Hysterie: Der Clown unter den Neurosen. Freuds Hysteriepatientin Dora blieb nur drei Monate lang

„Du bist ja hysterisch!“, werfen Männer manchmal ihren Frauen vor. „Hystera“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Gebärmutter“. Jeder Mensch kann in einer Überforderungssituation heftig reagieren. Doch hysterische Persönlichkeitszüge können uns viele Schwierigkeiten bereiten, wenn sie zu stark ausgeprägt sind.

Sind wir hysterisch, so leiden wir aus klassischer Sicht besonders stark unter Körperreaktionen, die wir nicht beherrschen können. Sowohl wir selbst als auch andere können die Symtome nicht einordnen. Die Hysterie kann mit der Hypochondrie eng verknüpft sein.

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Links:

Ruth Neumeister:
Die Hysterie: Ansatz zu einer Zwischenlösung. Zeitschrift für Psychologische Medizin, 2006, Heft 1, PDF
psychotherapie-graz.at : „Es geht aber nicht in erster Linie um eine bestimmte Stärke von Affekt, sondern um die Inszenierungen – die Affekte können als über- oder untertrieben empfunden werden.Für die Gegenübertragung heißt das, den Eindruck des Unechten und des Theatralischen zu bekommen. Es stellt sich auch oft Verwirrung ein. Häufig sind die mimischen Expressionen nur Fassaden.“

Stavros Mentzos:
Hysterie: Zur Psychodynamik unbewusster Inszenierungen. Vandenhoeck & Ruprecht, 11. Auflage 2012,
vr-elibrary.de/…

Stavros Mentzos:
Lehrbuch der Psychodynamik: Die Funktion der Dysfunktionalität psychischer Störungen. Vandenhoeck & Ruprecht, 3. Auflage 2009: 162, amazon

Siegfried Elhardt:
Tiefenpsychologie. Kohlhammer Stuttgart 2001: 132-138

Christina von Braun:
Das wandelbare Gesicht der Hysterie. Von der Hysterie zur Anorexie. Blog beziehungsweise weiterdenken, 8.2.2007

ICD 10: Histrionische Persönlichkeitsstörung: F60.4, Dissoziative Krampfanfälle: F44.5

Beitrag vom 24.6.2026 (begonnen am 18.8.2011)

6 thoughts on “Hysterie: Der Clown unter den Neurosen. Freuds Hysteriepatientin Dora blieb nur drei Monate lang

  1. S.U. sagt:

    Es ist für mich sehr schwer, Dramatisierung und Enotionalisierung auszuhalten, wenn es nicht besprechbar bleibt. Ich empfinde es als Machtausübung, der man sich kaum entziehen kann, wenn man sich zu einer Beziehung mit einem entsprechenden Menschen eingelassen hat. Es drückt sicher Hilf- und Sprachlosigkeit aus, bewirkt ebendies aber auch beim Gegenüber.

    Mein Eindruck ist auch, dass sich über hysterische Ausdrucksweisen überbordende emotionale Versorgungsansprüche, ja regelrechte Klagen und enorme Verantwortungsabwehr, manifestieren.

    Es erinnert mich an alle Symptomatiken, die einen frühen, verwirrenden Wechsel von „Verwöhnung“ (das Kind vor jeder unangenehme Regung schützen wollen) und Ignoranz ggü. zentralen kindlichen Bedürfnissen beinhaltet haben.

    Der Anspruch, dass das Leben leicht sein muss, mischt sich im Erwachsenenalter dann leicht mit einem mangelnden Glauben (und mangelnder Bemühung wegen fehlender Frustrationstoleranz), die eigenen Bedürfnisse selbstverantwortlich erfüllen zu können.

    Die hysterische Wut und Vorwürfigkeit, welche dann entstehen kann, übt sehr viel Druck auf das Gegenüber aus. Der Versuch das zu thematisieren wird dann schnell mit der Intensivierung des Dramas beantwortet.

    Will sagen: Ich erlebe Hysteriker/innen als SEHR machtvoll. Und sich dessen zumindest auch in Teilen sogar bewusst. Auch wenn die Überschrift der Inszenierung oft „Der/die Ohnmächtige“ lauten könnte.

    Es steckt eine gewisse Abwehr der Wahrnehmung eigener Macht über andere und sich selbst darin. Und lebt sie zugleich fast gewaltvoll einschüchternd und mächtig den anderen in die Verantwortung zwingend aus!

    Das erzeugt in mir regelmäßig Wut. Auch wenn ich weiß, dass das niemanden weiterbringt.

  2. Peter, Bruno Piatek sagt:

    Ich habe die Erfahrung gemacht das die Hysterie vermutlich durch Prägung über mehrere Generationen weitergegeben wird. Nicht die wahre Liebe steht im Mittelpunkt, sondern die Befriedigung der Geltungssucht und materieller Bedürfnisse unter Ausnutzung der Männer. Ich wurde zum Haus-Garten-und Familiensklaven ab degradiert . Meine Nachfolger scheiterten ebenfalls indem sie sich ausnutzen lassen haben und nur um der Zuwendung wegen Immobilien überschrieben haben.
    Es sind kalte Schönheiten mit den verzaubernden Fähigkeiten von Hexen.

  3. irene sagt:

    Meine Mutter wird immer hysterisch ,wenn man ihr etwas erklären möchte,was sie nicht versteht!! Sie droht sogar sich umzubringen,,,es ist sehr schwierig mit ihr zu reden! !!

  4. urs sagt:

    Offenbar gibt es Männer die mit einer HPS Ehefrau zusammenleben
    können, ich jedenfalls habe mich für die Trennung entschieden.
    Durch Zufall habe ich meine Frau entschlüsselt, ohne ICD 10.
    Ich habe nämlich 3 Töchter und die werden von dieser Störung massiv geschädigt, weil Sie
    das Gleiche Geschlecht haben wie meine Frau.
    Es folgt offenbar eine Ablehnung der Weiblichkeit und eine Uebertriebene zuwendung mir als Vater
    gegenüber,( an die Beine Klammern). Ich erlebe immer noch HPS in Reinkultur in meiner Familie, wie
    die Geltungssucht, kein Durchhaltevermögen, immer schneller, und noch etwas neueres.
    Extrem beeindruckt, hat mich das mit der Kastrationsangst, das war für mich völlig ein neues Kapitel,kann
    ich aber bestätigen, denn Haareschneiden durch die Mutter, ein Drama wie aus dem Bilderbuch.

  5. Hans sagt:

    In der Tat, der klare Bezug von Hysterie und Dissoziation war das Puzzleteil, das mir zum Verstehen noch gefehlt hat. Es macht die Beziehung zwar nicht leichter und gibt auch keine Hoffnung, es erleichtert aber als Narzist, Helferlein und (ihr) Krisenmanager, wieder zu sich zu finden, vieles nicht mehr so auf sich zu beziehen und der Ehefrau nicht mehr so böse zu sein, weil sie ja nicht anders kann.
    Danke

  6. Jan sagt:

    Der vorangegangene Text und die enthaltenen Informationen haben mir wirklich sehr geholfen meine Partnerin besser zu verstehen und mit der momentan herrschenden „Fernbeziehungs-Situation“ fertig zu werden.
    Ich bin dankbar für jede information die im Zusammenhang mit der „histrionischen Persönlichkeitsstörung“ stehen und die Zeilen dieses Artikels enthalten wirklich sehr viele, sehr interessante Infos.

    Danke für diesen „Kerzenschein in der Dunkelheit“ :-)
    Jan

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