18.06.2013.

Korrelation (r-Wert)

Der Buchstabe “r” steht in wissenschaftlichen Texten für die Korrelation. r = +1 heißt, es besteht eine perfekte positive Korrelation, also: Je mehr es regnet, desto mehr füllt sich der Eimer mit Wasser. Bei r = -1 besteht eine perfekte negative Korrelation: Je mehr Vitamine ich esse, desto weniger krank werde ich. Bei r = 0 ist kein linearer Zusammenhang festzustellen. Bei psychologischen Fragebögen gilt ungefähr:
r bis 0,3 = geringe Korrelation
r ab 0,5 = gute Korrelation
r ab 0,7 bis 0,8 und höher = sehr hohe Korrelation [Read more...]

d-Wert

Der “d-Wert” wird auch “Cohens d” genannt. Wenn Studien mit zwei Gruppen durchgeführt werden, dann vergleicht man unter anderem die Mittelwerte der Ergebnisse von Gruppe 1 und Gruppe 2. Ob die Mittelwertunterschiede bedeutsam sind, zeigt sich im “d-Wert”.
d = 0,2: kleiner Effekt
d = 0,5: mittlerer Effekt
d = 0,8: starker Effekt
Mehr dazu: Wikipedia: Effektstärke (http://de.wikipedia.org/wiki/Effektstärke) [Read more...]

Propensity-Score

“Propensity” heißt “Hang, Neigung”. Wenn Patienten in Beobachtungsstudien bestimmte Therapien erhalten, dann gibt es Gründe, warum Patient A eben Therapie A erhält und Patient B die Therapie B. Diese Tatsache wird mithilfe des “Propensity-Scores” berücksichtigt. Der Propensity-Score vermindert Verzerrungen von Studienergebnissen. Wenn eine Studie zum Beispiel zu dem Ergebnis kommt, dass Therapie A besser sei als Therapie B, dann wird dieses Ergebnis durch Einbeziehung des Propensity-Scores relativiert – also, Therapie A könnte zum Beispiel besser sein, weil diese Therapie nur jene Patienten erhalten, die im Durchschnitt noch jünger oder “gesünder” sind als Patienten, die mit Therapie B behandelt werden. Oder auf schlau: “Propensity-Score (PS) = bedingte Wahrscheinlichkeit, mit der – unter Betrachtung einer Anzahl von Variablen – ein Kandidat die Intervention erhalten würde” (Neukirch 2011). (Text: © Dunja Voos, Bild: © Rainer Sturm Pixelio) [Read more...]

p-Wert

In wissenschaftlichen Texten findet man häufig den “p-Wert”. Er wird angegeben, um zu zeigen, ob ein Studienergebnis “signifikant” ist oder nicht. “Signifikant” heißt, dass das Studienergebnis von Bedeutung (für den Patienten) ist: Zusammenhänge zwischen zwei Faktoren konnten überdurchschnittlich häufig festgestellt werden. Beispiel: Der Zusammenhang zwischen der Senkung des Blutdrucks und der Einnahme eines Betablockers ist hochsignifikant. Obwohl in der Medizin oft nur Zusammenhänge beschrieben werden können und man nicht immer sagen kann, dass der Faktor “X” ursächlich zum Ergebnis “Y” geführt hat, so kann man beim Beispiel der Betablocker davon ausgehen, dass Betablocker den Blutdruck senken. Zum p-Wert gibt es sehr viele Abhandlungen, Erklärungen, Kritiken und Interpretationen. Häufig haben die p-Werte diese Bedeutung:
p < 0,05 = das Ergebnis ist signifikant. In vielen Studien wird die Grenze auch bei 0,01 gesetzt, also:
p < 0,01 = das Ergebnis ist signifikant
p < 0,001 = das Ergebnis ist hochsignifikant

Konfidenzintervall

Wer eine Frage anhand einer Stichprobe beantworten will, kann nie sicher sein, wie repräsentativ diese Stichprobe ist. Ausgedachtes Beispiel: Ich nehme 100 Schüler, um die Frage zu beantworten, welche Mathe-Note am häufigsten vergeben wird. Angenommen, von diesen 100 Schülern haben 60 Schüler die Note “3″ erhalten. Dann kann ich nicht sagen, dass in ganz Deutschland die meisten Schüler eine “3″ in Mathe haben. Würde ich erneut 100 Schüler auswählen, hätten hier vielleicht 54 Schüler eine “3″. Nehmen wir an, ich würde immer wieder 100 Schüler auswählen und feststellen, dass in 95% der Fälle zwischen 54 und 60 Schülern eine “3″ haben. Dann lässt sich das statistisch gesprochen so ausdrücken: Das Konfidenzintervall liegt zwischen 54 und 60. Geschrieben sieht es dann so aus: “95% CI 54-60″. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Thomas Scholz, Pixelio) [Read more...]

Relative Erfolgsrate, Relative Risikoreduktion (RRR)

Ein hervorragendes Skript zu Begriffen wie “Relative Erfolgsrate” (z.B. RRR = Relative Risikoreduktion), zu Meta-Analysen und mehr Begriffen aus der Evidence Based Medicine findet sich hier: Ralf-Dieter Hilgers, RWTH Aachen: “Statistische Aspekte der EvidenceBasedMedicine II: Meta-Analysen”, Klick auf Vorlesungsunterlagen 28.10.2011.

Standardisierte Mittelwertdifferenz (SMD)

Die Standardisierte Mittelwertdifferenz (Standardized Mean Difference, SMD) wird als Effektmaß verwendet, wenn man viele Studien zu einer Frage untersucht, also eine Meta-Analyse durchführt. Beispiel: Ich möchte wissen, ob ein Antidepressivum bei Fibromyalgie wirkt. Dann kann ich verschiedene Studien unter die Lupe nehmen, die dieser Frage bereits nachgegangen sind. Angenommen, in den verschiedenen Studien wurden verschiedene Messmethoden vorgenommen, z. B. verschiedene Fragebögen zu Schmerzen oder Lebensqualität benutzt. Dann ist es schwierig, die verschiedenen Studienergebnisse als ein Ergebnis zusammenzufassen. Wenn ich trotzdem auf ein Ergebnis kommen möchte, kann ich dazu die Standardisierte Mittelwertdifferenz benutzen. Hieraus kann ich dann ablesen, wie sehr ein Antidepressivum im Mittel die Fibromyalgiesymptome verändert hat. [Read more...]

t-Test

Der “t-Test” vergleicht die Mittelwerte zweier Gruppen.

Odds Ratio (OR)

“Odds” kommt aus dem Englischen und bedeutet eigentlich: Die Wahrscheinlichkeit, beim Wetten zu gewinnen. Die “Odds” in medizinischen Studien zeigt an, wieviele Ereignisse auf wieviele Nicht-Ereignisse kommen. Beispiel: 5 Medizinstudenten gehen in die Mensa. Dabei verdirbt sich 1 Student den Magen, während sich die 4 anderen Studenten nicht den Magen verderben. Die “Odds” für das “Magenverderben” beträgt hier 1:4 = 0,25 = 25%. (Im Vergleich dazu würde sich das “Risiko” auf die Gesamtzahl der Studenten beziehen: Risiko = 1:5 = 0,2 = 20%.) (Text: © Dunja Voos, Bild: © Rainer Sturm, Pixelio) [Read more...]

Cluster

In psychologischen und medizinischen Studien ist immer wieder die Rede von “Clustern”. “Grob gesagt versteht man unter Clustering die Einteilung von mehr oder weniger großen Datenmengen in verschiedene Gruppen bzw. Klassen.” So erklärt es Can Önder in seinem ausfürhlichen, aber verständlichen Beitrag “Clustering” vom 15. Januar 2004, Technische Universität München, Fachgebiet “Erweiterte Realität”. [Read more...]

Empirisch belegt – was heißt das?

Oft liest man, dass die Wirksamkeit einer Therapie “empirisch belegt” ist. Das ist häufig einfach gleichbedeutend mit “wissenschaftlich belegt”. “Empireia” ist griechisch und heißt “Erfahrung”. Wenn eine Therapie empirisch belegt ist, kann das heißen: Die Wirksamkeit ist durch Erfahrung offensichtlich oder sie wurde durch Beobachtung oder Experimente nachgewiesen. [Read more...]

Hazard Ratio (HR)

Die Hazard Ratio (HR) ist nicht dasselbe wie das Relative Risiko (obwohl sie wohl oft so verstanden wird). Die Hazard Ratio bezieht sich auf eine bestimmte Zeitspanne. “Hazard” (Gefahr, Risiko) wird auch so geschrieben: h(t). Damit ist die Wahrscheinlichkeit gemeint, mit der ein Mensch (Patient), der für eine bestimmte Zeit unter Beobachtung steht, in dieser Zeit ein “Ereignis” hat. Das “Ereignis” kann zum Beispiel ein Herzinfarkt sein oder die Heilung. Bei der “Hazard Ratio” werden verschiedene “Hazard Rates” in Beziehung zueinander gesetzt. Unter “Rate” versteht man die Anzahl der Ereignisse in einer bestimmten Zeit. Die “Rate” aus einer Gruppe wird dann mit der “Rate” aus einer anderen Gruppe verglichen (“Ratio” = “Verhältnis”). [Read more...]