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Die Kunst des „Irgendwie“

„Sie müssen sich schon sicher sein“, höre ich. Doch sind die Zeiten heute nicht anders? Ist das Leben als Frau nicht anders? Als Alleinerziehende? Da gibt es doch noch die Intuition. Und den Zauber des Anfangs. Und das Reisen als Blinde. Manchmal muss man „irgendwie“ beginnen. Ich stehe im Nebel. Ich habe eine Ahnung davon, wo ich lang gehen will. Ich gehe von Grenzpfahl zu Grenzpfahl. Der Nebel lichtet sich. Immer ein bisschen mehr. Und als ich am Ziel bin, schaue ich auf meinen Weg des „Irgendwie“ zurück. Er ist kunstvoll. Wilde Blumen wachsen darauf.Weiterlesen

Das Eigenleben der Seele, das Eigenleben des Körpers

Ich liege im Gras. Mein Körper ist angenehm warm. Irgendwo da oben im verlängerten Rückenmark wird meine Temperatur für mich reguliert. Der Atem geht von selbst. Millionen Darm-Bakterien sorgen fürs Gleichgewicht. Kommt ein Virus, macht der Körper, was er will. Ich höre meinen Puls. Es ist schön, dass ich mich nicht um alles kümmern muss. Ich kann mit meinen Gedanken spazieren gehen und der Körper lebt von selbst. Auch die Seele lebt. Vieles kann ich steuern. Doch nachts, da träume ich. Weiterlesen

Subjekt und Objekt: Ich bin das Subjekt, die anderen sind meine „Objekte“. Die Vorstellungen darüber heissen Repräsentanzen

In psychoanalytischen Texten findet man häufig die Begriffe „Subjekt“ und „Objekt“. Mit „Subjekt“ ist die Person gemeint, um die es geht und deren Gefühle beschrieben werden. Wird zum Beispiel von Nina erzählt, dann ist Nina das Subjekt. Die „Objekte“ sind die Bezugspersonen. Mit „Objektbeziehungen“ sind die Beziehungen des Subjekts zu den Mitmenschen gemeint. Mutter und Vater sind die „primären Objekte“ (Primärobjekte). Als primäre Objektbeziehungen werden die Beziehungen zu Mutter, Vater und anderen nahestehenden Personen der frühen Kindheit bezeichnet. Weiterlesen

Wie lerne ich am besten Französisch?

Seit August 2024 lebe ich in Frankreich. Trotz vier Jahren Schulfranzösisch und vielen Selbstlernversuchen komme ich hier im Alltag erstmal nicht so richtig klar. „Tabitu?“ ist keine afrikanische Sprache, sondern heisst: „Tu habites où?“ Erst gestern noch konnte ich im Café nicht das Wort „soci“ finden, obwohl die Kassiererin jeden fragte: „Avecsoci?“ Das Rätsel konnte ich vor Ort noch lösen: „Avec ce-ci? (= mit dem hier? = ausserdem?). Überall gibt’s gute Ratschläge, doch am Ende ist man allein mit dem Problem. Hier eine Liste mit meinen bisherigen Erfahrungen und eigenen Ratschlägen:Weiterlesen

Distale dislozierte Radiusfraktur ohne OP, Teil 5: Ergebnis nach einem Jahr

Nun ist es ein Jahr her, dass ich mir den Radius des linken Unterarms gebrochen habe (Januar 2024). Die Bruchkanten waren ineinander verschoben und mussten eingerenkt werden. „Wir haben schon ein Bett für Sie auf Station“, hörte ich, denn die Fraktur müsse unbedingt operiert werden. Das Röntgenbild nach dem Einrenken (Reposition) sah zwar besser, aber „noch nicht befriedigend“ aus. Dennoch entschied ich mich, das Krankenhaus ohne Operation zu verlassen. Weiterlesen

Mainstream

Krippe viel zu früh, Ergo-, Sprachtherapie, Zahnspange, Weisheitszähne-Ziehen, Wurzelbehandlungen, Implantate. Standardgeburten mit PDA, Antidepressiva, Betablocker, Vorsorgeuntersuchungen am laufenden Band, bald Zahn-, Knie- und Hüftimplantate, Stents, Herzschrittmacher, Krankenhaus, Reanimation, Mehrmaliges Sterben auf Intensivstation. Ohne mich. Weiterlesen

Weinen hat viele Formen: Wenn die Tränen aus Trauer fliessen, sind wir ganz bei uns. Lass dir Zeit zum Trauern

Wir können vor Wut heulen oder tief-traurig schluchzen. Wir können leise in uns hieinweinen oder vor Angst wimmern. Sind wir überwältigt von Freude oder Schmerz, können uns ebenfalls die Tränen kommen. Je nach Art des Weinens reagiert auch unser Gegenüber: verunsichert, selbst traurig und tröstend, mitfühlend, schweigend oder genervt. Weiterlesen

Auf dem Boden an frischer Luft schlafen, kann Angst und Einsamkeit lindern

Wenn wir uns nachts wälzen, wenn wir grübeln und uns sorgen, kann es gut tun, den Ort der Qual zu verlassen. Wenn wir uns auf eine Decke auf den harten Boden legen, kann das Gefühl einer Sicherheit entstehen: Hier kann ich nicht mehr fallen. Ich habe den direkten Kontakt zum Boden. Die Härte des Bodens kann eine Art „Selbststrafe“ sein, die wir manchmal suchen, aber manchmal vielleicht auch wie eine Art Trost. Wenn wir uns auf den Boden ans leicht geöffnete Fenster legen, spüren wir, wie die frische Luft über unser Gesicht streicht. Auf dem Boden zu liegen, kann Ängste reduzieren. Durch das körperliche Erleben der relativen Härte kann sich das Ich-Gefühl wieder stärken. Weiterlesen

Den Berg stehen zu lassen, das ist die Kunst

„Wenn Du weißt, was Du willst, kannst Du Berge versetzen“, heißt es. Manche haben die Erfahrung gemacht, dass sie nahezu Übermenschliches schaffen, wenn der Wille und die Not gross sind. Wer Schaffenskraft, Energie, vielleicht auch Wut und Mut hat, der kann unglaublich viel verändern. Doch wird die Veränderung am Ende nicht immer als Gewinn empfunden. Es gibt Situationen im Leben, da ist es besser, den Berg stehen zu lassen, wo er ist. Es zu unterlassen, den Berg zu versetzen, kann um ein Vielfaches mehr Kraft kosten, als Berge in Bewegung zu setzen.Weiterlesen

Buchtipps: Die rote Couch von Irvin D. Yalom und: Und Nietsche weinte

Es ist schon rührend wie Irvin D. Yalom, emeritierter Psychiatrieprofessor der Stanford University, die Psychoanalyse immer wieder (ironisch) verteidigt und wie er sorgen- und humorvoll schreibt, wie andere Verfahren den Markt erobern: „Der Feind war bereits … nahe …: Biofeedback und Muskelentspannung gegen krankhafte Angstzustände; Implosion oder Desensibilisierung gegen Phobien; Medikamente gegen Depressionen … und dann all die verfluchten ‚Zwölf-Punkte‘-Gruppen für alles andere!“ (Die rote Couch, S. 247). Doch wird der Psychiater Irvin Yalom in seinem Buch der Psychoanalyse gerecht? Weiterlesen