19.05.2013.

Gesellschaft für die Seelische Gesundheit in der Frühen Kindheit (GAIMH)

Die Gesellschaft für Seelische Gesundheit in der Frühen Kindheit e.V. (GAIMH), setzt sich für die seelischen Belange von Babys und Kleinkindern ein. Sie besteht seit 1996. Vom 26.-28.9.2013 findet in Oberursel bei Frankfurt am Main die nächste Tagung statt. Das Thema der Tagung wird sein: “Frühe Kindheit unter Optimierungsdruck … und keine Zeit für Bullerbü? – Seelische Gesundheit von Säuglingen, Kleinkindern, Eltern und professionell Handelnden in einer verunsicherten Gesellschaft”. Die “German-speaking Association for Infant Mental Health” ist Tochtergesellschaft der World Association for Infant Mental Health (WAIMH). Der Verein vermittelt unter anderem Adressen, an die sich hilfesuchende Eltern wenden können.

Reaktive Bindungsstörung

Bindungsstörungen, die innerhalb der ersten 5 Lebensjahre auftreten und mit einem Wechsel von Bezugspersonen, Verwahrlosung oder/und Vernachlässigung zusammenhängen, heißen “reaktive Bindungsstörungen”. Im Diagnoseschema “ICD-10″ haben sie die Nummer F94.1. Reaktive Bindungsstörungen kommen oft dann vor, wenn Kinder früh misshandelt, vernachlässigt oder abgegeben werden, wenn sie die Familien wechseln müssen oder in einem Heim leben. Der Wechsel der Bezugspersonen löst die Bindungsstörung aus – meistens haben die betroffenen Kinder Missbrauch oder Vernachlässigung erlebt. Es gibt zwei Formen der reaktiven Bindungsstörung: die “gehemmte Form” (F94.1) und die “ungehemmte Form” (F94.2). [Read more...]

Peripartale Depression: die Kinder

Die “peripartale Depression”, also die Depression rund um die Geburt, ist Thema des aktuellen Ärzteblattes (Hübner-Liebermann, Bettina et al.: “Peripartale Depressionen erkennen und behandeln”, Dtsch Arztebl Int 2012; 109(24): 419-424; DOI: 10.3238/arztebl.2012.0419). Wenn Schwangere und junge Mütter depressiv sind, hat das verschiedene Auswirkungen auf die Kinder. Im Ärzteblatt sind einige Folgen aufgelistet. [Read more...]

Dicke Kinder nicht zum Dünnsein zwingen

Es sind immer wieder beliebte Sendungen: Da gibt es dicke Kinder, die in einer Kur abnehmen sollen. Stolz wird der Erfolg vorgeführt. Doch wie es dem Kind dabei psychisch geht, wird fast nie beleuchtet. Die Medien haben eine ungeheure Verantwortung, doch immer wieder sind sie sich derer nicht bewusst. Dicke Kinder gelten als unattraktiv, faul und unbeherrscht. Dabei sind sie in Wirklichkeit nicht nur körperlich, sondern auch psychisch stark belastet. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Helga Gross, Pixelio) [Read more...]

Zürcher Längsschnittstudie: Die meisten Kinder sind “normal”

Is(s)t mein Kind normal? Schläft, krabbelt, läuft und spricht es richtig? Das fragen sich viele Eltern. Dabei wird der Begriff der “Normalität” heute viel zu eng gefasst. In der Zürcher Längsschnittstudie werden seit 1954 Kinder bis ins Erwachsenenalter hindurch untersucht. Projektleiter ist unter anderem der Schweizer Kinderarzt Professor Remo Hans Largo, Autor der bekannten Bücher “Babyjahre” und “Kinderjahre”. (Text: © Dunja Voos. Bild: © Olaf Schneider, Pixelio) [Read more...]

Externalisierende Störungen

Ärzte und Psychologen bezeichnen Verhaltensauffälligkeiten (meistens bei Kindern und Jugendlichen) als “externalisierende Störungen”. Eine “externalisierende Störung” ist also etwas, was man von außen beobachten kann. Dazu gehören zum Beispiel Unruhe und Zappeligkeit (“hyperkinetische Störung”) oder aggressives Verhalten (“Störungen des Sozialverhaltens”). “Internalisierende Störungen” hingegen kann man von außen nicht sehen. Das sind Probleme, die innerlich bearbeitet werden, wie zum Beispiel Selbstzweifel, Depressionen oder Ängste. Eine “externalisierende Störung” wird häufiger den Jungen zugeordnet, wohingegen Mädchen häufiger an “internalisierenden Störungen” leiden. (Text: © Dunja Voos, Bild: © piu700, Pixelio) [Read more...]

Warum es so schwer ist, Kindesmissbrauch zu entdecken

Auf einem Ärztekongress erzählt mir eine Kollegin, sie habe drei Kinder. Seit das jüngste Kind auf der Welt ist, gibt es eine Vorsorgeuntersuchung beim Kinderarzt, die es vorher nicht gab: die U7a. Sie vergaß diese U und erhielt prompt Post vom Jugendamt, mit der Aufforderung, zügig einen Termin beim Kinderarzt zu machen. Die Ärztin sagte, ihr Kind sei gesund und sie halte es nicht für nötig, die U7a wahrzunehmen. Daraufhin kündigte das Jugendamt an, sie zu Hause zu besuchen. Viele Politiker und Ärzte halten dieses Vorgehen angesichts der vielen unentdeckten Missbrauchsfälle für gerechtfertigt. Aber ist so ein Vorgehen wirklich sinnvoll? (Text: © Dunja Voos, Bild: © Rainer Sturm, Pixelio) [Read more...]

Lippenbändchen durchtrennen?

Das Lippenbändchen (Frenulum labii superioris) zwischen Oberlippe und vorderen Schneidezähnen wird heute gerne und häufig von Zahnärzten durchtrennt. Das ginge “mal eben” und sei ein einfacher Eingriff, heißt es. Doch für die Kinder ist es oft eben doch etwas Großes. “Wenn Sie das Lippenbändchen belassen, können sich die Schneidezähne nicht zusammenschieben”, sagt der Zahnarzt manchmal. Doch stimmt das? Die Natur hat so viel Kraft – stören sich Zähne, wenn sie mit Kraft durchkommen und sich im Kiefer zurechtrücken wirklich an einem Lippenbändchen? Bereits 1973 wurde eine Studie mit 40 Kindern veröffentlicht, die zeigt: Sind die Kinder klein, hält das Lippenbändchen die Schneidezähne noch auseinander. Aber nach 10 Jahren gibt es keinen Unterschied mehr zwischen Kindern mit durchtrennten und solchen mit nicht durchtrennten Lippenbändchen. (Text: © Dunja Voos, Bild: © CFalk, Pixelio) [Read more...]

Polypenentfernung bei chronischer Mittelohrentzündung sinnvoll?

MandelblueteDie Polypenentferung (Adenektomie = Gaumenmandelentfernung) und die Entfernung der Rachenmandel (Tonsillektomie) wird hierzulande häufig durchgeführt. Sie wird von einigen Kinderärzten auch bei wiederkehrenden Mittelohrentzündungen (Otitis media) empfohlen. Doch ob der Eingriff zur Therapie der chronischen Mittelohrentzündung sinnvoll ist, darüber lässt sich streiten. Der amerikanische Kinderarzt Jack Paradise führte bereits 1999 eine Studie mit über 400 Kindern durch, die diese Frage beantworten sollte. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Hermann Niederhöfer, Pixelio) [Read more...]

Zwangsstörungen bei Kindern und Jugendlichen

Kleine Kinder können unglaublich zwanghaft sein. Da muss der Teddy in der richtigen Ecke sitzen, da darf die Mama nur über die weißen Steine laufen oder da muss der Fernseher zu einem bestimmten Zeitpunkt ausgestellt werden. Kinder haben oft viele kleine oder größere Zwänge. Das ist Teil einer normalen Entwicklung. Zu einer “Störung” wird es erst, wenn die Zwänge einen Leidensdruck hervorrufen und wenn Eltern und Kind deutlich das Gefühl haben: das ist zu stark, zu lang anhaltend, zu einschränkend. So unangenehm sie sind – Zwänge haben häufig ihren Sinn. Wird der Sinn der Zwänge zum Beispiel in einer psychoanalytischen Psychotherapie verstanden, lassen sie häufig nach. Sowohl Ärzte als auch Patienten werden hier leider sehr einseitig geschult und “aufgeklärt”. Meistens ist überwiegend von der Verhaltenstherapie und von Medikamenten die Rede, wie kürzlich im Deutschen Ärzteblatt (18.3.2011). Doch tiefenpsychologisch fundierte und analytische Psychotherapien sind ebenfalls wirksam; die Zwangsstörung ist in der Psychoanalyse schon lange als “Zwangsneurose” bekannt. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Knipseline, Pixelio) [Read more...]

Depressionen bei Kindern und
postpartale Depression der Mutter hängen zusammen

Nicht nur Erwachsene leiden unter Depressionen – auch bei Kindern und Jugendlichen kommen sie vor. Die Ursachen sind vielfältig. Einige Studien weisen darauf hin, dass schon das frühe Zusammenspiel zwischen Mutter und Kind Einfluss darauf haben kann, ob Kinder später depressiv werden oder nicht. Zu diesen Studien gehört die Untersuchung von Lynne Murray und Kollegen. (Text: © Dunja Voos. Bild: © Jutta Rotter, Pixelio) [Read more...]

Sprachtherapie bei Dyslalie kein “Muss”

Am Niederrhein sagt man “Tich” und “Fich”. Das gehört sozusagen zur Kultur. Immer öfter bekommen jedoch Kinder unter anderem deswegen eine Sprachtherapie verordnet. Das ist fast so, als wollte man einem bayerischen Kind das rollende “R” abgewöhnen. Von “Schitismus” sprechen Sprachtherapeuten, wenn das “SCH” nicht richtig ausgesprochen wird.
Ein anderer, häufiger Grund für die Verordnung von Sprachtherapie ist die “Dyslalie”. Dabei ersetzen die Kinder die korrekten Buchstabenlaute durch andere und sagen zum Beispiel “Rohnragen” statt “Wohnwagen”. Sind mehrere Laute betroffen, spricht man von einer “Multiplen Dyslalie”. Hört sich an wie eine Behinderung, denn “Dys-” ist die griechische Vorsilbe für “gestört, falsch” und “-lalie” entstammt dem Griechischen “lalein” = “reden”. Klingt, als sei das Kind betrunken. Dabei ist die sogenannte “Sprachentwicklungsstörung” oft nur eine verlangsamte normale Entwicklung. (Text: © Dunja Voos, Bild: © Rainer Sturm, Pixelio) [Read more...]