19.05.2013.

Depersonalisation und Derealisation

de_Rainer SturmEs gibt Momente, da wird’s einem ganz komisch. In unangenehmer Weise meint man, neben sich zu stehen. Man fühlt sich dabei völlig isoliert, ohne Bezug zu sich selbst oder zu anderen. Diesen Zustand nennen Ärzte und Psychologen “Depersonalisation”. Dieses Gefühl tritt häufig ab der Pubertät auf sowie bei psychischer Anspannung. Besonders gut kennen es Patienten mit einer Angst- oder Borderlinestörung. Da erscheint einem z.B. die eigene Hand ganz fremd oder man hört sich lachen und hat das Gefühl, man ist emotional ganz woanders. Nach ein paar Momenten vergeht dieses Gefühl wieder. Das gleiche Gefühl kann sich auch in Bezug auf die Umwelt einstellen. Alles um einen herum kommt einem dann fremd vor. Das bezeichnet man als “Derealisation”. Oft sind die Zustände “Derealisation” und “Depersonalisation” nicht zu trennen – sie treten oft gleichzeitig auf. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Rainer Sturm, Pixelio) [Read more...]

Selbstverletzendes Verhalten

sonnenuntergang_Bernhard_MayrIn der April-Ausgabe der Zeitschrift “Psychologie heute” (2013) wird selbstverletzendes Verhalten so beschrieben, dass man es gut nachvollziehen kann. Der Autor und Kinderpsychiater Dr. Michael Kaess erzählt, wie das Mädchen Marie sich mit einer Rasierklinge in den Arm ritzt, nachdem ihr Vater plötzlich das Besuchswochenende abgesagt hat. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Bernhard Mayr, Pixelio) [Read more...]

Persönlichkeitsstörung

Sogenannte “persönlichkeitsgestörte Menschen” erkennt man gelegentlich auf den ersten Blick. Manchmal sind es die “bunten Früchtchen” unter uns: der eigenbrötlerische Professor, der cholerische Chef, der komische Kauz von nebenan. Auch manche Stars sind “persönlichkeitsgestört”. Doch Persönlichkeitsstörungen müssen nicht so auffällig sein. Sie sind relativ weit verbreitet: Etwa 10% der Bevölkerung sind hierzulande betroffen (AWMF-Leitlinie “Persönlichkeitsstörungen”, 2008). Doch auch, wenn dieser Begriff scheinbar nichts Gutes verheißt, leben viele Betroffene “ganz normal” und sind erfolgreich im Beruf. Manche können ihre “Störung” – vielleicht sollte man besser sagen “Verletzung” – in eine Stärke umsetzen. Andere wiederum leiden “irgendwie” sehr an ihrem Leben, ohne, dass sie ihr Leiden genauer benennen könnten – aber es gibt Aussicht auf ein glücklicheres Leben. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Renate Franke, Pixelio) [Read more...]

Die Borderline-Störung – besser als ihr Ruf

Die Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) gilt meist als schwer zu therapierende Erkrankung. Sie wurde lange definiert als ein Zustand zwischen Neurose und Psychose und manchmal erscheint sie wie ein “Todesurteil” für Betroffene, die schon einmal etwas davon gehört haben. Dabei gibt es berechtigte Hoffnung auf ein leichteres Leben. Der Begriff wurde vom Psychoanalytiker William Louis Stern geprägt. (Text: © Dunja Voos. Bild: © Hanspeter Bolliger, Pixelio) [Read more...]

Schizoide Persönlichkeitsstörung (Schizoide Neurose, Schizoidie)

Sie sind oft beruflich genial: Menschen mit einer schizoiden Neurose. Ihre Stärke ist das logische und abstrakte Denken. Viele Schizoide sind intellektuelle Menschen – sie beschäftigen sich lieber mit theoretischen Dingen, als einen Nagel in die Wand zu schlagen. Ein Hauptproblem der Betroffenen ist die sehr große Sehnsucht nach Nähe bei gleichzeitiger Angst davor. Häufig wird die Schizoide Persönlichkeitsstörung mit dem Asperger-Syndrom gleichgesetzt. (Text und Bild: © Dunja Voos) [Read more...]

Buchtipp: Psychisches Gleichgewicht und psychische Veränderung

Das Buch “Psychisches Gleichgewicht und psychische Veränderung” von der britischen Psychoanalytikerin Betty Joseph (geb. 1917) bestellte ich mir gleich, nachdem ich Betty Joseph auf dem Youtube-Video “Encounters through Generations” gesehen hatte. Auf diesem Video des Britischen “Institute of Psychoanalysis” ist eine höchst vitale, über 90-jährige Psychoanalytikerin zu sehen, die darüber spricht, was man braucht, um Psychoanalytikerin zu werden. “A sense for the truth”, ist einer der Punkte, den sie dabei hervorhebt. Das machte mich neugierig. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Verlag Klett-Cotta) [Read more...]

Schizoid-paranoide und Depressive Position

Die Psychoanalytikerin Melanie Klein hat die Begriffe der “paranoid-schizoiden Position” und der “depressiven Position” geprägt. Gemeint sind damit unter anderem Entwicklungsstadien, die ein Kind nach Melanie Kleins Meinung durchläuft. Mit “Position” ist eine psychische Struktur, eine “Organisationsform”, gemeint. Melanie Klein ging davon aus, dass der Säugling sich als Eins mit der Mutter erlebt. Es fühlt sich für den Säugling an, als sei er ein Teil von der Mutter, als sei er in ihr drin. Diese Position bezeichnete Klein als “paranoid-schizoide Position”, weil das Baby seelische Teile von sich selbst, z.B. Wut, auf die Mutter projiziert. Als Folge davon fühlt sich das Baby von der Mutter verfolgt, weil es glaubt, die Mutter sei wütend. Aber da es die eigene Wut ist, die – bildlich gesprochen – wieder in die Seele des Babys rein will, fühlt sich das Baby verfolgt – es ist “paranoid”. Diese Phase dauert nach Melanie Kleins Theorie ca. 4-6 Monate. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Johannes Heide, Pixelio) [Read more...]

Strukturniveau

Die Psyche “besteht” nach psychoanalytischer Lehre aus “Es, Ich und Über-Ich”. Die Psychoanalytiker sprechen hier vom Strukturmodell (= Instanzenmodell). Wer als Kind das Glück hatte, sich mithilfe stabiler Eltern gesund zu entwickeln, der hat schließlich ein reifes Ich, ein reifes Überich (nicht allzu streng und nicht allzu locker) und einen guten Kontakt zum “Es”. Diese Ich-Reife ermöglicht, dass man mit seinen Emotionen gut umgehen kann. Man wird nicht umgehauen von eigenen Affekten wie Wut oder Angst, sondern kann sich selbst steuern – mal mit mehr, mal mit weniger Mühe. [Read more...]

NEO-Fünf-Faktoren-Inventar

Neurotizismus, Extraversion und Offenheit für Erfahrungen (NEO) werden mit dem NEO-Fünf-Faktoren-Inventar (Neo-FFI) gemessen. Psychologen wenden es an, um einen Überblick über die Persönlichkeit zu erhalten und um Persönlichkeitsstörungen festzustellen. Der Test dauert ungefähr 10 Minuten und besteht aus 60 Aussagen, denen der Befragte die Bewertungen von 0 (“starke Ablehnung”) bis 4 (“starke Zustimmung”) geben kann. Die Antworten geben Hinweise auf die fünf Persönlichkeitsmerkmale Neurotizismus, Extraversion, Offenheit für Erfahrung, Verträglichkeit und Gewissenhaftigkeit (“Big Five”). Der NEO-FFI wurde von den Psychologen Paul T. Costa und Robert R. McCrae 1989 entwickelt. Im Internet sind solche Fragebögen normalerweise nicht zu finden, weil sie urheberrechtlich geschützt sind. Außerdem ist ihre Auswertung recht kompliziert. In Anhängen von entsprechenden Doktor- oder Diplomarbeiten kann man psychologische Tests jedoch oft in voller Länge finden. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Ruth Rudolph, Pixelio) [Read more...]

Neurotizismus

Neurotizismus ist ein Merkmal der Persönlichkeit. Wenn man von einem Menschen sagt, er habe einen hohen oder niedrigen Grad an Neurotizismus, so will man damit beschreiben, wie gut er mit äußeren und inneren Anforderungen zurechtkommt. Menschen mit einem hohen Grad an Neurotizismus haben zum Beispiel Schwierigkeiten im Beruf (äußere Anforderungen) oder Probleme damit, ihre Affekte (z.B. Angst oder Wut) zu verarbeiten. Wer einen hohen Grad an Neurotizismus hat, der leidet unter einem geringen Selbstwertgefühl, zeigt oft magisches Denken, ist gehemmt in seinen Gefühlsäußerungen, ist oft nachgiebig, leidet an Konzentrationsstörungen, unter Launenhaftigkeit und unter körperlichen Beschwerden wie z.B. Erschöpfung. Neurotizismus wird in Persönlichkeitstests gemessen und gehört zu den “Big Five” der Persönlichkeitsdimensionen. [Read more...]

Big Five und Big Four – die Dimensionen der Persönlichkeit

Zu den fünf Dimensionen der Persönlichkeit (“Big Five”) gehören:

  • Introversion/Extraversion (kontaktfreudig – zurückhaltend)
  • Neurotizismus (entspannt – überempfindlich)
  • Verträglichkeit (friedfertig – streitsüchtig)
  • Gewissenhaftigkeit (Conscientiousness) (gründlich – unsorgfältig)
  • Offenheit für Neues (phantasielos – kreativ)

(nach Paul T. Costa & Robert R. McCrae 1985) [Read more...]

Achse-II-Störung

Wenn Sie schon lange “irgendwie” mit Ihrem Leben unzufrieden sind, wenn Ihre Beziehungen in die Brüche gehen oder wenn Sie sehr oft Schwierigkeiten mit Ihren Kollegen haben, leiden Sie vielleicht an einer Persönlichkeitsstörung (ein höchst ungünstiger Begriff, wie ich finde). Eine Persönlichkeitsstörung ist nach dem amerikanischen Diagnosesystem DSM (Diagnostic and Statistical Manual of Diseases) eine sogenannte “Achse-II-Störung”. Hierzu zählen allgemein psychische Störungen, die dauerhaft bestehen. Aber auch leichte geistige Behinderungen werden als “Achse-II-Störung” klassifiziert. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Rainer Sturm, Pixelio) [Read more...]