Wie werde ich Psychoanalytiker*in? Die eigenen Abhängigkeiten anerkennen und Unsicherheit aushalten lernen

Wer Psychoanalytiker*in wird (und ist und bleibt), der wird (ist und bleibt) stets Mensch. Doch gerade in der Ausbildung gibt es viele Abhängigkeiten: vom Supervisor, von den Kostenzusagen, von der Treue der Patienten, von der eigenen Gesundheit und dem Funktionieren des Autos. Vielleicht kämpfen wir in der Ausbildung gegen diese Abhängigkeiten an. „Ich kann doch den Patienten nicht für meine Ausbildungszwecke festhalten“, denken wir und geben uns besonders „loslassend“.

„Ich darf dem Patienten nicht zeigen, wie abhängig ich auch finanziell von ihm bin“, denken wir und verzichten großzügig auf das Ausfallhonorar, weil der Patient in Not ist. Wir nicken auch noch hoffend, wenn Selbstzahler*innen mit ihren Zahlungen in Verzug sind. „Der Patient/die Patientin soll bloß nicht merken, wie abhängig wir von ihm/ihr sind!“, so der Gedanke. Und je größer die Abhängigkeit, umso stärker unter Umständen die Reaktionsbildung.

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Beitrag vom 22.1.2026 (begonnen am 11.9.2020)

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