Freudscher Versprecher (englisch: Slip of the tongue, Freudian Slip, Parapraxis)

„Dieses Fleisch ist nicht zum Verkehr, Verzeihung, Verzehr geeignet.“ Dieser Radiosprecher hatte offensichtlich einen „Freudschen Versprecher“ (englisch: Freudian Slip). So bezeichnet man Worte, die uns herausrutschen, obwohl wir etwas ganz anderes sagen wollen. Nach Sigmund Freud gibt der Versprecher etwas von unserem Unbewussten preis: Er zeigt, was wir im Hintergrund denken. Daneben gibt es „Freudsche Verschreiber“: ein sehr häufiger Verschreiber ist „furchtbar“ statt „fruchtbar“. Freudsche Verhörer lassen ebenfalls auf unser Unbewusstes rückschließen („Der weiße Neger Wumbaba“ statt „Der weiße Nebel wunderbar“ im Lied: „Der Mond ist aufgegangen“). Manchmal werden solche Verhörer heute von Pädagogen als „auditive Wahrnehmungsstörung“ gedeutet.

Links:

Freudian Slippers
by The unemployed philosophers guild

Sigmund Freud:
Zur Psychopathologie des Alltagslebens
B. Das Vergessen von Vorsätzen
Projekt Gutenberg

Axel Hacke (Autor) und Michael Sowa (Illustrator)
Der weiße Neger Wumbaba
Kleines Handbuch des Verhörens
https://www.kunstmann.de/buch/axel_hacke-der_weisse_neger_wumbaba-9783888973673/t-0/

Das Drängen der störenden Redeabsicht
Dieter Fladers Kritik an Freuds Theorie der Versprecher
Göppinger Arbeiten zur Germanistik
Eckard Rot, Sabine Seelbach et al. (Hrsg.), Nr. 720
http://www.sven-staffeldt.de/mediapool/6/60834/data/Zusammenfassungen/Staffeldt_Draengen_2004.pdf

Dieser Beitrag wurde erstmals veröffentlicht am 7.8.2016
Aktualisiert am 11.11.22

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