Ein Kind. Die Mutter hütet es, die Mutter liebt es. Die Mutter liebt es und sperrt es ein. Die Mutter hasst es und schlägt es. Eines Tages, das Kind ist 8, bringt es die Mutter fast um. Die Mutter hat das Kind fest im Griff. Auf dem Bett. Zum Schreien hat das Kind keine Luft mehr. Das Kind blickt flehentlich. Eine Ewigkeit. Die Mutter lässt los. Sie läuft weg. Mit seinem Blick hat das Kind sich selbst gerettet. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Erich Westendarp, Pixelio) [Read more...]
Ein Kind. Erlebt. Gewalt.
Verpflichtung zur “U” (Kindervorsorgeuntersuchung) –
kann das gut sein?
Aufgeregt kommt eine Freundin bei mir an: Sie hat Post vom Jugendamt erhalten. Das Wort “strafrechtlich” kommt darin vor. Sie hatte es verpasst, um den dritten Geburtstag herum mit ihrem Kind zur U7a, also zur 7. Vorsorgeuntersuchung, zum Kinderarzt zu gehen. Die Kindervorsrogeuntersuchungen sind in vielen Bundesländern bereits verpflichtend. Wer nicht hingeht, erhält Post vom Jugendamt mit der Aufforderung, die verpasste Untersuchung nachzuholen. Ansonsten kämen Jugendamtsmitarbeiter ins Haus, um sich nach der Lage zu erkundigen und ggf. weitere Schritte einzuleiten. Der gute Gedanke dahinter ist klar: Immer wieder hört man in den Nachrichten von furchtbaren Fällen, in denen Kinder misshandelt und vernachlässigt wurden – im schlimmsten Fall mit tödlichem Ausgang. Das möchte man um alles in der Welt verhindern. Aber lässt es sich verhindern? Und muss man dazu gleich die gesamte Bevölkerungsschicht, die gerade Kinder hat, durchforsten und immer wieder durch “Drohbriefe” aufschrecken? (Text: © Dunja Voos, Bild: © bagal, Pixelio) [Read more...]
Die Angst vor dem Friseur
Vor Urzeiten zogen die Friseure auch Zähne. Noch heute gehören Friseure und Zahnärte derselben Berufsgenossenschaft an (BG für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege). Viele Menschen haben nicht nur Angst vor dem Zahnarzt, sondern auch vor dem Friseur. Das betrifft vor allem die Menschen, die als Kind Gewalt und Missbrauch erfahren haben. Nicht selten müssen sie erst mühselig lernen, sich selbst gut zu behandeln und sich anderen körperlich wieder anzuvertrauen. Der Friseurbesuch erfordert dann Mut. Wenn Sie das erste Mal nach langen Zeiten zum Friseur gehen, suchen Sie sich einen “liebevollen Laden” aus. Es gibt Friseurinnen, die sehr feinfühlig sind und erkennen, wie schwer es für den Kunden ist, den Friseur aufzusuchen. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Günter Havlena, Pixelio) [Read more...]
Sexueller Missbrauch in den Medien: einseitige Nein-Sage-Beiträge werden Kindern nicht gerecht
In den Medien wird weiter emsig, aber oft einseitig über sexuellen Missbrauch aufgeklärt. Es ist nun zwei Jahre her, da hieß es in einem Artikel der ZEIT: “Bei sexuellem Missbrauch geht es immer darum, dass Erwachsene etwas mit Kindern machen, was die Kinder nicht wollen” (Kinder-ZEIT vom 22.4.2010: “Nein zu Kindesmissbrauch!”). Wenn es doch so einfach wäre … Die Autorin, Dr. Kerstin Stellermann, ist Kinder-Psychiaterin. Ich schrieb einen Leserbrief an die Redaktion. Doch der wurde abgelehnt mit dem Argument, Dr. Stellermann sei vom Fach und kenne sich aus. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Screenshot blog.zeit.de> [Read more...]
Buchtipp: Die geprügelte Generation
Als ich das Buch “Die geprügelte Generation” der Kölner Autorin Ingrid Müller-Münch bestellte, wollte ich damit das Bild ergänzen, das ich aus den Büchern von Sabine Bode zu den Kriegsenkeln, Kriegskindern und Nachkriegskindern sowie von Tina Soliman und Angelika Kindt zum Thema “Eltern-Kind-Kontaktabbruch” gewonnen hatte. Meine Erwartung wurde nur teilweise erfüllt. Es ist ein gutes Buch, ohne Frage. Ingrid Müller-Münch ist es gelungen, eine unglaublich “echte” Atmosphäre aufzubauen. Schon allein das immer wiederkehrende Foto des kaputten Teppichklopfers erinnert regelmäßig an die Gewalttaten, die so viele Kinder zu Hause erlebt haben – und oft immer noch erleben. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Klett-Cotta) [Read more...]
Warum es so schwer ist, Kindesmissbrauch zu entdecken
Auf einem Ärztekongress erzählt mir eine Kollegin, sie habe drei Kinder. Seit das jüngste Kind auf der Welt ist, gibt es eine Vorsorgeuntersuchung beim Kinderarzt, die es vorher nicht gab: die U7a. Sie vergaß diese U und erhielt prompt Post vom Jugendamt, mit der Aufforderung, zügig einen Termin beim Kinderarzt zu machen. Die Ärztin sagte, ihr Kind sei gesund und sie halte es nicht für nötig, die U7a wahrzunehmen. Daraufhin kündigte das Jugendamt an, sie zu Hause zu besuchen. Viele Politiker und Ärzte halten dieses Vorgehen angesichts der vielen unentdeckten Missbrauchsfälle für gerechtfertigt. Aber ist so ein Vorgehen wirklich sinnvoll? (Text: © Dunja Voos, Bild: © Rainer Sturm, Pixelio) [Read more...]
Hilfe suchen und annehmen ist schwierig
Hilfe zu suchen und anzunehmen ist gar nicht so einfach. Je schlechter es einem geht, umso weniger Kraft hat man manchmal, Hilfe zu suchen und umso schwieriger kann es sein, auf die eigenen Probleme hinzuweisen. Viele können gar nicht in Worte fassen, was sie empfinden und wenden sich mit allerlei körperlichen Beschwerden an ihren Hausarzt – dies ist beispielsweise einer von vielen Gründen, warum psychische Störungen wie Angststörungen und Depressionen so spät erkannt werden. Wer in einer psychisch schlechten Verfassung ist, hat zudem oft ganz besonders große Angst davor, sich von einem Therapeuten abhängig zu machen. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Günter Havlena, Pixelio) [Read more...]
Hans von Lüpke in “Psychologie heute” über Kindesmisshandlung
“Kindesmisshandlung ist ungeheuerlich, aber nicht unbegreiflich” – so lautet der Titel eines sehr lesenswerten Beitrags in der Zeitschrift Psychologie heute, Oktober 2010 (S. 76-79). Der analytische Kinderpsychotherapeut Hans von Lüpke erklärt im Gespräch mit Psychologie-Heute-Autorin Helga Levend, wie Kindesmisshandlung zu verstehen ist, wie sie zustande kommt und welche Präventionsmöglichkeiten es gibt. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Gerhard Haaken, Pixelio) [Read more...]
Leitfaden für Ärzte: “Gewalt gegen Kinder”
Der 163-seitige Leitfaden “Gewalt gegen Kinder und Jugendliche” für Ärzte ist sehr empfehlenswert. Schrittchenweise werden verschiedene Situationen durchgespielt. Der Arzt erhält konkrete Tipps, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Zusammenarbeit mit anderen Institutionen liegt. Persönliche Kontakte sind unerlässlich. Am Ende des Leitfadens steht ein ausführlicher Adressteil. Der Leitfaden kann auf der Website des Bayerischen Familienministeriums heruntergeladen werden: http://www.stmas.bayern.de/jugend/kinderschutz/leitfaden// (Text: © Dunja Voos)



