
Du fühlst dich ohnmächtig – sei es, weil du verlassen wurdest, sei es, dass du dein Kind verloren hast oder dass du nicht weißt, wie es beruflich oder finanziell weitergehen soll. Stundenlang liegst du nachts wach. Wie sollen wir bloß mit dieser Hilflosigkeit umgehen? Schwierig, da etwas zu raten, denn manche Lebenssituationen lassen sich nur äußerst schwer verändern. Manchmal wird eine Phase der Ohnmacht, die wir für kurzfristig hielten, zu einem chronisch langen Leiden.Weiterlesen

Wenn Du unter Flugangst leidest, gibt es ein patentes Mittel: einfach nicht ins Flugzeug steigen. Doch dadurch kannst du wunderbare Chancen verpassen. Hier ein paar Tipps, wie du Flugangst lindern kannst: 1. Das „Drumherum“ muss stimmen: Denke genau darüber nach, warum du diese Flugreise antrittst. Wenn dein Partner auf diese Reise gepocht hat, dann kann dieser Konflikt Flugangst hervorrufen. Vielleicht hast du klein beigegeben, obwohl du lieber einfach an die Nordsee gefahren wärest. Weiterlesen
Auch das Negative arbeitet in uns: Die Abwesenheit der Mutter des anderen kann uns enorm beschäftigen. Wenn das äußere Objekt nicht da ist, dann sind wir mit unserem Ich ganz besonders allein – es wird deutlich spürbar, manchmal sogar übermächtig und quälend. Wenn wir mit einem anderen zusammen sind und in uns selbst etwas spüren, was wir nicht haben wollen, dann stoßen wir es gerne aus. Wir bringen es im anderen unter (projektive Identifikation) oder wir verdrängen und verleugnen es, also schieben es bei uns selbst in den Keller. Das alles setzt voraus, dass wir uns selbst als abgegrenztes Wesen erleben können. Weiterlesen

Als „Präcox-Gefühl“ (also vor-reifes Gefühl) wird ein erstes intuitives Gefühl bezeichnet. Es zeigt sich, bevor man weiß, was genau überhaupt los ist. In der Psychiatrie bezeichnet man damit den ersten intuitiven Eindruck des Psychotherapeuten vom Patienten, der oft schon deutlich auf die Diagnose „Schizophrenie“ hinweisen kann. Der Psychiater Thomas Fuchs schreibt in seinem Beitrag „Intuition in der psychiatischen Diagnostik“, S. 38 (beginnend mit einem Zitat von Jakob Wyrsch [1892-1980]: „‚Die Einzelsymptome und ihre Summe machen also das Ganze der Schizophrenie noch nicht aus, sondern es kommt immer noch etwas hinzu oder geht etwas darüber hinaus, und dieses Etwas muss es wohl sein, was uns intuitiv die Diagnose erlaubt‘ (Wyrsch 1946).“Weiterlesen

„Ich wäre gerne viel gelassener, disziplinierter, schlanker.“ Wir alle haben ein Ich-Ideal, also eine Vorstellung davon, wie wir gerne sein würden. Kleine Kinder möchten so sein wie die Grossen. Sie identifizieren sich mit ihnen und idealisieren sie. Erst später kommt es zur Desillusionierung: „Meine Eltern sind furchtbar, ich will niemals so werden wie sie!“, sagen wir jetzt vielleicht. Wir haben neue Vorstellungen davon entwickelt, wie wir gerne sein möchten. „Sehnsüchtig grüßt der, der ich bin, den, der ich sein möchte“, soll der dänische Philosoph Sören Kierkegaard (1813-1855) gesagt haben.Weiterlesen

Als damals die Flugzeuge ins World Trade Center rasten, sah man geschockte Menschen, die sich vor Entsetzen übergaben. Die Eindrücke waren überwältigend. Die Menschen befanden sich in einem Zustand puren Entsetzens und der Verwirrung. Viele Betroffene waren zunächst weit davon entfernt, sich mit Worten äußern zu können. Sie konnten nur mit Mühe sagen: „Da ist ein Flugzeug ins Gebäude geflogen.“ Was in der Psyche dieser Menschen ankam, war ein Eindruck, der noch nicht in Gänze gedacht oder in Worte gefasst werden konnte. Rohe, überwältigende Eindrücke erlebten wir wahrscheinlich besonders als Baby sehr stark, doch auch als Erwachsene haben wir damit zu tun.Weiterlesen

„Was mag der jetzt von mir denken?“ Wir machen uns einen Kopf darüber, was andere von uns denken. Wir haben das Gefühl, dass wir das ja relativ leicht steuern können, wenn wir uns nur „richtig benehmen“. Waz wir jedoch kaum beeinflussen können, ist, was der andere fühlt, wenn er mit uns zusammen ist. „Mag er/sie mich noch? Ist der/die andere sauer auf mich?“ Diese Fragen verunsichern uns. Weil es oft so schwer ist, zu beeinflussen, wie der andere in Bezug auf uns fühlt, wollen wir wenigstens, dass er gut über uns denkt. Wir beginnen dann damit, etwas leisten zu wollen. „Wenn ich viel leiste, dann mag mich der andere“, denken wir Weiterlesen

Gegen Einsamkeit Tipps geben zu wollen ist vielleicht so wie einem Wüstenwanderer zu sagen, er solle doch einfach mal zur Quelle gehen. Es war vielleicht oft ein langer Weg, der uns in die Einsamkeit geführt hat. Chronisch einsame Menschen sind oft Menschen, die schon als Kinder unsicher gebunden waren oder misshandelt wurden (Sabaß et al. 2022). Weiterlesen

Ich weiß es nicht. Noch nicht. Ich wälze mich unruhig im Halbschlaf, mein Herz rast. Ich berate mich mit anderen. Jeder Ratschlag verunsichert mich mehr. Unruhige Träume verwirren mich. Das Warten ist kaum auszuhalten. Meine Haut juckt unentwegt. Pro-und-Kontra-Listen gefrieren noch während des Schreibens. Ich suche das Internet ab. Es wird wieder eine unruhige Nacht. Und noch eine. Und noch eine. Und irgendwann, viel später, ist er auf einmal da: der richtige Gedanke. Zusammen mit dem richtigen Gefühl. „So mache ich es!“ Eine Sicherheit erfüllt und umgibt mich ganz und gar. So lange habe ich auf sie gewartet – und nun ist sie geboren. Weiterlesen