19.05.2013.

ACTH – Adrenocorticotropes Hormon

Das Adrenocorticotrope Hormon (ACTH) wird in der Hirnanhangdrüse gebildet, genauer: im Hypophysenvorderlappen (HVL). “Adreno” heißt “Nebenniere”, “Cortico” bedeutet “Rinde” und “trop” heißt soviel wie “wirken auf”. Das Hormon ACTH wirkt also auf die Nebennierenrinde ein. Was bewirkt es da? In der Nebennierenrinde werden unter anderem Cortisol (= ein Glucocorticoid), Aldosteron (= ein Mineralocorticoid) und männliche Hormone (Androgene) produziert. Das bedeutet vereinfacht: Wenn ACTH auf die Nebennierenrinde einwirkt, dann schüttet die Nebennierenrinde Cortisol aus. Der Cortisolspiegel im Blut steigt. Das passiert zum Beispiel bei Stress. [Read more...]

Mesolimbisches System

Unter “mesolimbischem System” versteht man eine Reihe von Nervenstraßen im Gehirn. Diese Nervenstraßen gehen vom Mittelhirn (Mesencephalon) aus, verlaufen über die Stammganglien und von da aus zur Amygdala (Mandelkern, entscheidend für Gefühle und besonders für die Angst), zum Hippcoampus (“Erinnerungshirn”) und zum orbitofrontalen Kortex (vordere Hirnrinde, hier “sitzt” die Persönlichkeit). Das Mesolimbische System wird auch als “positives Belohnungssystem” bezeichnet.

Thalamus

thalamusDer Thalamus ist ein Teil des Zwischenhirns. Er ist das “Tor zum Bewusstsein”. Sinnesreize, die über die Sinnesorgane hereinkommen, verlaufen über den Thalamus, bevor sie die Großhirnrinde erreichen, um dort registriert zu werden. Im Thalamus liegen sehr viele Nervenzellkörper (= Neurone). Der Thalamus ist gleichzeitig ein Filter – er entscheidet, ob die ankommenden Sinneseindrücke wichtig oder unwichtig sind. Außerdem spielt der Thalamus eine wichtige Rolle bei der Schmerzwahrnehmung. Zusammen mit der Amygdala (= Mandelkern), dem Hippocampus und dem Hypothalamus bildet der Thalamus das so genannte “Limbische System”, das für die Gefühlswelt zuständig ist. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Whole Brain Atlas) [Read more...]

Amygdala, der Mandelkern

Die Amygdala, zu deutsch “Mandelkern”, ist ein uralter Teil des Gehirns. Eine schöne Abbildung findet sich hier (Mr. Barlow’s Blog: “No amygdala, no fear”). Die Amygdala ist für unsere Gefühle zuständig. Hier entstehen Gefühle, hier werden sie teilweise gesteuert. Die Amygdala startet zum Beispiel “Alarmreaktionen, noch bevor das Großhirn darüber nachzudenken in der Lage ist” (Wettig 2009). Sie nimmt Sinneseindrücke und Empfindungen auf, speichert sie und leitet sie an das Großhirn weiter. Weil die Amygdala eng mit anderen Hirnteilen, wie z.B. dem Hippocampus, verbunden ist, setzt sie auch körperliche Reaktionen in Gang, die die Gefühle begleiten – dazu gehören zum Beispiel Pulsveränderungen, Veränderungen der Muskelspannung oder auch Veränderungen der Verdauung. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Klaus-Uwe Gerhardt, Pixelio) [Read more...]

Hypothalamus

Der Hypothalamus (HT) ist ein Teil des Zwischenhirns. “Hypo-” bedeutet “unter”, das heißt der Hypothalamus liegt unter dem Teil des Gehirns, der sich Thalamus nennt. Der Hypothalamus “regiert” das vegetative Nervensystem. Er reguliert Blutdruck, Atmung, Nahrungsaufnahme, Wach- und Schlafrhythmus, den Wärmehaushalt, die Schweißsekretion, die Sexualfunktion und den Wasserhaushalt. Der Hypothalamus bildet Hormone, die die Körperfunktionen steuern. Zum Hypothalamus gehört auch die Hypophse (englisch “pituitary gland”). (Text: © Dunja Voos, Bild: © Whole Brain Atlas) [Read more...]

Extrapyramidales System

Wenn wir uns bewegen, tun wir das meistens willentlich. Die Kontrolle über unsere Bewegungen kommt unter anderem aus dem “pyramidalen System”. Sogenannte “Pyramidenbahnen”, Nervenstränge die in der Großhirnrinde entspringen, ermöglichen es uns, bewusst unsere Bewegungen zu beeinflussen. Über vieles müssen wir jedoch nicht nachdenken: Wie stark gerade untere Rückenmuskulatur angespannt ist, bemerken wir erst, wenn wir unsere Aufmerksamkeit darauf richten. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Dieter Schütz, Pixelio) [Read more...]

Basalganglien (Stammganglien)

basalganglienDie Basalganglien sind Ansammlungen von Nervenzellkernen unterhalb der Hirnrinde (“subkortikale Kerne”). Zu den Basalganglien zählen: Nucleus caudatus und Putamen (= Corpus striatum), das Claustrum und der Corpus amygdaloideum. Im weiteren Sinne gehören dazu auch das Pallidum, der Nucleus subthalamicus, der Nucleus ruber, die Substantia nigra sowie die Formatio reticularis (Quelle: Pschyrembel, 258. Auflage). (Text: © Dunja Voos, Bild: © Whole Brain Atlas) [Read more...]

NMDA-Rezeptor

Der N-Methyl-D-Aspartat-Rezeptor (NMDA-R) ist ein Glutamatrezeptor, also ein Eiweiß, das in der Nervenzellmembran sitzt und den Stoff Glutamat aufnimmt. Der NMDA-Rezeptor spielt eine wichtige Rolle beim Lernen, für das Gedächtnis, die Motorik und die Emotionen. Er steuert unter anderem den Stoffwechsel des Acetylcholins.

Glutamat

Glutamat ist ein erregender Botenstoff (Neurotransmitter) im zentralen Nervensystem.

Linktipp: The whole brain atlas

Wer online Bilder vom Gehirn in der Magnetresonanztomographie (MRT) anschauen möchte, der gehe auf die Website “The whole brain atlas” der Harvard Medical School. Die Ärzte Dr. Keith Johnson und Dr. Alex Becker haben diesen hervorragenden Atlas zusammengestellt. Hier bekommt auch der Laie eine Vorstellung davon, wo welche Hirnstrukturen liegen. (Text: © Dunja Voos, Bild: © the whole brain atlas)

Hippocampus

Der “Hippocampus” ist ein Teil des Gehirns. Er gehört zum sogenannten “Limbischen System” und liegt tief innen im Schläfenlappen (Temporallappen). Früher wurde der Hippocampus zum “Riechhirn” gezählt, doch unmittelbar hat er damit nichts zu tun. Er beeinflusst den Hormonhaushalt, die Darmfunktionen und die Emotionen. Er ist eng verbunden mit dem Hypothalamus und mit der Amygdala. Er hat eine entscheidende Gedächtisfunktion. Erst, wenn der Hippocampus voll entwickelt ist, kann sich ein Kind dauerhaft bewusst an Ereignisse erinnern. Das ist mit etwa 3 Jahren der Fall. Der Hippocampus ist der Hauptteil des sogenannten “Archicortex”. (Text: © Dunja Voos, Bild: © simonef, PIXELIO) [Read more...]

Cingulum

Das Cingulum (lateinisch “Gürtel”) ist eine Struktur des Gehirns. Es sind Nervenbahnen, die vom Stirnlappen (Lobus frontalis) des Gehirns einmal im Bogen um den sogenannten “Balken” des Gehirns (Corpus callosum) verlaufen und bis in den Schläfenlappen (Lobus temporalis) reichen. [Read more...]