalytische Paar- und Familientherapie (BVPPF)

bvppfPaar- und Trennungskonflikte, Konflikte mit Kindern und Streit vor dem Familiengericht belasten heute viele Menschen. Manche haben schon alles auprobiert: Mediatoren, Erziehungsberatungsstellen, Jugendamt. Mit “lösungsorientierten” Ansätzen kommt man oft nicht weiter, weil es zu heiklen Familienthemen scheinbar keine “Lösung” gibt. Sehr hilfreich kann es dann sein, mit psychoanalytisch orientierten Therapeuten gemeinsam zu schauen, welche unbewussten Wünsche, Gefühle und Gedanken die Situation so schwierig werden lassen. Aus verfahrenen Situationen lässt sich dann oft ein Ausweg finden. Auf der Website des Bundesverbandes Psychoanalytischer Paar- und Familientherapie finden Sie Therapeutenadressen.

Zum Wohle des Kindes

Wenn ich den Ausdruck “Zum Wohle des Kindes” höre, wird mir manchmal ganz unwohl. Oft sagen es Fachleute, wenn sie nicht so recht weiterwissen. “Zum Wohle des Kindes” bedeutet doch oft auch, dass entweder Vater oder Mutter zurückstecken müssen. “Zum Unwohl eines oder beider Elternteile” könnte man manchmal sagen. Doch das Kind fühlt sich meistens dann wohl, wenn sich beide Elternteile auch wohl fühlen. Dieser Aspekt kommt meistens zu kurz, vor allem, wenn ein Dritter (z.B. ein Richter) zum Unwohl eines Elternteiles entscheidet.(Text: © Dunja Voos, Bild: © Ingrid Ruthe, Pixelio) [Read more...]

Zukunfts-Albtraum ADHS: Aufklärungskampagnen auch auf Bundesebene pharmagesteuert?

“ADHS und Zukunftsträume” (www.adhs-zukunftstraeume.de) – so lautet der Name einer “Informationskampagne”, die vom Pharmaunternehmen Shire gesteuert wird. Shire vertreibt das Medikament Equasym® (Wirkstoff: Methylphenidat), das zur Behandlung des Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndroms (ADHS) eingesetzt wird. Die Agentur, die Shire bei ihrer Öffentlichkeitsarbeit unterstützt, ist die Agentur Isgro, die bereits mit dem Schlagwort “Best Practice” in Bezug auf die ADHS-Aufklärung versehen wurde (“Kleine Krieger ganz groß”, PDF). (Text: © Dunja Voos, Bild: © Screenshot-Ausschnitt www.adhs-zukunftstraeume.de) [Read more...]

Die hochambivalente Mutter

gitti“Der Turm, der wackelt, der Turm, der wackelt, die oberste Spitze fällt ab.” Kennen Sie dieses Kinderlied? Wie an der Spitze eines solchen Turmes muss sich ein Kind fühlen, dass eine hochambivalente Mutter hat. Ob es Mütter gibt, die “nur schlecht” sind, wage ich zu bezweifeln. Wohl alle Mütter haben auch gesunde, ruhige und liebevolle Seiten. Doch das Kind einer ambivalenten Mutter, die in extremem Ausmaß mal so, mal so ist, kann sich nicht orientieren. Das Kind wird davon ganz unruhig. Es kann nicht einfach “sein”. Es muss immer die Lage checken und sich fragen: “Wie ist mir die Mutter heute gesinnt? Bekomme ich plötzlich Prügel oder Strafen, obwohl ich nichts Schlimmes getan habe? Wird sie nett und zugewandt sein? Ist sie gut gelaunt? Kann sie ertragen, wenn es mir gut geht?” (Text: © Dunja Voos, Bild: © Gitti, Pixelio) [Read more...]

Mentalisierung (Reflexion):
Warum wir über uns und andere nachdenken können

Meistens können wir uns unsere Gefühle und unser Verhalten selbst erklären. Wir können uns vorstellen, wie es ist, wenn wir ärgerlich sind, warum wir es sind und wie wir uns beruhigen können. Wir können aber auch in Grenzen ahnen, was im Kopf unseres Gegenübers vorgeht. Wir können uns vorstellen, was er sich wünscht, welche Gefühle und Überzeugungen er hat, ob er die Wahrheit sagt oder lügt – und verstehen auch das. Diese Fähigkeit, uns “mentale Zustände” in uns selbst und in anderen vorzustellen, heißt “Reflexionsfunktion”, oder auch “Mentalisierungsfunktion”. Wir erlangen diese Fähigkeit bereits im Kleinkindalter – allerdings nicht von selbst: Die enge Bindung zu Mutter und Vater (bzw. einer verlässlichen Bezugsperson) ist dabei unabdingbar. [Read more...]

Trotz

Trotz und Liebe – wie passt das zusammen? Wenn so ein kleines trotziges Wesen vor einem steht, muss man gelegentlich ein wenig nach der Mutterliebe in sich suchen. Wie oft sieht man dieses Bild: Das kleine Kind in der Stadt steht auf der einen Seite und schreit, weil es möchte, dass die Mama zu ihm kommt und es auf den Arm nimmt. Die übermüdete Mutter steht ein paar Meter weiter weg und blickt verständnislos. Wie kann es sein, dass das Kind diese zwei Schrittchen nicht zu ihr laufen möchte? Wie kann es sein, dass es “so ein Theater” macht? Die Mutter bleibt stehen. Sie ist selbst wütend und hat die Sorge, ihr Kind könnte ihr irgendwann auf der Nase herumtanzen. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Oliver Haja, Pixelio) [Read more...]

Wie sprichst Du eigentlich mit Dir?

“Sag mal – wie sprichst Du eigentlich mit mir?”, fragen wir vorwurfsvoll den anderen. Doch was ist mit uns selbst? Wie sprechen wir eigentlich mit uns? Vielen fällt es leicht, freundlich zu anderen zu sein. Wir sprechen anderen Mut zu, sagen ihnen: “Kopf hoch, das wird schon, Du machst das doch gut.” Doch wer einmal auf seine Selbstgespräche achtet, wird möglicherweise feststellen, dass diese nicht die nettesten sind. Da sagt man sich: “Mensch, jetzt reiß Dich aber mal zusammen”, oder “Das verzeih ich mir nie”, oder “Da war ich zu hochnäsig. Dass mir das aber auch immer wieder passiert – peinlich!” Wie wir mit uns selbst reden, hängt oft unweigerlich damit zusammen, wie unsere Eltern mit uns sprachen. Und was die Eltern uns sagten, kann man sehr einfach herausfinden: Man muss sich bloß selbst zuhören. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Petra Borg, Pixelio) [Read more...]

Ein Kind. Erlebt. Gewalt.

Erich_Westendarp_BachlaufEin Kind. Die Mutter hütet es, die Mutter liebt es. Die Mutter liebt es und sperrt es ein. Die Mutter hasst es und schlägt es. Eines Tages, das Kind ist 8, bringt es die Mutter fast um. Die Mutter hat das Kind fest im Griff. Auf dem Bett. Zum Schreien hat das Kind keine Luft mehr. Das Kind blickt flehentlich. Eine Ewigkeit. Die Mutter lässt los. Sie läuft weg. Mit seinem Blick hat das Kind sich selbst gerettet. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Erich Westendarp, Pixelio) [Read more...]

Säuglingsforschung – ein kleiner Überblick

Ein Baby ist von Anfang an präsent. Bereits im Mutterleib bekommt es vieles von dem mit, was die Mutter bewegt. Die meisten Schwangeren hören deshalb häufig den Satz: “Entspann’ Dich – Dein Stress überträgt sich doch auf’s Kind!” Dadurch geraten die Frauen manchmal in einen regelrechten “Entspannungsstress”. Jede Aufregung soll vermieden werden, um das Kind zu schützen. Ein verständlicher Wunsch. Aber Kummer und Nöte lassen sich gerade in der Schwangerschaft nicht immer vermeiden. Und wenn die Babys auf der Welt sind, kann man ihnen auch nicht immer gerecht werden. Doch es reicht oft schon, eine Menge zu wissen, die Kleinen zu respektieren und zu verstehen. Bekannte Säuglingsforscher haben schon lange herausgefunden, wie vollkommen die kleinen Erdenbürger sind. (Text und Bilder: © Dunja Voos) [Read more...]

ADHS: Lesetipp

Ich habe zwei wunderbare Texte zum Thema “ADHS” gefunden, die ich unbedingt empfehlen möchte. Sie zeigen, wie sehr psychische Traumata (z.B. Scheidung der Eltern) und Beziehungserfahrungen an der Entstehung von Unruhe, Unkonzentriertheit und Impulsivität beteiligt sind: [Read more...]

“Falsche Erziehung” – was ist denn das?

Kette_Rainer_SturmAlso, ich selbst habe eine Beziehung zu meinem Kind. Bei dem Begriff “Erziehen” denke ich an nutzlose Eltern-Kind-Rangeleien, an das “Hinzerren in eine von den Eltern gewünschte Richtung”, an Ohrfeigen, ans Geradesitzen und Bedanken. Ich kann mit dem Begriff “Erziehung” überhaupt nichts anfangen. Daher weiß ich auch nicht, was eine “falsche Erziehung” ist. Wenn ich beruflich im Stress bin und meinem Kind nur mit halben Ohr zuhöre, wird es irgendwann unruhig, quengelig und “unartig”. Wenn ich erkältet bin, wenn ich sauer bin auf eine Freundin, dann kommt mein Kind unter Umständen zu kurz. Und das äußert mein Kind durch Unbehagen. Hört man genau hin, kann man feststellen, dass es anfangs seine Wünsche “angemessen” äußert. Das “Unerzogene”, das kommt erst, wenn ein Kind mehrfach nicht gehört oder angeschaut wurde. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Rainer Sturm, Pixelio) [Read more...]

Shared Attention – geteilte Aufmerksamkeit

Erika_HartmannMutter (Vater, Oma, Opa …) und Kind können einander betrachten, miteinander kuscheln, spielen und reden. Oder aber sie können beisammen sein, während jeder seiner Beschäftigung nachgeht: Die Mutter kocht, das Kind spielt. Eine Idylle – und eine wichtige Erfahrung für beide.
Dann gibt es noch die “Shared Attention”, die “geteilte Aufmerksamkeit”, bei der Mutter und Kind sich gemeinsam um etwas kümmern, zusammen etwas schaffen oder gemeinsam etwas betrachten. Beide schauen auf dasselbe “Dritte” mit demselben Interesse und derselben Freude. Auch diese Erfahrung ist ganz wichtig. Kinder, die diese Erfahrung oft genug und ausreichend lang mit der Mutter (dem Vater etc.) gemacht haben, können sich leicht mit anderen auf etwas Gemeinsames einlassen. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Erika Hartmann, Pixelio)