Wann kommt man eigentlich auf die Idee, über sein Trauma zu sprechen? Über den Nullprozess (Zero Process) beim Trauma

Es gibt Menschen, die machen jahrelang eine Psychoanalyse, aber sie erzählen nicht von ihrem einschneidendsten Erlebnis. Sie verschweigen es nicht bewusst. Da ist auch kein Widerstand. Der Grund, warum sie es nicht erzählen: Es kommt ihnen einfach nicht in den Sinn, es zu tun.
Vielleicht war der Gedanke noch nicht fertig ausgebildet, sodass er nicht richtig gedacht werden konnte. Doch wie, wann und warum kommt es uns endlich in den Sinn, das sehr Wichtige zu erzählen?
„In meinem letzten Nachttraum war ein kariertes Sakko das wichtigste Element im Traum. Ich sah es immer wieder vor meinem inneren Auge, ich schrieb den Traum auf, erzählte anderen davon – lang und ausführlich. Doch über das karierte Sakko sprach ich nicht“, erzählte ich selbst einmal. Das Sakko fiel mir erst wieder ein, als das Körpergefühl zurückkam, das damit verbunden war – in einer Situation, in der es im Außen wieder seine Entsprechung fand. Jetzt konnte ich darüber sprechen.
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Links:
Joseph Fernando (2009):
The Processes Of Defense. Trauma, Drives, And Reality – A New Synthesis. Bloomsbury.com
Dunja Voos: Schatten der Vergangenheit.Trauma liebevoll heilen und innere Balance finden. amazon
Beitrag vom 14.5.2026 (begonnen am 23.7.2018)
4 thoughts on “Wann kommt man eigentlich auf die Idee, über sein Trauma zu sprechen? Über den Nullprozess (Zero Process) beim Trauma”
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Lieber Hubi,
ich glaube nicht, dass man da irgendetwas beschleunigen kann. Ich denke, es kommt alles zu seiner Zeit.
gerne ☺ï¸
mich würde noch interessieren, ob man solche prozesse beschleunigen oder fördern kann. das kann man in dem tun, dass man regelmäßig isst und schläft. aber kann man solche prozesse beschleunigen? die freie assoziation zuhause üben, damit man nicht mit leeren kopft da-liegt? oder läuft alles so, wie es laufen muss und es ist in ordnung so, weil alles zu seiner zeit kommt?
ich glaube schon, dass es einflussfaktoren gibt, die man anwenden kann… so gut für sich sorgen, wie es geht (aber das ist schwierig zu sagen, wenn man sich durch blockaden und ängste die bedürfnisse nicht erfüllen kann, darum ‚so gut es geht‘).
und vielleicht die dinge mal aus dem blickwinkel der liebe zu betrachten, wohlwollend.
danke für die rückmeldung – ich freue mich sehr! :-)
danke für den beitrag ðŸ™ðŸ¼