Es ist so unglaublich spannend, wenn der Autismus aus psychoanalytischer Sicht erklärt wird. Kürzlich las ich das Buch “Wendepunkte – zur Theorie und Klinik psychoanalytischer Veränderungsprozesse” (Hrsg. Bernd Nissen, Psychosozial-Verlag 2012). Das Kapitel “Die Analyse autistischer Zustände im Erwachsenenalter” von Judith Mitrani erlaubt faszinierende Einblicke in die autistische Welt. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Psychosozial-Verlag) [Read more...]
Autistische Zustände psychoanalytisch erklärt –
Buchtipp: “Wendepunkte”
Perversion (perverser Charakter, Charakterperversion)
Jetzt geht’s rund hier. Perversion bedeutet Aufregung, Faszination und “Böses”. Dieser Beitrag handelt nicht von der sexuellen Perversion, sondern von Menschen mit perversen Charakterzügen. “Pervertere” ist das lateinische Wort für “verdrehen”. Wir alle lieben es, auch mal die Dinge auf den Kopf zu stellen, um mit den harten Realitäten des Alltags klarzukommen. Jeder hat auch “perverse” Züge in sich. Bei einigen Menschen ist der Grad der Perversion jedoch so groß, dass sie selbst und andere darunter leiden. “Perverse Menschen” (ein diskriminierender Ausdruck, wie ich finde, aber es gibt gerade nichts Besseres) haben in ihrer Kindheit meistens schwere Traumata erlebt. (Text: © Dunja Voos, Bild: © CFalk, Pixelio. Quelle unter anderem: Vortrag von Delaram Habibi-Kohlen, Köln 9.4.2013, www.psa-kd.de) [Read more...]
Paul Ekman – der “Gesichtsforscher”
Sind wir überrascht, heben wir die Augenbrauen und öffnen die Augen weit. Das tun alle Menschen auf der Welt – unsere Gesichter spechen eine Sprache. Der amerikanische Psychologe Paul Ekman hat sein ganzes Berufsleben lang Gesichter erforscht. Zusammen mit seinen Kollegen Wallace V. Friesen und Joseph C. Hager entwickelte er das “Facial Action Coding System”, eine Datensammlung einer schier unglaublichen Anzahl von Gesichtsausdrücken. Ekmans Erkenntnisse werden unter anderem in der Therapie von Menschen mit Autismus eingesetzt – hier können die Patienten “lernen”, welche Gesichtsausdrücke welche Gefühle ausdrücken. Paul Ekman erforschte jedoch nicht nur die Mimik, sondern auch die gesamte Körpersprache. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Katharina Wieland-Müller, Pixelio) [Read more...]
Schizoide Persönlichkeitsstörung (Schizoide Neurose, Schizoidie)
Sie sind oft beruflich genial: Menschen mit einer schizoiden Neurose. Ihre Stärke ist das logische und abstrakte Denken. Viele Schizoide sind intellektuelle Menschen – sie beschäftigen sich lieber mit theoretischen Dingen, als einen Nagel in die Wand zu schlagen. Ein Hauptproblem der Betroffenen ist die sehr große Sehnsucht nach Nähe bei gleichzeitiger Angst davor. Häufig wird die Schizoide Persönlichkeitsstörung mit dem Asperger-Syndrom gleichgesetzt. (Text und Bild: © Dunja Voos) [Read more...]
Buchtipp: Psychisches Gleichgewicht und psychische Veränderung
Das Buch “Psychisches Gleichgewicht und psychische Veränderung” von der britischen Psychoanalytikerin Betty Joseph (geb. 1917) bestellte ich mir gleich, nachdem ich Betty Joseph auf dem Youtube-Video “Encounters through Generations” gesehen hatte. Auf diesem Video des Britischen “Institute of Psychoanalysis” ist eine höchst vitale, über 90-jährige Psychoanalytikerin zu sehen, die darüber spricht, was man braucht, um Psychoanalytikerin zu werden. “A sense for the truth”, ist einer der Punkte, den sie dabei hervorhebt. Das machte mich neugierig. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Verlag Klett-Cotta) [Read more...]
Projektive Identifizierung
Manchmal löst ein anderer immer wieder dasselbe Gefühl in uns aus: Wir fühlen uns im Kontakt mit ihm hilflos, wütend, ohnmächtig oder schuldig. Kleine Kinder können uns “wütend machen”, wenn sie selbst wütend sind. Patienten in der Psychoanalyse, denen noch die Worte für Erlebtes und innere Nöte fehlen, “machen”, dass der Therapeut sich plötzlich so (traurig, neidisch, verzweifelt, stark) fühlt, wie sich selbst unbewusst fühlen. Wenn der andere “macht”, dass ich mich so fühle, wie er, dann spricht man von “Projektiver Identifizierung”. Der andere “legt” dann sein Gefühl, seine Eigenschaft oder Phantasie “in mich hinein”. Im Lehrbuch “Psychosomatische Medizin und Psychotherapie” (Kohlhammer 2004) wird es auf Seite 64 so erklärt: “Andere Personen werden durch Manipulation dazu gebracht, sich so zu fühlen, wie man sich selbst fühlt.” Die Projektive Identifizierung ist eine sogenannte “primitive” Form der Abwehr. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Water-Joy, Pixelio) [Read more...]
Autismus-Spektrum-Störung
Als “Autismus-Spektrum-Störung” werden Störungen bezeichnet, die sich irgendwo auf der Skala der Störungen zwischen ausgeprägtem, frühkindlichen Autismus und dem Asperger-Syndrom (vereinfacht gesagt: eine leichte Form des Autismus) befinden. Sehr gut erklärt wird der Begriff auf der Website der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universität Marburg. Frühkindlicher Autismus ist dadurch gekennzeichnet, dass das Kind keinen emotionalen Kontakt mit der Mutter aufnimmt – es erwidert kein Lächeln und vermeidet den Blickkontakt. Später nimmt das Kind keinen Kontakt zu anderen Kindern auf. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Franziska, Pixelio) [Read more...]
Asperger-Syndrom
Die Diagnose “Asperger Syndrom” ist relativ neu – erst 1989 wurden die ersten Diagnosekriterien dazu veröffentlicht. Kinder und Erwachsene mit “Asperger-Syndrom” mögen es oft nicht, mit anderen Menschen eng zusammenzusein – es setzt sie unter Stress. Laute Geräsuche und starke Gerüche belästigen sie starker als andere Menschen. Betroffene Kinder hatten oft schon früh einen großen Wortschatz und wetteifern mit ihren Lehrern um Wissen. Relativ häufig haben die Betroffenen ein außergewöhnliches Hobby. Die Diagnose “Asperger-Syndrom” ist nicht unproblematisch. Auch auf sogenannte “hypersensible Kinder” oder “schizoide Kinder” können diese Beschreibungen zutreffen – ebenso wie auf Kinder, die durch familiäre Gewalt traumatisiert sind. Welche Diagnose ein Patient letzten Endes erhält, hängt wesentlich von der Ausbildung und Richtung des Therapeuten ab. Die Diagnose “Asperger” wird häufig dann gestellt, wenn die Nähe zum Autismus relativ deutlich ist. Die Kinder zeigen ein ausgeprägtes Interesse am Detail (“Schau mal, auf diesem Modellschiff ist der Bug einen Millimeter länger als auf jenem.”) (Text: © Dunja Voos, Bild: © Willi Heidelbach, Pixelio) [Read more...]
Konkretistisches Denken
Wenn kleine Kinder das Wort “Kreislaufprobleme” hören, denken sie, da hätte jemand Probleme damit, im Kreis zu laufen. Kleine Kinder können nur konkret denken, sie haben ein “konkretistisches” Denken. Redensarten und Wortbilder (Metaphern) zu verstehen, gelingt ihnen erst im Laufe ihrer Entwicklung. So ist es mit psychotischen Patienten sehr oft auch: Sie nehmen alles wörtlich und meinen das, was sie sagen, ebenfalls wörtlich. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Rita Köhler, Pixelio) [Read more...]



