Jetzt geht’s rund hier. Perversion bedeutet Aufregung, Faszination und “Böses”. Dieser Beitrag handelt nicht von der sexuellen Perversion, sondern von Menschen mit perversen Charakterzügen. “Pervertere” ist das lateinische Wort für “verdrehen”. Wir alle lieben es, auch mal die Dinge auf den Kopf zu stellen, um mit den harten Realitäten des Alltags klarzukommen. Jeder hat auch “perverse” Züge in sich. Bei einigen Menschen ist der Grad der Perversion jedoch so groß, dass sie selbst und andere darunter leiden. “Perverse Menschen” (ein diskriminierender Ausdruck, wie ich finde, aber es gibt gerade nichts Besseres) haben in ihrer Kindheit meistens schwere Traumata erlebt. (Text: © Dunja Voos, Bild: © CFalk, Pixelio. Quelle unter anderem: Vortrag von Delaram Habibi-Kohlen, Köln 9.4.2013, www.psa-kd.de) [Read more...]
Perversion (perverser Charakter, Charakterperversion)
Kognitive Prozesstherapie
(Cognitive Processing Therapy, CPT)
Bei der kognitiven Prozesstherapie sollen nach einem Trauma die “dysfunktionalen Überzeugungen modifiziert werden”. Das heißt: Wovon wir nach einem Trauma überzeugt sind, kann “dysfunktional” sein, also uns auf Dauer schwächen. Typische “dysfunktionale Überzeugungen” sind z.B. Gedanken wie: “Das kann auch nur mir passieren”, “hätte ich mich anders verhalten, wäre mir das nicht passiert”, oder “nach dem, was ich erlebt habe, kann ich dieses oder jenes vergessen”. Unter “Modifikation” versteht man “Veränderung”. In der Therapie sollen also behindernde Überzeugungen verändert werden. Das Denken soll “realitätsgerechter” werden. Die Kognitive Prozesstherapie nach Resick und Schnicke (1993) arbeitet an solchen dysfunktionalen Überzeugungen. [Read more...]
Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
Eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) ist eine psychische Störung, die nach einer seelischen Verletzung (Traumatisierung) auftreten kann. Eine PTBS kann sich nach einem einzigen Ereignis, z.B. nach einem Autounfall, entwickeln. Sie kann jedoch auch die Folge von wiederkehrenden seelischen Verletzungen sein: Menschen, die in ihrer Familie offene Gewalt erlebt haben, können genauso von einer PTBS betroffen sein wie Menschen, die “nur” ständig wiederkehrenden, vielleicht sogar versteckten, Demütigungen ausgesetzt waren. Manchmal liegen die seelischen Verletzungen jahrzehntelang zurück. Alte Menschen leiden heute häufig verstärkt unter den psychischen Folgen des zweiten Weltkrieges. Viele Menschen sind auch dadurch traumatisiert, dass sie dem Leiden anderer Menschen zusehen mussten. (Text: Dunja Voos. Bild: © Dagmar Zechel, Pixelio) [Read more...]
Aggressionen vorbeugen heißt auch Rassismus vorbeugen
Aggressive Kinder sind nicht einfach so aggressiv – sie haben wohl immer einen Grund dazu. Meistens sind es chronische, familiäre Traumata und Frustrationen, die dazu führen, dass ein Kind übermäßig aggressiv wird. Vernachlässigte und “autoritär erzogene” Kinder leiden zudem meistens an einem schwachen Selbstwertgefühl. In diesen Kindern wachsen Wut und Hass, weil sie zu wenig Liebe und Verständnis erhalten haben. In rassistischen Gruppierungen treffen viele dieser “verletzten Kinder” zusammen. Elternschulungen können dazu beitragen, dieser verheerenden Entwicklung vorzubeugen. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Tirenja, Pixelio) [Read more...]
Intrusion
Unter “Intrusion” versteht man das Einschießen traumatischer Bilder. Wer etwas Schlimmes erlebt hat, der leidet möglicherweise darunter, dass die Bilder des Erlebnisses immer wieder ungewollt in Gedanken auftauchen. Oft können sich die Betroffenen auch an kleinste Details des Vorfalls erinnern (Hypermnesie). Die Intrusion kann sich mit dem vollständigen Verdrängen abwechseln.
Typ-II-Trauma
Unter “Typ-II-Trauma” wird eine chronische Traumatisierung im Kindesalter verstanden. Dabei muss es sich nicht unbedingt um einzelne, schlimme Ereignisse handeln. Viele Menschen sind in ihrer Kindheit chronisch traumatisiert worden, ohne dass sie sagen würden, sie wären misshandelt oder vernachlässigt worden. Es sind jedoch viele grenzwertige Erlebnisse, wie Strafen, Trennungen, Auseinandersetzungen, Missachtung, Kritik oder Liebesentzug, die in ihrer Summe eben doch zu einem “Trauma” führen können. [Read more...]
Hypermnesie
Unter “Hypermnesie” versteht man das übergenaue Erinnern an Details eines (meist schrecklichen) Ereignisses (hyper = griechisch “über”, Mneme = griechisch “Gedächtnis”).
Typ-I-Trauma
Ein Typ-I-Trauma ist eine einmalige schreckliche Erfahrung, die ein Mensch (meist) im Erwachsenenalter macht. Zu solchen Erfahrungen gehören zum Beispiel Unfälle oder Erfahrungen mit Gewalt, Krieg oder Katastrophen. [Read more...]
Buchtipp: Versuchung des Bösen
Aggression ist nichts Schlechtes. Eine Abgrenzung, ein “Nein, das will ich nicht”, ist schon eine Form der Aggression, die wir täglich leben und die wir brauchen. Doch pathologische Aggression und Gewalt müssen in dieser Welt nicht sein. Über sein neues Buch “Versuchung des Bösen” sprach der Wiener Psychoanalytiker und Autor Hans-Otto Thomashoff mit Moderator Achim Schmitz-Forte in der in der WDR5-Redezeit am 5.3.2010. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Kösel-Verlag) [Read more...]
Alexithymie
Alexithymie ist die Unfähigkeit, Gefühle wahrzunehmen und zu beschreiben. Manchmal überdecken körperliche Beschwerden die eigentlichen Gefühle. Das Wort “Alexityhmie” leitet sich aus dem Griechischen “thymos” = “das Gefühl” und “lexis” = “das Lesen” ab. Die Vorsilbe “A-” verneint. Wörtlich ist “Alexithymie” also die Unfähigkeit, Gefühle zu lesen. [Read more...]



