“Entsymbolisierung” ist ein Begriff, den der Psychoanalytiker Harold F. Searles geprägt hat. Kinder lernen im Laufe ihrer Entwicklung, nicht alles wörtlich zu nehmen, sondern auch Sinnbilder (Metaphern) und Symbole zu verstehen. Harold Searles beschreibt, dass bei schizophrenen Patienten diese Entwicklung manchmal wieder zurück läuft: Während viele Patienten früher sehr wohl Sinnbilder verstanden haben, nehmen sie in der Schizophrenie wieder alles wörtlich. Konnte der Patient vorher verstehen, dass “blau machen” eigentlich “Arbeit schwänzen” bedeutet, so stellt er sich infolge der Entsymbolisierung vor, dass da tatsächlich jemand etwas “blau macht”, also einem Gegenstand blaue Farbe verleiht. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Steffi Pelz Pixelio) [Read more...]
Entsymbolisierung
Konkretistisches Denken
Wenn kleine Kinder das Wort “Kreislaufprobleme” hören, denken sie, da hätte jemand Probleme damit, im Kreis zu laufen. Kleine Kinder können nur konkret denken, sie haben ein “konkretistisches” Denken. Redensarten und Wortbilder (Metaphern) zu verstehen, gelingt ihnen erst im Laufe ihrer Entwicklung. So ist es mit psychotischen Patienten sehr oft auch: Sie nehmen alles wörtlich und meinen das, was sie sagen, ebenfalls wörtlich. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Rita Köhler, Pixelio) [Read more...]
Buchtipp: Harold F. Searles:
Der psychoanalytische Beitrag zur Schizophrenieforschung
Die “Collected Papers on Schizophrenia and Related Subjects” des Psychoanalytikers Harold F. Searles (geb. 1918) wurden erstmals im Jahr 1965 veröffentlicht. 2008 legte sie der Psychosozial-Verlag neu auf: Das Buch “Der psychoanalytische Beitrag zur Schizophrenieforschung” ist 275 Seiten stark, eng bedruckt und herrlich gemütlich. Es wurde mit großer Sorgfalt aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt. Die Sprache stammt ungewohnterweise aus der Zeit vor dem Internet. Man kann schmunzeln, wenn man Formulierungen wie diese liest: “so aber dünkt es mir völlig natürlich …” (S. 84). Erholsamerweise gibt es keine Info-, Merkkästen oder sonstige Marginalien. In aller Seelenruhe und höchst präzise beschreibt Searles seine Arbeit mit schizophrenen Patienten. Gänzlich unaufgeregt, sehr nüchtern und logisch erklärt er, wie das “Verrücktsein” entstehen und wie die psychoanalytische Behandlung helfen kann. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Psychosozial-Verlag) [Read more...]
Schizophrenie
Die Schizophrenie ist eine psychische Störung, bei der die Betroffenen teilweise den Bezug zur Realität verlieren. Sie leiden unter Symptomen wie Wahnvorstellungen, Halluzinationen oder Störungen im Ich-Erleben. Diese Symptome werden auch als “Plus-Symptome” bezeichnet. Der Betroffene ist unruhig, fühlt sich beispielsweise verfolgt (Verfolgungswahn) oder ist überzeugt davon, zu verarmen (Verarmungswahn). Hört der Patient Stimmen, oder sieht er Dinge, die gar nicht da sind, so leidet er unter Halluzinationen (akustische bzw. optische Halluzinationen). (Text: © Dunja Voos, Bild: © Rainer Sturm, Pixelio) [Read more...]



